MyMz
Anzeige

Fotografie

Bilder, die pures Glück ausstrahlen

Die Ausstellung von Jenny Klestil in Kallmünz zeigt Kinder mit Down-Syndrom. Schauspielerin Carina Kühne ist eine Betroffene.
Von Martina Neu

Jenny Klestil porträtiert die Familie Winzinger. Ihre Foto-Ausstellung „Glück kennt keine Grenzen“ zeigt in Kallmünz Porträts von Kindern mit Down-Syndrom. Foto: Neu
Jenny Klestil porträtiert die Familie Winzinger. Ihre Foto-Ausstellung „Glück kennt keine Grenzen“ zeigt in Kallmünz Porträts von Kindern mit Down-Syndrom. Foto: Neu

Kallmünz.Die Ausstellungsräume im alten Rathaus platzten bei der Vernissage des Kulturecks „Glück kennt keine Grenzen“ fast aus allen Nähten. Kinderlachen hörte man von allen Seiten und die Kleinen flitzten zwischen den Erwachsenen umher.

Es war schon ein sensibles Thema, das sich Daniel Karl und seine Gattin Andrea Fincke-Karl mit Kulturecks-Vorsitzender Dr. Eva Schropp ausgesucht hatten: „Glück kennt keine Behinderung“. Dies ist ein Projekt der Fotografin Jenny Klestil, die Kinder mit Down-Syndrom porträtiert. Auf den Bildern strahlen die kleinen Fotomodelle wie Stars und zaubern dem Betrachter ein Lächeln aufs Gesicht. Dr. Eva Schropp sagte, dass diese Ausstellung ein Zeichen dafür sein solle, dass unsere Gesellschaft die Inklusion schaffen will. Sie solle mithelfen, die Barrieren in den Köpfen der Menschen abzubauen.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Stefan Brandl & Co., die für Landrätin Tanja Schweiger extra einen Tusch spielten, bevor sie ans Rednerpult schritt. Dass sie das Thema berührte, merkte man ihrer Rede an. Sie sagte, dass diese Ausstellung eine großartige Aktion sei und man Eltern, die ein behindertes Kind haben, heutzutage sehr unterstützt werden können. Wir müssen es nur noch schaffen, dass alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben.

1100 Fotos in drei Jahren

Jenny Klestil erzählte von ihrem Projekt, das 2015 startete. Seitdem habe sie über 1100 Menschen mit einer Behinderung fotografiert. Hauptorganisator Daniel Karl dankte dem Kultureck für die Mithilfe bei der Organisation. Karl zitierte aus einem Schreiben von Bundespräsident Steinmeier, den seine Gattin zu diesem Projekt angeschrieben hatte: „Initiativen wie diese seien wichtig und tragen dazu bei, die gelebte Humanität in der Gesellschaft zu fördern. Dass Menschen mit Down-Syndrom ein selbstbestimmtes Leben in der Mitte unserer Gesellschaft führen, dafür setzt er sich mit allen Mitteln seines Amtes ein.“

Die Hauptrednerin des Abends Carina Kühne, Schauspielerin und Aktivistin für Inklusion, plauderte aus ihrem Leben. Sie kam viel zu früh auf die Welt und dann auch noch mit einem Chromosom mehr, erzählt sie. Ein Humangenetiker riet damals ihren Eltern: „Geben Sie ihr Kind in ein Heim, es wird ohnehin nicht schreiben, lesen, rechnen und vielleicht auch nicht laufen können.“

Sie entwickelte sich aber gut und machte einen guten Schulabschluss. Später habe sie ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben und an einem Schreibwettbewerb der Aktion Mensch teilgenommen – und gleich einen Preis bekommen.

Von der Homepage zum Film

Dann erhielt sie die Anfrage, ob sie nicht neben ihrer Homepage auch einen Blog schreiben möchte. Sie dachte: „Wen interessiert es schon, was eine junge Frau mit Down-Syndrom zu sagen hat – machte es aber trotzdem und war sehr erstaunt, wie viele Rückmeldungen sie bekam. Später wurde sie von der Regisseurin Christina Schiewe entdeckt, die mit ihr den Film „Be my Baby“ drehte. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet und Carina Kühne als beste Nachwuchsschauspielerin beim Filmfest in München nominiert. Sie spielte außerdem bei „In aller Freundschaft“ und „Die Bergretter“ mit. Langweilig wird es ihr nicht, denn sie tritt in Talkshows auf, hält Vorträge und vieles mehr.

Carine Kühne möchte zeigen, dass Menschen mit Trisomie 21 auch dazugehören und etwas leisten können. „Wenn wir gemeinsam leben und lernen, entstehen gar keine Barrieren in den Köpfen.“

Nach dem offiziellen Teil hatten die Familien die Möglichkeit ihre Kinder von Jenny Klestil fotografieren zu lassen.

Der Film „Be my Baby“ wird am 12. Juli um ca. 21 Uhr im Raitenbucher Schloss „Open Air“ in Kooperation mit dem ZDF gezeigt . Der Eintritt ist kostenlos. Die Ausstellung ist bis zum 22. Juli immer samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Nachrichten und Berichte aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht