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Neujahrsempfang

Auch die Kreis-CSU will sich erneuern

Im Jahr vor der Kommunalwahl sucht die Landkreis-CSU den richtigen Weg in die Zukunft. 3000 Mitglieder sollen befragt werden.
Von Michael Jaumann

Minister Hans Reichhart (Mitte) forderte beim CSU-Neujahrsempfang im Aurelium eine Erneuerung der Partei auf allen Ebenen. Mit auf der Bühne (von links): Matthias Beer (Beratzhausen) und Peter Aumer (Ramspau). Foto: Michael Jaumann
Minister Hans Reichhart (Mitte) forderte beim CSU-Neujahrsempfang im Aurelium eine Erneuerung der Partei auf allen Ebenen. Mit auf der Bühne (von links): Matthias Beer (Beratzhausen) und Peter Aumer (Ramspau). Foto: Michael Jaumann

Lappersdorf.Will man den Worten von Joachim Strauß folgen, so steht Dr. Hans Reichhart eine glänzende Zukunft bevor. Lappersdorfer Neujahrsempfänge böten ein gewisses Sprungbrett, witzelte der CSU-Ortsvorsitzende zu Beginn des Neujahrsempfangs der Landkreis-CSU im Aurelium. Auch Markus Söder sei schon Gast bei einem Neujahrsempfang in Lappersdorf gewesen. Und der hat es bekanntlich zum Ministerpräsidenten und Parteivorsitzenden der CSU gebracht. Reichhart ist mit seinen gerade mal 36 Jahren seit November immerhin schon Minister für Wohnen, Bau und Verkehr im Freistaat.

„Ich hoffe, dass beim Verkehr die Zeit der Gutachten vorbei ist.“

Joachim Strauß

„Aufbruch, Neustart, Antrieb“ hatte die Landkreis-CSU auf ihre Einladungskarten gedruckt. Reichhart, Landesvorsitzender der Jungen Union, zeigte zusammen mit den anderen Politikern, die sich im Lauf des Abends als Redner am Podium versammelten, schon vom Alter her, dass die Partei im Begriff ist, sich zu erneuern. Moderiert vom Beratzhausener Matthias Beer, Landesschatzmeister der Jungen Union, unterstrichen die Politiker vor voll besetzten Reihen zudem sowohl inhaltlich wie auch durch ihre in einer Talkrunde zur Schau getragene Lockerheit, dass sie es mit einem neuen Schwung ernst meinen.

Mehr Bilder vom Neujahrsempfang der CSU sehen Sie hier:

Neujahrsempfang der Kreis-CSU in Lappersdorf

Die Mitglieder werden befragt

Kreisvorsitzender Peter Aumer, der zuvor mit seinem Vorstand über eine Stunde lang am Eingang Hände geschüttelt hatte, kündigte eine weitergehende Offensive in Richtung seiner Mitglieder an. Der Kreisverband will seine 3000 Mitglieder befragen, um zu erfahren, was sich diese für eine Politik erwarten. Anschließend soll die Diskussion in Basisdialogen fortgeführt werden, so Aumer.

In Bezug auf die Kommunalwahlen 2020 sprach der Kreisvorsitzende von einer Findungskommission, die bis Sommer einen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Position des Landrats ermitteln soll. Auch die Kreistagsliste soll bis zum Sommer stehen.

„Wir reden immer davon, dass wir die Besten sind. Aber wir sind’s halt einfach auch.“

Hans Reichhart

Unter das Stichwort Entschlossenheit stellte Aumer die politischen Ziele für die Region. Er erinnerte an den von ihm initiierten Mobilitätspakt für die Region und lud den Minister ein, sich in Regensburg von den Probleme in Sachen Verkehr selbst ein Bild zu machen. Für die Zukunft des Pfaffensteiner Tunnels bedürfe es rascher Lösungen und in Sachen Stadtbahn brach Aumer eine Lanze für eine Regionalbahn. „Wir müssen eigene Gleise bauen, machte sich Aumer für den Personennahverkehr auf der Schiene stark. Wohnen im Raum Regensburg nannte Aumer als weiteren Prüfstein für die Entschlossenheit der Politik und in Sachen Informationstechnik wünschte sich Aumer, dass Regensburg „Digitalregion für Deutschland“ werden solle.

Anstehen zum Händeschütteln. Und vom Kaminkehrer gab es noch einen Glückskäfer. Foto. Jaumann
Anstehen zum Händeschütteln. Und vom Kaminkehrer gab es noch einen Glückskäfer. Foto. Jaumann

Der Samstag, an dem in München Söder zum Parteivorsitzenden gewählt wurde, sei der erste Schritt zur Erneuerung der Partei gewesen, erklärte Minister Reichhart. Es gehe darum, die Mitglieder für die Frage nach der Partei der Zukunft auf allen Ebenen mitzunehmen. Die CSU wolle näher an ihren Mitgliedern sein und sie wolle näher an den Orten sein, an denen Menschen miteinander sprächen. Die CSU sei die einzige Partei, die sich in Bayern noch als Volkspartei verstehe und wolle sich daher um das Schicksal aller kümmern.

Hilfe für den Mobilitätspakt

Reichhard stellte seine Partei in einen weltweiten Kontext. Überkommene Realitäten lösten sich in Luft auf, politische Entscheidungen für die ganze Welt stünden heuer an. Es gelte, diese weltweiten Strömungen mit der bayerischen Lebenswirklichkeit zusammen zubringen. In Bezug auf die Europawahl gehe es darum, zu zeigen „Europa ist unsere Heimat“. Der Wohlstand in Europa sei nicht in Stein gemeißelt. Für ihn müsse man kämpfen. Mit dem Niederbayern Manfred Weber und dem Oberpfälzer Christian Doleschal „schicken wir unsere Besten nach Europa“, rief Reichhart.

„Wir schicken unsere Besten nach Europa.“

Hans Reichhart

In einer anschließenden Talkrunde versprach der Minister, sich für den Mobilitätspakt in der Region Regensburg einzusetzen. Und MdB Aumer betonte, es gehe nun darum, zu erfahren, was die Region wolle. „Wenn wir das wissen, ist die Politik gefragt.“. Denn bei vielen sei der Frust groß, dass Politiker in Stadt und Land nur reden, aber nicht handeln würden. Spontaner Beifall zeigte, das Aumer damit den Nerv der 400 im Saal erwischt hatte.

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