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Regensburg

Aus der Luft gegen Waldbrände

Die Waldbrandgefahr rund um Regensburg steigt. Vom Flugzeug aus wollen Luftbeobachter Brände früh erkennen.
Von Jan-Lennart Loeffler

  • Unter Beobachtung: die ausgedehnten Waldgebiete entlang der Naab. Foto: Loeffler
  • Im Cockpit der kleinen Piper PA28 geht es eng zu. Foto: Loeffler
  • Eine letzte Runde über die Stadt. Foto: Loeffler
  • Die Startvorbereitungen Foto: Loeffler

Regensburg.Nicht nur Menschen und Tiere leiden unter der Hitzewelle. Auch der Wald steht bei diesen langanhaltend hohen Temperaturen unter Stress. Die Gefahr von Waldbränden ist hoch. Für die Region rund um Regensburg gilt zurzeit die Warnstufe Rot: die zweithöchste Gefahrenstufe im Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdiensts (DWD). Das ist die Zeit der Waldbrandbeobachtungsflüge. Vom Flugzeug aus sollen Luftbeobachter Brandherde in Waldgebieten frühzeitig erkennen und Einsatzkräfte alarmieren.

„Zurzeit fliegen wir zweimal täglich“, sagt Richard Müller von der Motorfluggruppe Regensburg. „Wir fliegen am frühen Nachmittag und am frühen Abend. Zu dieser Zeit ist das Waldbrandrisiko am höchsten.“ Müller ist stellvertretender Flugbereitschaftsleiter für die Oberpfalz und koordiniert die Flüge vom Flugplatz Oberhub bei Regenstauf. „Alle Piloten fliegen ehrenamtlich,“ betont Müller. Die Entscheidung, ob, wo und wann geflogen wird, fällt die Regierung der Oberpfalz auf Grundlage der Wetterlage und der aktuellen Waldbrandgefahr im Einvernehmen mit der Außenstelle Pielenhofen des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

So sieht es in dem Flugzeug aus: Auf dem 360-Grad-Bild können Sie sich umsehen. Klicken Sie einfach in das Bild, um zu starten, und nutzen Sie dann ihre Maus (oder ihren Finger, wenn Sie ein mobiles Endgerät nutzen), um sich im Bild zu bewegen.

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Hohes Risiko in Nadelwäldern

Eine Stunde dauern jeweils die Flüge zur Waldbrandbeobachtung. Geflogen wird von Oberhub aus mit kleinen Propellermaschinen in einer Geschwindigkeit von 180 bis 200 Stundenkilometern. Die Flughöhe beträgt rund 600 Meter über dem Boden. Das ist die optimale Höhe zur Beobachtung von möglicher Rauchentwicklung und tiefer geht es meist nicht wegen der vielen hohen Windräder.

Sehen Sie hier ein Video vom Flug der Waldbrandbeobachter.

Regensburg, 31.07.2018: Waldbrandbeobachtungsflüge

Unter Beobachtung stehen vor allem die ausgedehnten Waldgebiete westlich von Regensburg. „Die Nadelwälder sind sehr gefährdet“, erklärt Förster Jan Kraft, der bei diesem Flug am Mittwochabend als Luftbeobachter mitfliegt. „Insbesondere die Kiefernwälder.“ Diese Wälder sind vergleichsweise licht, so dass viel Sonne eindringen kann. Er hat selbst viele Kiefernbestände in seinem Forstrevier bei Painten, das auch auf der Flugroute an diesem Tag liegt. Er ist über die großen Bestände aus Fichten oder Kiefern, die das Waldbild in der Region vielerorts prägen nicht besonders glücklich. „Je mehr naturnahe Waldwirtschaft betrieben wird, zum Beispiel in Mischwäldern – statt reinen Beständen mit Nadelbäumen – wird auch die Waldbrandgefahr zurückgehen.“

Der Förster und der Flieger: Jan Kraft und Thomas Klimt (v.l.) Foto: Loeffler
Der Förster und der Flieger: Jan Kraft und Thomas Klimt (v.l.) Foto: Loeffler

Die Luftbeobachter auf den Flügen ab Oberhub kommen entweder von der Feuerwehr, vom Katastrophenschutz oder aus der Forstverwaltung. Für Kraft war es erst der zweite Flug als Beobachter. Er hat zuvor einen einwöchigen Lehrgang an der staatlichen Feuerwehrschule Würzburg absolviert. „Wenn wir ein Feuer beobachten, dann melden wir das der Integrierten Leitstelle“, erklärt Kraft. „Wir kreisen dann über dem Brand und lotsen die Feuerwehr zum Einsatzort.“ Ohne die Augen aus der Luft wäre es für die Feuerwehr schwierig, den Brandherd schnell zu finden.

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Bei diesem Flug haben Kraft und sein Pilot Thomas Klimt keine Waldbrände entdeckt. Pilot Klimt hat bei seinen Einsätzen in den vergangenen Jahren schon zwei Waldbrände gesehen. Er ist einer der fünf ehrenamtlichen Piloten der Motorfluggruppe Regensburg, die von Oberhub aus zu den Beobachtungsflügen starten. Die Häufigkeit der Einsätze ist sehr unterschiedlich. „In manchen Jahren sind wir nur fünf mal geflogen“, erzählt Müller. „Dieses Jahr haben wir schon 17 Flüge absolviert.“

Auch im Frühjahr droht Gefahr

Die Sommermonate Juli und August sind nicht die einzige Zeit, in der Gefahr besteht. „Auch im Frühjahr haben wir eine hohe Waldbrandgefahr“, erklärt Kraft. „Dann befinden sich viel Laub und abgestorbenes Gras auf dem Waldboden.“ Um einen Waldbrand auszulösen, braucht es bei starker Trockenheit nicht viel. Eine Zündquelle, wie etwa eine achtlos weggeworfene Zigarette reicht bereits aus. Deswegen herrscht auch vom 1. März bis zum 31. Oktober Rauchverbot im Wald. Grill- und Lagerfeuer sind verboten. Heißgelaufenen Motoren oder Funkenflug können ebenfalls Ursachen sein. In seltenen Fällen auch Blitzschläge.

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