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Natur

Apfelsaftfest ohne Äpfel droht

Seit mehr als 25 Jahren ist die Veranstaltung des OGV Hainsacker eine Institution. Heuer fehlt das Obst.
Von Martina Groh-Schad

In diesem Jahr müssen Horst Rothert und seine Frau die Früchte auf der Streuobstwiese suchen.  Foto: MGS
In diesem Jahr müssen Horst Rothert und seine Frau die Früchte auf der Streuobstwiese suchen. Foto: MGS

Lappersdorf.Wenn Horst Rothert mit seiner Frau Marianne über die Streuobstwiese des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Hainsacker läuft, kann er es noch immer nicht glauben. „Das habe ich in 38 Jahren als Vereinsvorsitzender noch nicht erlebt“, sagt er kopfschüttelnd mit Blick zwischen die Äste der Obstbäume. Wo normalerweise um diese Jahreszeit Äpfel, Quitten, Pflaumen und viele weiter Früchte die Bäume schmücken, herrscht in diesem Jahr Leere. An den aktuell 41 Bäumen des Vereins mit rund 400 Mitgliedern muss man in diesem Jahr die Früchte mit der Lupe suchen. Denn das Obst, das man vereinzelt zwischen den Blättern entdecken kann, ist zudem winzig.

Das traditionelle Quittenfest im Oktober haben die Gärtner bereits abgesagt. „Das wird dieses Jahr nichts mehr“, bedauert Rothert. Nun steht auch das Apfelsaftfest am 27.9. auf der Kippe, was besonders die Kinder im Markt trifft, die bei dem Fest von der Pike auf alles über das Saftpressen erfahren und vor Ort verköstigt werden.

Eiskalt vom Frost erwischt

„Unsere Streuobstwiese hat der Frost im Mai eiskalt erwischt“, erklärt der Vorsitzende des 1890 erstmals erwähnten Vereins. „Die Bäume standen in voller Blüte und dann kam plötzlich wieder die Kälte.“ Die Wiese ist offensichtlich in einer Schneise angesiedelt, die besonders vom Frost betroffen war. Sie liegt am Ortsende von Hainsacker auf der Verbindungsstraße zu Lorenzen.

„Es ist zugig dort“, sagt Rothert. „Die Blüten sind nach ein paar Tagen einfach abgefallen.“ Auch ein Bienenstock, der auf der Wiese angesiedelt ist und ein Insektenhotel konnten daran nichts ändern. „Es war genau an diesem Standort einfach ein paar Nächte lang zu kalt“, sagt Rothert. „Da hat es die Blüten irgendwann erwischt.“

Das Apfelsaftfest für Klein und Gross

  • Tradition:

    Seit mehr als 25 Jahren hat der OGV Hainsacker eine Saftpresse und feiert das Apfelsaftfest. Kinder erfahren dabei alles über das Apfelsaftpressen. Dieses Jahr tragen die Bäume des Vereins keine Früchte. Daran konnten auch die angesiedelten Bienen und Insekten auf der Wiese nichts ändern.

  • Grund:

    Verantwortlich ist eine Laune des Wetters: Der Frost im Mai setzte den Bäumen zu. Bei der Ernte finden nun auch „faule Äpfel“ Beachtung.

Es werde zwar vielerorts geklagt, dass die Ernte schlecht aussehe, aber gar keinen Ertrag bei 41 Obstbäumen, ist dann doch besonders. Denn selbst im heimischen Garten der Familie Rothert, nur wenige Kilometer entfernt, sieht es besser aus. „Es sind zwar weniger Äpfel, aber immerhin trägt unser Baum Früchte“, sagt Rothert. „Mit der Streuobstwiese hatten wir dieses Jahr großes Pech.“

Frischer Saft ist der Renner

Vor mehr als 25 Jahren hat der Verein erstmals eine Saftpresse angeschafft, zunächst mechanisch, inzwischen mit elektrischem Betrieb. Genau so lange feiert der Obst- und Gartenbauverein unter Federführung der Familie Rothert auch das Apfelsaftfest. Der Vormittag gehört dabei immer den Vorschulkindern und den Zweitklässlern aus Hainsacker, die aus erster Hand erfahren, wie Apfelsaft hergestellt wird. „Wir zeigen den Kindern jeden Arbeitsschritt vom Stückeln und Entwurmen der Äpfel bis hin zur Pressung“, erklärt Horst Rothert. „Die Kinder sind immer ganz aufmerksam bei der Sache und finden es toll, wenn ordentlich viel Saft aus der Presse kommt“, ergänzt seine Frau. „Na und dann wollen sie das Ergebnis natürlich sofort probieren.“ Ein Förster bringt zum Fest eine Tonne vorbei, in die die Maische geleitet wird. „Das bekommen die Rehe“, erklärt Rothert. Am Nachmittag steht das Fest vor dem Gerätehaus des Obst- und Gartenbauvereins allen Mitgliedern und Interessierten offen. In den vergangenen Jahren konnten die Besucher Säfte kaufen und es gab Kaffee sowie Kuchen oft mit Früchten.
In diesem Jahr könnte das Fest nun mager ausfallen. Auf die eigene Ernte kann der Verein nicht zurückgreifen und hat daher einen Aufruf nach Apfelspenden im Gemeindeblatt sowie bei Facebook gestartet, der erste Wirkung zeigt.

Verein hofft auf Apfelspenden

„Wir können mit Äpfeln aus Donaustauf rechnen“, freut sich Rothert. „Damit können wir in jedem Fall den Kindern wieder zeigen, wie das Saftpressen funktioniert.“ Für ein Fest könnten es trotzdem noch ein bisschen mehr Äpfel sein, und daher hofft der Verein auf weitere Spenden. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den Kindern zu zeigen, wo der Saft herkommt und wie das alles funktioniert“, betont Rothert. Bereits seit zehn Jahren hat der Verein eine aktive Kinder- und Jugendgruppe.

Wer das Apfelsaftfest unterstützen möchte, erreicht die Familie Rothert unter der Telefonnummer (0941) 46180362. Die Äpfel werden am 25. September abgeholt. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Obst- und Gartenbauvereins unter www.ogv-hainsacker.de.

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