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„Auge“ ist Ehrenmitglied in Saxberg

Der FC Bayern Fanclub begeht sein Jubiläum stilvoll. Als Stargast gab die Fußballlegende Klaus Augenthaler den Fans die Ehre.
Von Josef Eder, MZ

  • Der FC Bayern Fanclub Saxberg feierte seinen 20. Geburtstag stilecht mit Fahne und Fan-Schals.Foto: Eder
  • Ehrenmitglied Klaus Augenthaler (links) mit Fanclub-Vorsitzendem Martin Sedlmeier Foto: EderFoto: Eder

Saxberg. Klaus Augenthaler, Weltmeister und Fußballlegende des FC Bayern München (FCB), wurde beim 20-jährigen Gründungsfest des FC Bayern-Fanclubs von Vorsitzendem Martin Sedlmeier zum Ehrenmitglied ernannt. Zuvor trug er sich in das Goldene Buch der Gemeinde Sinzing ein.

Bürgermeister Patrick Grossmann, Schirmherr und Mitglied beim Jubelverein hatte als Geburtstagsgeschenk im Viehhausener Klosterstadl einen Scheck in Höhe von 150 Euro dabei und legte noch einen Hunderter aus seinem Geldbeutel drauf. Das Gemeindeoberhaupt war stolz, dass nach Karl-Heinz Rummenigge Vorstandsvorsitzender des FCB, in diesem Jahr der zweite Hochkaräter hier seine Aufwartung macht. „Heute sind wir alle Rot, nur der Wirt ist ein Blauer“ (Fan des TSV 1860 München), sagte Fanclub-Vorsitzender Martin Sedlmeier. Der Mannschaftsgeist müsse stimmen, wie im Fanclub, dann seien Erfolge garantiert. Zehn jährliche Fahrten zu Spielen zeigten es. „Die Position des Libero, die Auge spielte, gibt es nicht mehr“, bedauerte der Bürgermeister „Er war ein Typ. Solche, wie ihn braucht, der FCB auf und neben dem Platz“, sagte der Vorsitzende. Jubel brach aus, als das erste Bundesligator des Gastes beim 3:0-Sieg über Borussia Dortmund eingespielt wurde..

Bei einem kleinen Interview, das Vorsitzender Sedlmeier mit ihm führte, plauderte er Klaus Augenthaler launig über seine Zeit als Profi, die Weltmeisterschaften 1986 und 90, sowie die Trainerstationen. So manches aus dem Nähkästchen gab er zum Besten. „Ich habe mich heute gefühlt wie Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, als ich mit den Blaskapelle Viehhausen zu den Klängen des bayerischen Defiliermarsches einzog“, hob er hervor. Im Nu hatte der die Herzen aller Roten gewonnen. Er sei einer von ihnen, ein Ehrenmitglied zum Anfassen ohne jegliche Starallüren, fanden die Mitglieder. Ein Niederbayer, der Straßenfußballer aus Fürstenzell, der zusammen mit Walter Arbinger aus der Bayerligajugendmannschaft des FC Vilshofen nach Obergiesing an die Säbener Straße wechselte. Davor haben die schulischen Leistungen des Siebzehnjährigen abgenommen. Auf die Lehrerfrage, was er werden wolle, habe er geantwortet:: „Profi“.

Die Trainerzeit beim VfL Wolfsburg war keine einfache. Von der Presse vor den letzten Spielen verteufelt, rettete er das Team mit einem 1:1 bei Alemannia Aachen. Das letzte Spiel, als er schon entlassen war, endete mit einer 1:3-Heimniederlage gegen Bremen. „Bei der Besprechung sagte ich: „Servus und spielt, wie ihr wollt“, erinnerte sich „Auge“. Davor gab er die legendäre Pressekonferenz (40 Sekunden), bei der er die Fragen selbst stellte, auf die er die Antworten gab. Anfragen für Trainerjobs habe es gegeben, aber es habe halt nicht gepasst. Heute arbeitet Augenthaler eher als Berater für Spieler und ist sonst viel in Sachen Fußball unterwegs. Seine Denke ist und war Rot-Weiß.

Verletzungsbedingt beendete er die Karriere, obwohl der Vertrag noch lief. Mitspieler waren gegen ihn. Trainer wollte er eigentlich nie werden. Ein Höhepunkt war sein Torschuss aus 50 Metern im Spiel gegen Eintracht Frankfurt, als er sah, dass Torhüter Uli Stein zu weit draußen war. Kein Zufall, denn in der Jugend war ich Stürmer. Eigentlich hatte man mich geholt als Nachfolger von Torjäger Gerd Müller. Bei der WM 86 in Mexiko herrschte keine Harmonie und ich war verletzt nach dem zweiten Spiel. 1990 in Rom war es komplett anders. Der Fußball war auch bei uns schnell, nur ist heute die Spielart eine Andere.

Angesprochen auf die Münchner Konkurrenz meinte er: „Die Sechziger brauen keine guten Trainer sonder göttlichen Beistand. Heute ist der Unterschied zu groß“. Charly fragte nach dem Kontakt zum Jahn. Vor zwei Jahren gab es ihn mit Franz Gerber. Aber sein Schwiegersohn in spe war Gesprächsthema als Trainer. Ich habe Gerber Spieler angeboten, die dem SSV nichts gekostet hätten. Ein österreichischer Energy Getränkehersteller hätte alles gezahlt. Der Kontakt brach ab. Kronauer von den Regensburger Baseball Legionären interessierte seine Einschätzung zu den Werksklubs. „Bayerns Erfolge brachten Geld. Die Werke hatten es. Die Neidkultur der anderen stieg. Für den BVB, der praktisch pleite war, war Jürgen Klopp der Glücksgriff. Das Klopp bald Bayerntrainer wird glaubt er nicht. „Pep hat noch ein Jahr Vertrag, und will verlängern“.

Beim Jubiläum wurden auch die Gründungsmitglieder ausgezeichnet: Christian Beer, Manuela Diermeier, Richard Diermeier, Matthias Huber, Albert Stans und Mario Brünsteiner.

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