MyMz
Anzeige

Blick ins Gedächtnis der Marktgemeinde

Das Archiv in Regenstauf öffnet am heutigen Sonntag seine Pforten. Für die Besucher gibt es auch Führungen.
Von Sieglinde Geipel

Georg Gahr ist Ortsheimat- und Archivpfleger in Regenstauf. Foto: Geipel
Georg Gahr ist Ortsheimat- und Archivpfleger in Regenstauf. Foto: Geipel

Regenstauf.Unter dem Motto „Kommunikation – von der Depesche zum Tweet“ hat der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) am heutigen Sonntag einen bundesweiten „Tag der Archive“ ausgerufen. Seit zehn Jahren beteiligt sich auch das Marktarchiv in Regenstauf.

Der Ortsheimat- und Archivpfleger Georg Gahr wird zusammen mit Maximilian Schwarz Führungen anbieten. Das analoge sowie das digitale Marktarchiv ist das Gedächtnis Regenstaufs und seiner Verwaltung. Es ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen der Markt- und Heimatgeschichte.

Das Magazin und sein Inhalt

Es verwahrt und sichert die Unterlagen der Marktverwaltung sowie nichtamtliches Schrift- und Sammlungsgut von bleibendem Wert über die Geschichte und Identität des Marktes. Aufbewahrt werden etwa Nachlässe, Vereinsarchive, Fotos, Grafiken, Karten und Zeitschriften. Am Sonntag haben Interessierte die Möglichkeit, gemeinsam mit den Archivaren einen Blick in die Arbeits- und Magazinräume des Archivs zu werfen.

Wie viele Medien gelagert sind, lasse sich kaum in Zahlen fassen, erklärt Gahr, es seien Tausende. Nach dem bayerischen Archivgesetz sind Behörden verpflichtet, archivwürdige Unterlagen – vor allem Akten, Urkunden, Karten sowie Bild-, Film- und Tonmaterial – zu erfassen und auf Dauer zu sichern. Dies sei nicht nur eine sehr interessante Aufgabe, sie sei auch sehr zeitintensiv, wie Georg Gahr, der diese Arbeiten als Ortsheimat- und Archivpfleger ehrenamtlich ausführt, berichtet. Neben Rechnungen, Haushaltszahlen und Bauplänen befinden sich viele interessante Schriftstücke, etwa ein altes Schulzeugnis von 1850 aus Heilinghausen oder Polizeiakten, die zeigen, dass in früheren Zeiten auch Banalitäten mit ein paar Tagen Arrest bei Wasser und Brot geahndet wurden.

Antrag auf Ansässigmachung

Heute ist es kaum vorstellbar, dass es eine Zeit gab, dass Personen, die sich in der Gemeinde ansiedeln wollten, einen Antrag auf „Ansässigmachung“ stellen mussten. Natürlich kann man auch Unterlagen über die eigene Familie, die Großeltern oder Urgroßeltern vorfinden. Jede Person, egal ob Gemeindebürger oder Auswärtiger, kann deshalb im Archiv nachfragen.

Allerdings sollte zuvor schriftlich, am besten per E-Mail mitgeteilt werden, was und warum man etwas sucht. So kann sich der Archivar darauf einstellen, das entsprechende Schriftstück vorbereiten und entsprechend Auskunft geben.

Nicht alle Unterlagen können eingesehen werden

Jedoch können nicht alle Unterlagen eingesehen werden. Dazu gehören sensible persönliche Daten und festgelegte Schutzfristen. Neben Schriftstücken zählt das Archiv weit über 10 000 Fotos und Dias, wovon in der Zwischenzeit rund 4500 digitalisiert wurden. Ein besonderes Schmankerl für die Besucher am Sonntag ist die Vorführung einiger Ausschnitte aus dem Film, der aus Anlass der 1000-Jahr-Feier im Jahr 1970 aufgenommen wurde.

Info-Box

  • Treffpunkt:

    Vom Eingang des Rathauses geht es in die Arbeits- und Büroräume der Archivare. Es gibt eine kleine Ausstellung mit historischen Aufnahmen aus dem Großraum Regenstauf. Ebenso können die Besucher das sonst nicht zugängliche Archiv mit den Rollregalen im Keller besichtigen.

Geschichte

Was den Postillon mit Tweets verbindet

Das Fürst Thurn und Taxis Archiv ist am Wochenende Zentrum des Tags der Archive. Auch das Telefon spielt eine Rolle.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht