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Test

Bier für das Tangrintel-Fest getestet

Das Bier für das Hemauer Volksfest hat die Geschmacksprobe bestanden. Gebraut wird es vom Brauhaus Riemhofer aus Riedenburg.
Von Ingrid Kroboth

Die Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden stießen mit der Familie Riemhofer auf das Volksfest 2019 an. Foto: Ingrid Kroboth
Die Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden stießen mit der Familie Riemhofer auf das Volksfest 2019 an. Foto: Ingrid Kroboth

Hemau.Wenn in einer Woche auf dem „Tangrintel Volksfest“ der erste Banzen Festbier angezapft wird, können sich die Gäste darauf verlassen: Das bernsteinfarbene Hopfengebräu schmeckt würzig, spritzig, ist süffig und bekömmlich.

Es kommt heuer wieder aus dem Riedenburger Brauhaus Riemhofer – „eigens für Hemau eingebraut nach Spezialrezept“, versicherte Friedrich Riemhofer, der am Mittwoch ins Gasthaus „Zur Post“ in Hohenschambach erste Kostproben vom Hemauer Festbier 2019 mitbrachte. Schließlich hatten sich dort die „Sachverständigen“ aus dem Stadtrat, der Stadtverwaltung und allen irgendwie am Volksfest beteiligten Einrichtungen zur Bierprobe versammelt.

Lederhose zum Bier-Test verwendet

Ein letztes Mal als amtierender Bürgermeister hieß Hans Pollinger die Festgemeinde im Gasthaus „Zur Post“ willkommen. Er hatte eine Quizrunde vorbereitet: Alles drehte sich um das erste Volksfest nach dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Ingrid Kroboth
Ein letztes Mal als amtierender Bürgermeister hieß Hans Pollinger die Festgemeinde im Gasthaus „Zur Post“ willkommen. Er hatte eine Quizrunde vorbereitet: Alles drehte sich um das erste Volksfest nach dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Ingrid Kroboth

Früher sei zu diesem Anlass die Lederhose das wichtigste Kleidungsstück gewesen, wusste der Bräu: Das Bier wurde auf eine Holzbank gekippt, die Tester setzten sich drauf, und wenn die Lederhose pappen blieb, hatte das Gebräu die richtige Konsistenz.

Heute verlassen die Tester sich dann doch lieber auf ihre Geschmacksnerven, und die reagierten eindeutig positiv auf den mit 13,4 Prozent Stammwürze angesetzten Hopfensud, der nun mit 5,5 Prozent Alkohol in den Krügen schäumt. Die Gerste dafür komme aus der Jura-Braugersten-Gemeinschaft, der Hopfen aus der Hallertau, nannte Riemhofer seine Rohstoffquellen.

Die ehemaligen Stadträte Hans Schmidmeister (l.) und Benedikt Lindner waren beim Ratespiel im Vorteil: „De warn ja damals scho dabei!“, stellten die jüngeren Biertester fest und wunderten sich nicht über das Wissen der zwei Senioren. Foto: Ingrid Kroboth
Die ehemaligen Stadträte Hans Schmidmeister (l.) und Benedikt Lindner waren beim Ratespiel im Vorteil: „De warn ja damals scho dabei!“, stellten die jüngeren Biertester fest und wunderten sich nicht über das Wissen der zwei Senioren. Foto: Ingrid Kroboth

Das Bier werde für fünf Tage Volksfest auf jeden Fall reichen – auch für den Freibierausschank am Sonntag, 1. September, um 14 Uhr auf dem Stadtplatz. Und selbst wer vom Volksfestbesuch Kopfweh haben sollte, kann laut Riemhofer sicher sein: „Da ist nie das Bier schuld, sondern immer der Kopf!“ Mit diesem Wissen ließen sich die Gäste als schmackhafte Grundlage für eine gewissenhafte Bierprobe den Schweinsbraten mit Reiberknödel aus der Posthalter-Küche schmecken.

Pollinger zum letzten Mal als Bürgermeister dabei

Gut gestärkt begrüßte Hans Pollinger ein letztes Mal als amtierender Bürgermeister die „Bierproben-Gesellschaft“. Diese habe fachkundig und kritisch getestet, versicherte er. Das Ergebnis sei eindeutig: „Guat, guat, guat …!“ Stark vertreten war diesmal die Geistlichkeit – allesamt Urlaubsvertreter aus Indien und Afrika. Entschuldigt hatte sich Altbürgermeister Hans Schuster, der sich Abendtermine mittlerweile spare, so Pollinger.

Ein Unfall war der Grund dafür, dass Geschäftsleiter Josef Wiesmüller fehlte, der mit seiner Lebensgefährtin auf der Heimreise aus dem Italienurlaub war und nun in einem italienischen Krankenhaus liege, so der Bürgermeister.

Aus der Festschrift zum Volksfest vom 20. bis 23. August 1949 hatte der Bürgermeister die Fragen „Jeder gegen Jeden“ formuliert. Das Büchlein lagert sonst wohlbehütet im Stadtarchiv. Interessant auch die vielen Werbeanzeigen der heimischen Wirtschaft. Foto: Ingrid Kroboth
Aus der Festschrift zum Volksfest vom 20. bis 23. August 1949 hatte der Bürgermeister die Fragen „Jeder gegen Jeden“ formuliert. Das Büchlein lagert sonst wohlbehütet im Stadtarchiv. Interessant auch die vielen Werbeanzeigen der heimischen Wirtschaft. Foto: Ingrid Kroboth

Für einige wohl überraschend kam Pollingers Erklärung, er feiere nicht allein seine letzte Bierprobe als Amtierender – auch für Franz Hofmeister sei es die letzte als Volksfestreferent. Der hatte auch schon seinen Nachfolger dabei: Stadtkassenverwalter Jonathan Gabler soll künftig das Volksfest organisieren und wird heuer noch von Hofmeister unterstützt.

Das Bierproben-Programm hatte diesmal Hans Pollinger vorbereitet und damit ein Quiz „Jeder gegen Jeden“. Für die richtige Antwort gab’s ein Bierzeichen. Dazu stellte er sieben Fragen zur Historie des Hemauer Volksfestes, das seit 1852 gefeiert wird, doch während der NS-Zeit ab 1936 eingestellt wurde.

Vor 70 Jahren erstes Volksfest nach dem Zweiten Weltkrieg

„Wann wurde danach erstmals wieder ein Volksfest gefeiert?“ Da kannten sich die ehemaligen Stadträte Hans Schmidmeister und Benedikt Lindner aus: Klar, 1949 war das – und damit exakt vor 70 Jahren. Lindner hatte dazu auch gleich eine Anekdote: Er habe damals Kegel aufgestellt und dabei mehr verdient als er beim Volksfest verbrauchen konnte.

Mit einem Sternenmarsch zum Standkonzert mit Freibierausschank auf dem Stadtplatz knüpfen die Organisatoren an das Volksfestprogramm vor 70 Jahren an, als noch jeden Tag ein Standkonzert und an drei Tagen auch ein Festzug zu erleben waren. Foto: Ingrid Kroboth
Mit einem Sternenmarsch zum Standkonzert mit Freibierausschank auf dem Stadtplatz knüpfen die Organisatoren an das Volksfestprogramm vor 70 Jahren an, als noch jeden Tag ein Standkonzert und an drei Tagen auch ein Festzug zu erleben waren. Foto: Ingrid Kroboth

Zweite Frage: Wie lange dauerte das Volksfest damals? Dritter Bürgermeister Robert Pollinger hatte richtig geraten: vier Tage. Für die musikalische Frage – „welche Märsche von damals sind jetzt zu hören?“ – war Frieder Roßkopf als Kapellmeister der Tangrindler Musikanten gefordert. „Und wie viele Wirtshäuser gab es 1949 in Hemau?“ Es waren elf!

Letzte Frage: Wieviele Festzüge konnten 1949 während des Volksfestes bewundert werden? Tja, drei Stück an vier Tagen: ein klassischer mit „langer Wurst“ und „großer Breze“, mit Erntekrone, guter Truhe und so weiter. Der zweite war ein Kinderfestzug mit Heideröslein. Und schließlich gab es noch den Bauernfestzug unter anderem mit Ackerpflug, Getreidemähen, Kammerwagen und Sitzweil. Interessant auch noch das Programm, das täglich mit dem Weckruf um fünf Uhr morgens begann.

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