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Sanierung

Armenspital erwacht zu neuem Leben

Christian Blüml hat das ehemals unter Denkmalschutz stehende historische Gebäude in Donaustauf der Nachwelt bewahrt. Viel Prominenz kam zur Segnung.
Von Petra Schmid, MZ

Ein Prosit auf das Armenspital - gleich eine Landrätin und vier Bürgermeister stoßen auf das wieder erwachte historische Gebäude an. Foto: Schmid

Donaustauf. Nach Jahren im Dornröschenschlaf und Ungewissheit ist das Donaustaufer Armenspital nun wieder zu Leben erwacht. Das ehemals unter Denkmalschutz stehende historische Gebäude am Fuße der Walhalla stand Jahre leer. Sogar der Abriss stand bereits zur Diskussion. Nun wurde es liebevoll saniert und bietet als Wirtshaus und Café Gästen Unterkunft.

Im April 1812 wurde Fürst Karl Alexander von Thurn und Taxis vom bayerischen König als Entschädigung für den Verlust der Reichspostrechte in Bayern unter anderem mit der Herrschaft Donaustauf belehnt. Da dieses Lehen erblich war, verblieb es auf Dauer dem Fürstenhaus, heißt es im Donaustaufer Heimatbuch. Schloss- und Parkanlagen wurden im Laufe der Jahre erweitert. Der Marktflecken Donaustauf hatte wohl schon vor 1826 ein Armenhaus oder Spital betrieben. Denn im Heimatbuch ist in einer Ortsbeschreibung aus dem Jahr 1834 nachzulesen: „Das Armenhaus oder Spital liegt jetzt vor dem obern Thore, nahe bei St. Salvator links an der Straße nach der Walhalla.“ Und weiter: „Auf einem Marmorstein ist folgende Inschrift: Karl Alexander bürgerliches Armenspital erbaut 1826“ zu lesen. Das vorhergehende Armenhaus musste wohl der Erweiterung des Schlossparks weichen.

Eine Unterkunft für die Armen

Der Name Armenspital lässt zwar auf Krankenversorgung schließen, jedoch diente das Donaustaufer Spital von jeher als Unterkunft für die Armen und Bedürftigen. Die Gäste der Einweihungsfeier wussten allerhand vom historischen Hintergrund zu berichten. Da es das Gemeindehaus für finanziell schlechter Gestellte gewesen sei, habe man nie einen größeren Aufwand in die Erhaltung gelegt, hieß es. Nach dem Krieg seien zehn bis 15 Familien unter dem Dach des Armenspitals unterbracht gewesen.

Der jetzige Besitzer, Christian Blüml, hat schon seit Kindertagen einen Bezug zu nun seinem Armenspital. Schon als Kind sei er immer mit der Oma ins „Schöntal“ zur Schneekapelle gekommen und habe von da zum Armenspital geblickt, erzählte er. Angezogen habe ihn das „alte Haus“ schon immer. Auch in der Jugendzeit habe sich dies fortgesetzt. Freunde wohnten dort und so sei er dort oft aus- und eingegangen. „Das Haus hat einen Charakter und ist wie ein Freund“, gerät der Eigentümer und künftige Wirt ins Schwärmen. Viel, viel Arbeit investierten in den vergangen rund 18 Monaten Blüml, seine Frau Silvia und Tochter Alexandra. Ohne die Mithilfe vieler Freunde sei dies alles nicht möglich gewesen. Dabei habe jede Menge Handarbeit angestanden. Beispielsweise legte er handgeschlagene Balken von 1826 frei. Die Blüml-Frauen bürsteten diese stundenlang mit Messingbürsten, blickt der Bauherr zurück. Von Anfang an sei es ihm wichtig gewesen, alles weitgehend zu erhalten. Dies sei ihm nicht nur geglückt, sondern er habe sogar Details wieder rückbauen können. Die Fenster seien wieder dem Original angepasst worden, die Haustür werde auch noch ausgetauscht, kündigte er an. „Hier haben schon immer viele Menschen gelebt und nun kann jeder, der möchte, ein paar gesellige Stunden hier verbringen“, fasst er zusammen.

Pfarrer Renner spendete den Segen

Pfarrer Erich Renner segnete die Räume. Sein Vorgänger, BGR Albert Köppl, übergab eine Hausmadonna. Blüml konnte sich auch über etliche Bilder und Ansichten des Armenspitals freuen, darunter ein Schnappschuss von Brigitte West aus dem Jahr 1981. Romantisch spannt sich hier ein Regenbogen über dem Spital.

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