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Besitzer räumt altes Anwesen vom Schrott frei

Jahrelang diente das alte Wirtshaus als Schrottplatz. Was nach den Aufräumarbeiten daraus wird, ist noch offen.
Josef Eder

Die Räumarbeiten beim ehemaligen Schrottplatz Foto: Josef Eder
Die Räumarbeiten beim ehemaligen Schrottplatz Foto: Josef Eder

Pentling.Aus einem Schandfleck wurde ein Hingucker: Auf dem Anwesen am unteren Ende des Dorfes, gegenüber der Werkstatt von Heinz Liedl und dem Abschleppunternehmer Robert Lange, waren über Jahrzehnte mehrere Schrotthändler als Pächter ansässig. Das große Gelände mit dem noch aus Bruchsteinen gemauerten Haus war einst ein gut gehende Schankwirtschaft der Bad Abbacher Brauerei Josef Zirngibl.

Der Junior, Luis Gerl, räumte jetzt auf. Die alten Fahrzeuge hat noch der letzte Mieter entfernt. Nach den Aufräumarbeiten im Außenbereich kam das Haus und am Ende der Dachboden dran. Mehr als 400 Kubikmeter Schrott und Schutt wurden abgefahren. Reifen jeglicher Große, Fernseher und sonstiger elektronischer Krempel war eingelagert.

Am Ende fuhr Luis Gerl mit Planierraupe, Radlader und Muldenkipper herbei. Vor der Vegetationsphase wurden am Hang und im angrenzenden Garten sukzessive Bäume und Sträucher entfernt. Eine wunderschöne Bruchsteinmauer kam als Hangsicherung wieder zum Vorschein. Am großen Platz hat die uralte Kastanie jetzt wieder mehr Lebensraum. Ein weiterer alter Baum nahe der Halle des ehemaligen Bauunternehmens Anton Bauer blieb ebenfalls erhalten. Als nächstes will Gerl die Schachtabdeckung eines Regenüberlaufkanals erneuern.

Die Graßlfinger haben lange spekuliert, was mit dem Grundstück geschieht. Im Gespräch waren auch Mehrfamilienhäuser oder, dass es wieder ein Gewerbegrundstück wird. „Nichts von alldem“, sagt Gerl. „Ich konnte es nicht ansehen und so wurde nur aufgeräumt. Ich will mich nicht festlegen, was passiert. Aber hier kann ich große Maschinen abstellen.“

Des Weiteren bestehe auf dem Grundstück noch Schankrecht. Gemeinderat Sepp Eder habe ihm den Vorschlag gemacht, eine kleine Dorfwirtschaft aufzumachen. „Das rechnet sich nicht. Aber Abwarten, vielleicht gibt es noch die zündende Idee“, sagt Gerl. Jetzt darf erst einmal die Feuerwehr bei ihrem 150-jährigen Gründungsfest vom 9. bis 12. Juli 2021 den Platz und das anliegende Wiesenstück als Parkfläche nutzen.

Das Anwesen hat eine lange Geschichte: Vor einhundert Jahren, im Jahre 1922, wurde hier die Schützengesellschaft Eichenlaub gegründet. Die Gaststätte von Josef Mölzl wurde im Zweiten Weltkrieg zu einem Lebensmittellager umfunktioniert. Ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug sah dort 1945 eine Menschenansammlung und beschoss das Anwesen daraufhin mit Phosphorgranaten. Es brannte vollständig nieder. Nach dem Wiederaufbau geriet im Winter 1970 erneut der Dachboden in Brand. Die Löscharbeiten waren schwierig: Der Wassertank des Löschfahrzeuges war leer, denn das Gerätehaus war nicht beheizt. Nach der Befüllung schritten die Löscharbeiten voran. Das Wirtshaus aber wurde nie wiedereröffnet. (lje)

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