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Feuerwehr

Brandeinsatz in 50 Metern Höhe

Hoch über der Donau ging ein Autotransporter in Flammen auf. Nur Tankfahrzeuge standen zum Löschen zur Verfügung.
Von Michael Jaumann

Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der Autotransporter auf der Standspur der Brücke bereits lichterloh. Foto: Feuerwehr Sinzing
Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der Autotransporter auf der Standspur der Brücke bereits lichterloh. Foto: Feuerwehr Sinzing

Sinzing.Anderswo in Bayern kämpft die Feuerwehr gegen nassen Schnee. In Sinzing mussten sechs Feuerwehren am Freitagmorgen auf der Autobahnbrücke der A 3 hoch über der Donau dagegen nur mit Wasser aus Tanklöschfahrzeugen die Flammen eines brennenden Autotransporters bekämpfen. Eineinhalb Stunden lang dauerte es, bis die Einsatzleitung „Feuer aus“ meldete. Die Statik des Bauwerks ist durch den Brand nicht betroffen.

Gegen 7.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, dass mitten auf der Standspur der Autobahnbrücke Sinzing in Richtung Passau ein brennender Lastwagen stehe. Nur wenige Minuten später nahmen die Feuerwehren Sinzing und Pentling mit ihren Tanklöschfahrzeugen unter Atemschutz den Kampf gegen die qualmenden Flammen auf. Der Wind über der Donau hatte das Feuer auflodern lassen, der ungarische Transporter mit acht Autos auf der Ladefläche brannte inzwischen lichterloh.

Das Wasser mischte die Feuerwehr mit Schaum, um die Wirkung zu verstärken. Während Wasser kühlt, habe der Schaum erstickende Wirkung, erklärt der Sinzinger Kommandant Korbinian Hoibl. Die Feuerwehren aus Etterzhausen, Undorf, Nittendorf und Beratzhausen versorgten mit ihren Tanks die leerwerdenden Fahrzeuge ihrer Kollegen.

Mit Schaum und Wasser ging die Feuerwehr gegen den Brand vor. Foto: Feuerwehr Etterzhausen
Mit Schaum und Wasser ging die Feuerwehr gegen den Brand vor. Foto: Feuerwehr Etterzhausen

Rund 15 000 Liter Wasser standen auf der Brücke zum Löschen zur Verfügung. Etwa 12 000 Liter wurden nach Schätzung von Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer zur Brandbekämpfung benötigt. Der Rest, so Kommandant Hoibl dürfte wohl noch für die Säuberung der Straße nötig werden, sobald ein Kran den ausgebrannten Transporter beseitigt hat. Das Feuer dürfte durch einen brennenden Reifen des Transporters ausgelöst worden sein, vermutet der Kreisbrandrat.

Der Löschangriff habe lehrbuchmäßig funktioniert, lobte Scheuerer, auch wenn Einsätze auf Brücken nicht eigens in Übungen simuliert werden. Glück hatten die Feuerwehren, dass der Brand zu einem Zeitpunkt ausbrach, als noch viele Aktive zuhause waren. So kamen rasch rund 90 Einsatzkräfte zusammen, und die Atemschutzträger an vorderster Front konnten sich vorschriftsmäßig abwechseln. Auch die Rettungsgasse habe diesmal funktioniert, lobte Scheuerer. Verletzt wurde niemand.

Die Statik ist in Ordnung

Glimpflich ging der Brand offenbar auch für die Autobahnbrücke ab. Ein Statiker hat nach Angaben Scheuerers keine Gefahr für die Tragfähigkeit der Brücke erkennen können. Dazu trugen die Kälte der winterlichen Temperaturen und der Wind über dem Donautal bei. Dieser nahm die Hitze weg und verhinderte einen Hitzestau unter dem Brandherd. Inwieweit Geländer, Leitplanken und Asphaltschicht in Mitleidenschaft gezogen wurden, muss erst noch genauer geprüft werden.

Weithin waren die Flammen über der Donau zu sehen. Foto: Feuerwehr Etterzhausen
Weithin waren die Flammen über der Donau zu sehen. Foto: Feuerwehr Etterzhausen

Nachdem die Autobahnbrücke zunächst in beiden Richtungen gesperrt war, wurde die Sperrung in Richtung Nürnberg nach dem Ende des Brands wieder aufgehoben, später folgte die andere Richtung. Allerdings kam bis in den späten Vormittag hinein der Verkehr rund um Regensburg fast zum Erliegen. Die Verkehrspolizei und die umliegenden Inspektionen halfen zusammen, um den Verkehr aufrechtzuhalten. Autofahrer wurden über die Staatsstraße 2660 (früher B 8) umgeleitet. Bei Pfaffenstein aus- und auffahrende Autos und Lastwagen sorgten für eine Mehrbelastung der ohnehin stark frequentierten Pfaffensteiner Brücke und sorgten auf der A 93 für Stau.

Laster brennt auf der Brücke bei Sinzing

Auch die Fähre war im Einsatz

Autofahrer, die den Stau auf der A 3 umfahren wollten und Schleichwege über das Labertal nehmen wollten, sorgten für Stau an der gesperrten Anschlussstelle Sinzing. Nur geringe Erleichterung verschaffte die Donaufähre bei Kleinprüfening. Auch wenn die Gemeinde Sinzing auf ihrer Homepage meldete, dass die Fähre während der Sperrung der Brücke in Betrieb sei, dürften dies nur Einheimische zur Kenntnis genommen haben. Auch der Öffentliche Personennahverkehr bekam Probleme. Zwei Buslinien wurden mangels fahrbarer Alternativen während der Sperrung kompletteingestellt.

Der Brand wird sicher wieder die Diskussion über fehlende Alternativen zur Autobahnbrücke bei Sinzing anfachen. Den Vorgeschmack eines „Worst Case Szenarios“ habe die Region mit diesem Unglück erlebt, meldete sich der Sinzinger Franz Huber gestern gegenüber unserer Zeitung zu Wort. Dabei habe sich die Notwendigkeit eines weiteren Nahverkehrsübergangs gezeigt, so Huber. Das Brückenthema dürften die Sinzinger bei ihrem Neujahrsempfang am Wochenende den Politikern drängender denn je ans Herz legen.

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