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Literatur

Bettina Auer schrieb schon fünf Bücher

Die 21-jährige Metzgereiverkäuferin liebt die Welt der Fantasie und fand einen Verlag, der ihre Werke druckte. Die Eltern sind stolz auf sie.
von ines gall, mz

Bettina Auer hat schon vier Bücher geschrieben. Die 21-Jährige hat das Schreiben zum Hobby gemacht.Foto: Gall

Wörth.Täglich bedient sie die Kunden der Metzgerei Königsbauer an der Bayerwaldstraße. Ein Block und ein Stift liegen immer griffbereit. Denn wenn der 21-jährigen Bettina Auer eine Idee für den weiteren Verlauf ihrer selbstgeschriebenen Fantasiegeschichten in den Sinn kommt, notiert sie es sich sofort. Die ruhige, freundliche Wörtherin ist eine kreative Jungautorin und veröffentlicht im Oktober 2013 ihr fünftes Buch: „Der Wächter – Verrat“. Es handelt von einem Prinzen, der dem verhassten König als Pfand dienen muss. Seinem gestürzten Vater hat der junge Thronfolger geschworen, das Land zu retten. Doch bis heute ist ihm dies nicht gelungen. Da schlägt ihm die Tochter des mächtigen Königs einen mörderischen Pakt vor, der auch seine eigene Familie nicht verschont.

Mit Kurzgeschichten begann es

„Mit etwa zwölf Jahren habe ich meine Begeisterung für das Schreiben entdeckt“, schildert die zierliche Bettina. Begonnen hat sie mit dem Verfassen von Kurzgeschichten, welche eine Länge von etwa fünf bis 30 Seiten haben. Vier von diesen Werken wurden sogar veröffentlicht. Gelesen hat die 21-Jährige schon immer sehr gerne. Am besten gefällt ihr die Fantasyromanreihe „Die Zwerge“ von Markus Heitz. Auch von Tolkiens „Der Herr der Ringe“ und Paolinis „Eragon“ hat sich die junge Frau inspirieren lassen. Somit ist auch ihr Lieblingsgenre klar: Fantasy. Auch Thriller gefallen ihr. „Mit Liebesromanen hab ich aber nicht viel am Hut“, gesteht Auer. Für fiktive Geschichten wird sie hingegen immer eine sehr große Vorliebe haben. „Irgendwann habe ich herausgefunden, dass ich lieber lang und ausführlich schreibe“, erklärt die 21-Jährige.

Kurzgeschichten traten in den Hintergrund und Romane entstanden. Als Neuntklässlerin begann sie im Herbst 2006 mit ihrem 200-seitigen Debütroman „Liryá - Smaragd“, der erste Teil ihrer erfolgreichen vierteiligen Drachenmagierreihe. Darin geht es um ein 16-jähriges Mädchen namens Liryá, das durch einen Zufall von seinen magischen Kräften erfährt. Fortgesetzt wird die Fantasyreihe in drei weiteren Büchern: „Liryá – Férá“, „Moron – Zirkon“ und „Moron – Skairo“. Die Geschichte ähnelt scheinbar der „Eragon“-Tetralogie.

Die Autorin Bettina Auer nimmt dazu Stellung: „Anfangs findet man vielleicht Überschneidungen, weil da mein eigener Schreibstil noch nicht ganz ausgereift war. Doch spätestens ab dem zweiten Teil entwickelt sich die Geschichte in eine ganz andere Richtung.“ Auch habe die 21-Jährige zuerst selbst skeptisch gedacht, ihre Geschichte und ihr Stil orientieren sich zu nahe an der bekannten und sogar verfilmten Bücherreihe von Christopher Paolini. Doch die Leser ihrer Werke versichern, dass „Liryá“ und „Moron“ nichts mit „Eragon“ und den Drachenreitern zu tun haben.

Von einer Autorenfreundin erfuhr Bettina Auer damals vom AAVAA-Verlag in Berlin, bei dem man keine Vorauszahlung leisten muss. Die zu diesem Zeitpunkt 19-Jährige ließ den Entwurf von Freunden und Bekannten durchlesen und auf Rechtschreibfehler überprüfen. „Ich lese meine Bücher auch selbst wieder und wieder durch“, so die junge Verkäuferin.

„Ich weinte nach der Zusage“

Eine Freundin aus Leipzig zeichnete die Titelbilder für Bettinas Fantasyreihe. Auf dem ersten Buch ist ein Mädchen mit zerzaustem, braunem Haar und düsterem Hintergrund abgebildet. Ein Drache fliegt am Himmel empor. Ein mächtiger Drache mit weit aufgerissenem Maul ist auch auf dem Bild des zweiten Bandes zu sehen. Auf dem dritten und vierten Teil funkelt den Betrachter ein junger Bursche mit blauen Augen an.

Die Wörtherin schickte ihre Bücher hoffnungsvoll an den Verlag. „Als ich dann per E-Mail eine Zusage für meine Bewerbung bekam, habe ich erst einmal geweint“, sagt sie. Im Buchladen könne man die Romane aber nicht kaufen, teilt Bettina mit. Für je 11,95 Euro erhält man die vier Drachenbücher aber auf jeden Fall auf der Internetseite „amazon.de“.

Ungefähr ein bis eineinhalb Jahre benötigt die 21-Jährige für ein Buch. Täglich verbringt die Jungautorin etwa eineinhalb Stunden vor dem Computer, um ein bis zwei Seiten an ihrem aktuellen Buch zu schreiben. ´Nur ab und zu kommt es vor, dass sie während des Schreibens nicht mehr weiter weiß – da hilft dann auch stundenlanges Recherchieren und Überlegen nichts. „Die Ideen für meine Geschichten kommen mir sehr oft während der Arbeit in den Sinn“, beschreibt die Metzgereiverkäuferin. „Manchmal fällt mir auch mitten in der Nacht oder einfach ganz plötzlich etwas ein.“

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