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Versorgung

Beratzhausen bekommt Rewe-Markt

Jetzt ist es offiziell: Bei der Skateranlage soll ein Supermarkt entstehen. Der Kaufvertrag ist bereits unterschrieben.
von Ingrid Kroboth

Bürgermeister Konrad Meier (links) und Wirtschaftsreferent Ludwig Scheuerer freuen sich über die gelungenen Verhandlungen. Fotos: Kroboth
Bürgermeister Konrad Meier (links) und Wirtschaftsreferent Ludwig Scheuerer freuen sich über die gelungenen Verhandlungen. Fotos: Kroboth

Beratzhausen.Ein im Bürgermeisterzimmer lange Zeit behütetes Geheimnis ist nun offiziell gelüftet: In Beratzhausen soll ein Rewe-Verbrauchermarkt gebaut werden – der größte zwischen Regensburg und Neumarkt mit einer Verkaufsfläche von 1800 Quadratmetern. Die Investorengruppe KIST hat dafür nun auch den passenden Standort gefunden: auf der grünen Wiese zwischen Skateranlage und Schwimmbad.

Der Kaufvertrag für das gemeindeeigene Grundstück ist bereits unterschrieben, und vom Marktrat – vergangene Woche in nichtöffentlicher Sitzung – mehrheitlich genehmigt. Auch die angrenzenden Privatflächen sind angeblich gesichert.

„Sache nicht zerreden lassen“

Im Gespräch mit der MZ bestätigten Bürgermeister Konrad Meier, Wirtschaftsreferent Ludwig Scheuerer und Bauamtsleiter Dieter Kuberski diese Neuigkeit, die mittlerweile schon vereinzelt die Spatzen von den Dächern gepfiffen haben. Aber das Bürgermeister-Duo wollte sich „die Sache nicht zerreden lassen, solange der Hut nicht passt“, deshalb die Geheimniskrämerei. Selbst die Markträte hätten sich über die plötzliche Wende im Bemühen um eine Lebensmittel-Vollversorgung in Beratzhausen gewundert. Doch jetzt sei von allen Seiten eine gewisse „Aufbruchsstimmung“ erkennbar, so Meier. Immerhin ist Beratzhausen auf dem besten Weg, einen gut erreichbaren Vollsortimenter zu bekommen, in dem man gerne einkauft.

Hier soll der Rewe-Markt entstehen. Fotos: Kroboth
Hier soll der Rewe-Markt entstehen. Fotos: Kroboth

Hinter der KIST Projekt GmbH stecken der Regensburger Architekt Gerhard Stierstorfer mit seiner Investorengruppe Biber-Holding und die Unternehmensgruppe Udo Kiermeier aus Straubing, die auf ihrer Web-Seite versichert: „Fachmärkte sind unsere Leidenschaft“. Schon seit vier Jahren sind die Investoren mit der Marktgemeinde im Gespräch. Sie hatten auch schon das Baywa-Gelände ins Auge gefasst, das aber wegen der vorhandenen Altlasten dort für Lebensmittelmärkte und Wohnbebauung nicht in Frage kommt, so Scheuerer.

Das Wiendlgelände sei zu klein, die Rechtslage „verworren“ und das Industriegebiet zu abgelegen. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort hatten die Investoren das verkehrstechnisch und infrastrukturell gut geeignete Gelände zwischen den Staatsstraßen nach Laaber und Hemau entdeckt. Vor knapp einem Jahr sprachen sie Beratzhausens 3. Bürgermeister und Wirtschaftsreferenten Ludwig Scheuerer drauf an und der klärte das Vorhaben im Außenbereich gleich mit der Landesplanungsstelle bei der Regierung der Oberpfalz ab. Die Aussichten auf Genehmigung stünden demnach gut.

Entsprechend fortgeschritten sind nun auch schon die Pläne hinsichtlich Platzierung des geplanten Rewe-Marktes mit einer Gesamtfläche von 2200 Quadratmetern. Darin eingerechnet sind Lagerflächen und eine Bäckerei, eventuell samt Cafébetrieb – „mit Blick ins Labertal“, sehen sich die Bürgermeister schon bei Kaffee und Kuchen sitzen.

Trotz des gewaltigen Bauumfangs soll sich der Beratzhausener Rewe in die Landschaft einfügen, beschreibt Bauamtsleiter Dieter Kuberski das zwischen den Straßen eingebettete Areal. Von den insgesamt 12 000 Quadratmetern dort würden für Rewe rund 8300 Quadratmeter überbaut und großzügig eingegrünt. Das Gebäude sei deshalb möglichst nah unterhalb des Schwimmbads platziert, die gut hundert Parkplätze vorgelagert in Richtung Skateranlage.

Wie geht es weiter?

  • Kaufvertrag:

    Der Kaufvertrag ist von den Markträten eingehend geprüft und genehmigt worden. Mittlerweile ist er vom Investor und vom Bürgermeister unterschrieben.

  • Verfahren:

    Bereits im September könnte der Marktrat den Aufstellungsbeschluss fassen. Danach müssen Bebauungsplan und Ausführungsplanung ins Bauleitverfahren. Die Investoren wollen im Frühjahr 2019 mit dem Bau beginnen, so dass der REWE-Einkaufsmarkt im Herbst Eröffnung feiern könnte. (lik)

Das Freizeitareal soll in seinem jetzigen Umfang erhalten bleiben, versprechen die Bürgermeister. Geradezu „versteckt“ würde der neue Lebensmittel-Vollsortimenter das Labertal optisch nicht beeinträchtigen. Für Autofahrer müsste eine Linksabbiegespur von der Staatsstraße her angelegt werden. Fußgänger und Radfahrer könnten die bestehende Strecke zum Schwimmbad vorbei am Volksfestplatz durch den Badtunnel benutzen. Der Nutzungsvertrag zwischen KIST und Rewe sei bereits 2017 geschlossen worden, wusste Scheuerer – „zum Glück“. Denn es sei fraglich, ob Rewe heute auch noch unterschreiben würde. So aber stünden die Aussichten ausgesprochen gut.

Anlehnung an Markthalle

Das Gebäude soll laut Investorengruppe in landschaftsgebundener Bauweise mit viel Holz, großen Glasflächen und freizügiger lichter Höhe errichtet werden: „In Anlehnung an traditionelle Markthallen.“ Die Markträte hatten bei den Vorgesprächen auf Barrierefreiheit geachtet – und der Investor zeigte sich „sehr kompromissbereit“, berichten Meier und Scheuerer von den Vorverhandlungen im Gremium.

Das Unternehmen indes legt größten Wert auf Nachhaltigkeit. Entsprechend nutzt Rewe zu hundert Prozent zertifizierten Grünstrom aus erneuerbaren Energiequellen. Die Abwärme der Kälteanlagen werde zur Raumheizung genutzt und das Licht im Verkaufsraum komme überwiegend durch die Glasflächen, kombiniert mit stromsparenden Beleuchtungsanlagen. Die Wandverkleidung könne in regionaltypischen Materialien gestaltet werden. Zum umweltverträglichen Gesamtkonzept gehöre auch die Ausstattung mit Photovoltaik- und Geothermie-Anlagen. Und zur Fußbodenreinigung werde Regenwasser genutzt.

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