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Politik

Baulandpreise in Hemau steigen moderat

Auch in Hemau müssen Grundstückskäufer tiefer in die Tasche greifen. Das alte Edeka-Gelände war ebenfalls Thema im Stadtrat.
Von David Santl

Auf der großen Fläche hinter der evangelischen Friedenskirche werden bald neue Häuser entstehen. Foto: David Santl
Auf der großen Fläche hinter der evangelischen Friedenskirche werden bald neue Häuser entstehen. Foto: David Santl

Hemau.Wer sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen will, kennt das Problem: Die Grundstückspreise werden immer höher. Während sie in bayerischen Großstädten kaum noch zu bezahlen sind, sieht es auf dem Land oft noch besser aus.

Doch auch in Hemau müssen künftige Bauherren nun höhere Preise hinnehmen. Am Dienstagabend beschloss der Stadtrat die Preise für das neue Baugebiet Nordwest IV hinter der evangelischen Kirche. Wie wichtig dieses Thema den Bürgern ist, zeigte sich vor allem an den gut besetzten Zuschauerreihen. Aufgrund der unterschiedlichen Bebaubarkeit der Grundstücke wurde eine Abstufung der Verkaufspreise festgelegt. Je nach Lage bewegen sich diese zwischen 115,38 Euro und 145,76 Euro pro Quadratmeter.

Nach Nutzungsgrad gestaffelt

Damit steigen die Preise nicht ganz so stark, wie einige Hemauer zuvor wohl befürchtet haben. Im Vergleich zum Baugebiet „Jurablick“ in Hohenschambach, dessen Preise im Februar 2017 festgelegt wurden, ist es aber dennoch eine deutliche Erhöhung um rund 30 bzw. 60 Euro pro Quadratmeter.

Der Hemauer Stadtrat fällte die Beschlüsse zum neuen Baugebiet Nordwest IV am Dienstagabend einstimmig. Foto: David Santl
Der Hemauer Stadtrat fällte die Beschlüsse zum neuen Baugebiet Nordwest IV am Dienstagabend einstimmig. Foto: David Santl

Im Baugebiet Nordwest IV müssen Bauherren zusätzlich 3000 Euro für den Anschlussschacht an die städtische Kanalisation und weitere 1332,80 Euro für den Gasanschluss entrichten. Zudem gibt es in Hemau auch eine Bauverpflichtung von drei Jahren. Innerhalb dieser Frist muss also im neuen Baugebiet, gerechnet ab dem Tag der Beurkundung, ein Wohnhaus gebaut sein. Sollte das nicht der Fall sein, hat die Stadt Hemau ein Rückkaufsrecht. Für die Rückabwicklung wird dann eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 1000 Euro fällig.

Im Wesentlichen teilt sich das neue Baugebiet nach dem Nutzungsgrad auf. Es gibt Bereiche, in denen zweigeschossig gebaut wird und andere, die für dreigeschossige Reihen- und Mietshäuser gedacht sind. Dort ist der Grundstückspreis entsprechend teuerer.

Das sorgte bei Stadträtin Marianne Mayer (SPD) für leichte Bedenken: „Wenn die Preise schon jetzt so hoch sind, bekommen das die Mieter vielleicht von Anfang an zu spüren“, meinte sie. Bürgermeister Hans Pollinger entgegnete aber, dass derjenige, der durch die Miete mehr einnimmt, auch mehr bezahlen solle. Am Ende wurden die Preise einstimmig vom Gremium beschlossen.

Einwände wurden ausgeräumt

Es gab aber auch ein weiteres Thema, das vielen Bürgern auf den Nägeln brannte: die geplante Wohnanlage auf dem ehemaligen Edeka-Gelände in der Kelheimer Straße. Dort gab es einen gesammelten schriftlichen Einwand von Anwohnern, den auch viele Sitzungs-Zuhörer unterzeichnet hatten.

Aus der Stadtratssitzung

  • Friedhöfe:

    Ab 2020 kostet ein Einzelgrab jährlich 27 Euro, ein Doppelgrab 54 Euro. Ein Urnengrab kostet 22 Euro, eine Urnennische 80 Euro. Für ein Baumgrab werden 70 Euro fällig. Die Baukostenanteile liegen bei einem Einzelgrab bei 50 Euro, bei einem Doppelgrab bei 100 Euro.

  • Auflösung:

    Die Kosten für die Abräumung eines Einzelgrabes liegen bei 180 Euro, bei einem Doppelgrab bei 285 Euro, und bei einem Urnengrab bei 125 Euro. Die Auflösung von Urnennische oder Baumgrab kostet jeweils 60 Euro.
    Die Mitgliederförderung für Vereine wird bei Erwachsenen verdoppelt. Ohne Dachverband erhalten die Vereine nun einen Euro und mit Dachverband zwei Euro je Mitglied. Vereine mit Dachverband bekommen für Jugendliche nun acht Euro und Vereine ohne Dachverband vier Euro.

  • Sanierungen:

    Bei Vereinen kann nun auch die Gebäudesanierung bezuschusst werden. Der Stundensatz für Eigenleistung wird auf acht Euro erhöht. Der Zuschuss an die Stadtkapelle zur Ausbildungsförderung wird auf 200 Euro erhöht. (lds)

Im Wesentlichen wurden Bedenken wegen der Kanalisation, der Verkehrsbelastung und der Parksituation geäußert. Hier soll aber eine Tiefgarage Abhilfe schaffen, sodass für die Anwohner keine Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Schließlich konnten alle Befürchtungen ausgeräumt und der Antrag einstimmig genehmigt werden. „Nach der Baumaßnahme wird es dort weniger versiegelte Flächen als vorher geben. Ich denke, das wird ein schöner Stadtteil, in dem es sich gut wohnen lässt“, freute sich Bürgermeister Hans Pollinger – und sprach seiner Bauverwaltung und deren Aufgabenbereichsleiterin Corinna Liebl ein großes Kompliment aus: „Wir gehen über die Bedenken der Anwohner nicht oberflächlich drüber. Hier wurde sachlich fundiert und rechtlich sicher gearbeitet“, lobte er. Zwei Anträge auf das kommunale Förderprogramm wurden in der Sitzung ebenfalls behandelt. So wird die Sanierung des Hauses „Unterer Stadtplatz 2“ mit maximal 11000 Euro gefördert. Auch der Antrag für das Anwesen „Klopferlweg 1“ wurde bewilligt. Dieses bekommt eine Förderung von 10 000 Euro.

Am Ende der Sitzung teilte Pollinger noch mit, dass die Stadt Hemau als eine der ersten Gemeinden in ganz Bayern das Siegel für kommunale IT-Sicherheit erhalten hat. „Der Sicherheit im Informationsbereich messen wir große Bedeutung bei“, erklärte er.

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