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Bühne

Berlinger inszeniert Theater im Schloss

„Der Brandner Kasperl in der Hölle“ spielt in Hohengebraching. Doch in Pentling hält sich die Unterstützung in Grenzen.
VON DANIEL STEFFEN, MZ

Schlossbesitzer Hermann Zitzelsberger (Mitte) zeigt seinen Gästen die Schauplätze des Theatergeschehens im Schloss, darunter die Gemeinderäte Wilhelm Haubner (links) und Erwin Skorianz (rechts).
Schlossbesitzer Hermann Zitzelsberger (Mitte) zeigt seinen Gästen die Schauplätze des Theatergeschehens im Schloss, darunter die Gemeinderäte Wilhelm Haubner (links) und Erwin Skorianz (rechts). Foto: Steffen

Hohengebraching.Der Gegenwind ist stärker, als sie sich das vorgestellt haben: Bemüht, in historischer Kulisse ein kulturelles Ausrufezeichen zu setzen, kann der Verein „KULTURvorORT“ in Hohengebraching wohl nicht auf die Unterstützung der Gemeinde Pentling zählen. Konkret geht es um die Inszenierung des Stücks „Der Brandner Kasper in der Hölle“, das aus der Feder von Joseph Berlinger stammt. Für die Uraufführung am 26. Juni läuft die Planung auf Hochtouren, sowohl der Landkreis und die Sparkasse Regensburg als auch die Regensburger Kulturstiftung der Rewag unterstützen das Projekt mit großzügigen Summen. Der Pentlinger Gemeinderat indes lehnte jetzt einen Zuschuss ab.

Nur drei von 20 Gemeinderäten wollten sich zuvor auf Einladung des Kulturvereins und von Hausherr Hermann Zitzelsberger am Ort des Geschehens über das Projekt informieren. 3. Bürgermeister Wilhelm Haubner (Grüne), Erwin Skorianz (CSU) und Professor Dr. Hans Weigert (SPD) waren dazu in das Schloss gekommen, wo ihnen der Hausherr auch einen Einblick in die historischen Keller des Schlosses gewährte. Im Wesentlichen wird sich der zweite Teil der Inszenierung dort abspielen – das Gewölbe symbolisiert die Hölle.

Denn jenen Brandner Kasper, den Hauptakteur des Stücks, langweilt es vor lauter harmonischer Glückseligkeit im Himmel. „Die himmlischen Obrigkeiten verzeihen ihm jegliche Ordnungswidrigkeit. Selbst als er der Mutter Gottes an den Hintern greift, droht ihm keine Vertreibung aus dem Paradies“, erzählt der Autor vom Geschehen in seinem Stück. Also beschließt der Kasper, die Himmelswelt, die auf dem Außengelände rund um das Schloss vorzufinden ist, auf eigene Faust zu verlassen.

In der Hölle war der Brandner Kasper schließlich noch nie – und auf diese Weise verleiht Joseph Berlinger der populären Geschichte eine völlig neue Richtung. Da die Projekt-Initiatoren mit bis zu 200 Besuchern rechnen und der Raum in den historischen Gewölbekellern beengt ist, sollen die Passagen in der „Hölle“ wiederholt gespielt werden. Quasi als Zaungast soll der Zuschauer die Möglichkeit bekommen, seinen persönlichen Blick in die Hölle zu werfen, erklärt Berlinger.

Auch für die Außenkulisse haben sich die Initiatoren so einiges ausgedacht. So schwebt Joseph Berlinger vor, im Freigelände eine halbrunde Zuschauer-Arena zu bauen, die eine Blickbeziehung zum See ermöglicht. Die zweite Spielszene bezieht den historischen Lindengarten mit in die Handlung ein. Unklar ist noch, ob für die Dauer der Vorführung eine Sperrung der Schloßstraße umsetzbar ist.

Bei der Rollenbesetzung bauen die Initiatoren auf eine Zusammenarbeit von Stadt und Land. So rekrutieren sich die zehn Hauptdarsteller aus den Städten Regensburg und München, die rund drei Dutzend Nebenrollen sollen mit Laienschauspielern aus dem Landkreis besetzt werden. Lokale Theatergrößen wie Eva Sixt, Martin Hofer und Werner Rösch sind mit im Boot.

Projekt-Managerin Daniela Bittl-Meinelt hofft, dass das Projekt trotz des anhaltenden Konflikts in Hohengebraching weiter Fahrtwind aufnimmt und lokale Unterstützung erfährt. „Ich möchte die Gemeinde Pentling mit solchen hochkarätigen Veranstaltungen in diesen wunderbaren Räumlichkeiten vorwärts bringen und sie zum Kleinod in Sachen Kultur werden lassen“, betont sie.

Die vorläufigen Spieltermine

  • Uraufführung

    Uraufführung des Stücks „Der Brandner Kasper in der Hölle“ von Joseph Berlinger ist am 26. Juni.

  • Weitere Aufführungen

    Weitere Aufführungen sind vorläufig an folgenden Terminen geplant: 27. und 28. Juni sowie am 3., 4. und 5 Juli. Auch an den Wochenenden vom 10. bis 12. Juli sowie vom 17. bis 19. Juli sind täglich Aufführungen geplant. (mds)

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