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Investition

Boom im Sozialen Wohnungsbau

Die Förderprogramme zeigen Wirkung. Im Landkreis sind rund 300 begünstigte Wohnungen geplant oder schon im Bau.
Von Michael Jaumann

  • Bereits im April war der Spatenstich für diese 18 geförderten Wohnungen. Bauherr ist der Markt Lappersdorf. Foto: Jaumann
  • Vor allem im Umfeld der Stadt Regensburg, wie hier in der Stadt Neutraubling, werden Wohnungen gebaut. Foto: Jaumann

Regensburg.Jetzt geht was im geförderten Wohnungsbau: Nach langem Stillstand kommt zu dem Bestand von 843 Wohnungen im Landkreis – die meisten davon sind schon jahrzehntealt – wohl ein gutes Drittel hinzu. In elf Gemeinden planen nach Angaben von Landrätin Tanja Schweiger kommunale und private Bauherren öffentlich geförderte Wohnungen.

Unter den gemeindlichen Bauten sind 18 Wohnungen in Lappersdorf seit Monaten im Bau, und vergangene Woche bewegte in Regenstauf Bürgermeister Siegfried Böhringer die Schaufel zum symbolischen Spatenstich für 38 Wohnungen. In Deuerling soll es nach den Informationen von Bürgermeister Diethard Eichhammer im Frühjahr mit fünf bereits bewilligten Wohnungen in der Ortsmitte losgehen.

Schwierige Firmensuche

In Planung sind weitere sechs Wohnungen auf einem Gemeindegrundstück in der Anno-Santo-Siedlung in Obertraubling. Dort soll nächstes Jahr gebaut werden. Ebenfalls im Frühjahr soll der Startschuss für 26 Sozialwohnungen im Tegernheimer Südwesten fallen, berichtet Bürgermeister Max Kollmannsberger auf Anfrage der MZ. Die Ausschreibung ist für den Winter vorgesehen. Über die Winterzeit will auch die Gemeinde Wenzenbach ausschreiben, damit im Frühjahr der Baubeginn für Sozialwohnungen erfolgen kann. Nach Umplanungen aus Kostengründen sind in dem auf sieben Millionen Euro Baukosten geschätzten Projekt 25 Wohnungen vorgesehen. Und in Wolfsegg will die Gemeinde 2019 vier Wohnungen bauen. Einschränkend heißt es aus den Gemeinden dazu, es sei konjunkturell bedingt schwierig, Baufirmen zu finden.

„Es geht in die richtige Richtung.“

Landrätin Tanja Schweiger

In sechs Gemeinden sind zudem private Bauherren am Planen, um mit Hilfe der Staatlichen Wohnraumförderung weitere 164 Wohnungen zu errichten. 18 davon – in Schierling – sind nach den Angaben der Kreisverwaltung bereits bewilligt.

„Es geht in die richtige Richtung“, freut sich Landrätin Schweiger. Wohnen ist für sie ein Grundrecht, aber der Wohnungsbau sei keine Aufgabe von Landkreisen. Dafür seien Private, Gemeinden und der Staat zuständig. Auch in die Verwaltung von gemeindlichen Wohnungen, wie es wiederholt von Bürgermeistern gefordert wurde, will sich der Landkreis oder seine Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft nicht einmischen. „Es gibt genügend Private, die Wohnungen verwalten“, erklärt Schweiger dazu.

Die Landrätin sorgt sich indes um das schlechte Image, das der Soziale Wohnungsbau nach wie vor besitzt. Dabei reichen die Einkommensgrenzen, bis zu denen Mieter Wohnrecht im geförderten Wohnungsbau geltend machen können, bis weit in die Mittelschicht hinein. Für eine dreiköpfige Familie reichen die Höchstbeträge für das jährliche Einkommen von 39 571 Euro brutto in der höchsten Vorrangstufe bis zu 66 000 Euro in der Stufe III.

„Das Bewusstsein für den Mietwohnungsbau ist gewachsen“, findet die Landrätin und misst dem Landkreis in diesem Prozess eine aktive Rolle bei. Dienstbesprechungen der Bürgermeister und Geschäftsleiter und ein Wohnungsbausymposium im Landratsamt hätten zum Prozess der Bewusstseinsbildung beigetragen.

Die Genehmigung von Wohnungen und Gebäuden ist nach den Zahlen des Landkreises in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen: von 842 genehmigten Wohnungen im Jahr 2015 auf 1078 im Jahr 2016. Bei den Gebäuden stieg die genehmigte Anzahl von 554 auf 692. Im Jahr 2017 lagen die Genehmigungen dagegen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres.

Noch viele Einfamilienhäuser

Die Zahl der genehmigten Wohnungen pro Gebäude hat sich ebenfalls erhöht. In einem knappen Drittel der 2017 genehmigten Gebäude werden drei oder mehr Wohnungen untergebracht. Freilich stellen die Einfamilienhäuser nach wie vor die Mehrheit. In 52 Prozent der 2017 genehmigten Gebäude wird nur eine Wohnung verwirklicht.

Im unmittelbaren Umland, also in den Gemeinden mit Kontakt zur Stadtgrenze, werden prozentual mehr Wohneinheiten gebaut als im gesamten Landkreis. Knapp die Hälfte der 1057 im Jahr 2017 genehmigten Wohnungen bezieht sich auf die zehn Gemeinden mit direktem Kontakt zur Stadt Regensburg. 141 davon wurden allein in der Stadt Neutraubling genehmigt. „Ein sechsstöckiges Haus passt nicht überall hin. Aber es gibt Städte und Gemeinden, wo es hinpasst“, sagt die Landrätin zum städtebaulichen Aspekt dieser regen Bautätigkeit im Wohnungssektor.

Trotz dieser positiven Signale ist auf dem Wohnungsmarkt aber keine Entspannung in Sicht. Denn bis zum Jahr 2036 soll die Bevölkerung des Landkreises nach amtlichen Prognosen um 7,4 Prozent auf 204 700 Einwohner steigen. In Regensburg soll die Bevölkerung um 8,8 Prozent auf 161 700 Menschen anwachsen.

Eine MZ-Serie über Bauen und Wohnen im Landkreis finden sie hier

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