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Konzept

Arbeitskreis geht den Dorfladen an

Bei einem Treffen in Steinsberg ging es um die nächsten Schritte und die konkrete Umsetzung eines Dorfladens.

Bei einem Treffen mit dem Fachberater Wolfgang Gröll (links) wurden die nächsten Schritte für einen Dorfladen in Steinsberg besprochen.  Foto: Monika Bucher
Bei einem Treffen mit dem Fachberater Wolfgang Gröll (links) wurden die nächsten Schritte für einen Dorfladen in Steinsberg besprochen. Foto: Monika Bucher

Regenstauf.Nach der Schließung des örtlichen Nahversorgers in Steinsberg und einem Infoabend zum Thema „Dorfladen“ im März, bei dem ein Arbeitskreis gegründet worden ist, gab es jetzt ein erneutes Treffen mit dem Dorfladen-Fachberater Wolfgang Gröll aus Starnberg in der Gaststätte Alte Hofmark. Diesmal ging es um die nächsten Schritte und die konkrete Umsetzung. Gröll präsentierte einen Überblick über den Ablauf einer Dorfladengründung und die Faktoren, die bei der Planung und Gründung unbedingt beachtet werden sollten. Dazu beantwortete er auch viele Fragen.

Laut Gröll ist eine Gründungsveranstaltung auch ohne Standort möglich und die Finanzierung des Projekts erfolge anteilig über die Bewohner des Ortes. Eine Eigenkapital-Finanzierung sei unabdingbar. Die Einlage zwischen 300 und 450 Euro beinhalte eine Mindestlauf- und auch Kündigungszeit. Die Zeichnung von mehreren Geschäftsanteilen sei grundsätzlich möglich. „Die Idee eines Dorfladens steht und fällt mit der Bereitschaft, sich einzubringen und vor allem dann auch dort einzukaufen“, betonten Christian Engl und Anita Michel vom Arbeitskreis. „Es funktioniert nur, wenn die Bürger es wollen.“ Gesucht werden noch weitere Mitarbeiter für den Arbeitskreis.

Bürger entwickeln Konzept mit

Gröll ist Unternehmensberater bei 170 Dorfläden in Bayern und begleitete bereits viele Eröffnungen bis hin zur „schwarzen Null“ und darüber hinaus. Dabei gebe es keine vorgefertigten Konzepte, so Gröll, sondern die Bürger entwickelten diese mit. Dorfläden zeichneten sich durch Individualität aus. Für die Entwicklung der Dorfläden, so Gröll, sei es auch die Unterstützung der Gemeinde wichtig. Für Steinsberg trifft dies zu, zur Versammlung kamen 2.Bürgermeister Hans Dechant (SPD), 3. Bürgermeister und Bürgermeisterkandidat Josef Schindler (CSU) sowie die Bürgermeisterkandidaten Susanne Nichtewitz (SPD) und Erich Kufner (Bündnis 90/Die Grünen). Nach einem einstimmigen Marktratsbeschluss hat der Regenstauf beim Amt für ländliche Entwicklung eine einfache Dorferneuerung beantragt. In diesem Zuge kann auch ein Dorfladen gefördert werden.

„Dorfläden gehen mit der Zeit und auch die Jugend an“, betonte Gröll. Die kleinen Geschäfte seien Vorreiter, was das Vermeiden von Müll angeht. Weniger Kühltechnik und Verpackungsmaterial schone die Umwelt. Ein weiterer Vorteil sei die Einsparung von Benzin und Zeit, aber auch die Wiedererlangung der Selbstständigkeit beim Einkauf gerade für ältere Mitbürger. Ein Dorfladen stelle aber nicht nur die Grundversorgung der Dorfbewohner sicher, sondern erfülle auch wichtige soziale Funktionen. Der Dorfladen als Kommunikationszentrale für Alt und Jung sei ein wichtiger Erfolgsfaktor, betonte der Experte

Fragebogen-Aktion im September

Gröll stellte Beispiele für eine Geschäftsordnung vor und einen Fragebogen für die Bürger, der dann ausgewertet werden soll. Hierbei wird nach Einkaufsgepflogenheiten oder nach Wünschen für das Sortiment gefragt. Als Nächstes ist nun die endgültige Erstellung der Fragebögen geplant. Sie sollen am Ende der Schulferien zusammen mit dem Gemeindemitteilungsblatt ausgegeben werden. Abgegeben werden sie dann in Briefkästen, die dazu extra aufgestellt werden. (lmb)

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