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Gemeinde

Brennbergs Expertin für Senioren

Brennberg ist jetzt eine „aktive, generationenfreundliche Gemeinde“. Olga Wanninger ist als Projektbegleiterin dabei.
Von Resi Beiderbeck

Generationen-Kümmerin Olga Wanninger sammelt schon eifrig Material und Meinungen.  Fotos: Beiderbeck
Generationen-Kümmerin Olga Wanninger sammelt schon eifrig Material und Meinungen. Fotos: Beiderbeck

Brennberg.Um die kommunale Seniorenpolitik voranzubringen, suchte die Gemeinde eine Projektbegleitung. Die solle sich der Themen „Kommunale Altenhilfekonzepte“, „Betreuungsformen für ältere Menschen“ und „Neue Wohnformen im Alter“ annehmen, hieß es in der Ausschreibung. Olga Wanninger, pharmazeutisch kaufmännische Angestellte in der Donau-Apotheke in Wörth, wird ab 1. Oktober diese Aufgabe übernehmen und dazu fünf Wochenstunden zur Verfügung haben. Die 61-Jährige ist geradezu prädestiniert, hat sie doch als Gemeinderätin, als Jugendbeauftragte, als Oma, als Übungsleiterin der SSV-Sparte „Fit ab 50“ und in weiteren Konstellationen direkt mit dem Thema „Generationen“ zu tun.

Sportlich, flink und stets gut gelaunt, so kennt man die hilfsbereite Frau, die in Weismühle daheim ist. Wie anstrengend es ist, Beruf und Familie mit der Sorge um pflegebedürftige Angehörige unter einen Hut zu bringen und sich dabei selber nicht zu überfordern, das weiß sie aus eigener Erfahrung. „Wenn man einen Ehepartner oder ein Elternteil in einer Einrichtung untergebracht weiß und damit ein Stück Verantwortung abgibt, endet die Sorge um seine Lieben trotzdem nicht“, sagt Olga Wanninger.

Freundliches Miteinander der Generationen

  • Basteln:

    Das Miteinander der Generationen funktioniert bereits in vielen Bereichen, wie hier beim Nistkastenbauen des OGV.

  • Handwerk:

    Auch beim Erlernen traditioneller ländlicher Handwerkstechniken wie dem Sensendengeln harmonieren Alt und Jung.

  • Sport:

    Besonders gut funktioniert die Generationen übergreifende, bereichernde Gemeinschaft beim Sportverein in vielen Sparten.

Was es in der Praxis bedeutet, in einem Pflegeberuf tätig zu sein, hat sie ebenfalls selber erlebt, zunächst als Pflegehelferin, später als unterstützende Kraft für Demenzpatienten. „Gute Pflege ist ein wichtiger Bestandteil der Bedürfnisse von betagten Menschen. Faktoren wie Tagesstrukturierung und Alltagsgestaltung werden aber immer mehr zum Mittelpunkt“, sagt Olga Wanninger.

Positiv und humorvoll ist sie von Natur aus. Skifahren und Theaterspielen gehören zu ihren Hobbys. Jedes Jahr an Pfingsten holt sich die Generationen-Kümmerin neue Kraft bei der Fußwallfahrt nach Altötting.

Was braucht Brennberg?

In Pfatter entsteht gerade ein Senioren-Service-Haus. In Falkenstein betreibt die Röger GmbH eine Seniorentagesstätte und einen Pflegedienst. In Wiesent gibt es die Tagespflege „Oase“ des BRK, außerdem „Sandro’s Pflegeservice“, eine ambulant betreute WG mit Tagespflege. In Wörth bietet „Pro seniore“ betreutes Wohnen und Pflege. In Bernhardswald gibt es betreutes Wohnen im Wohnpark am Kamillenhof, außerdem das Alten- und Pflegeheim St. Bernhard. Betreutes Wohnen in Kombination mit einer Tagesstätte ist in Rettenbach möglich. Die Gemeinde Wald ist mit dem Senioren- und Gesundheitszentrum gut aufgestellt. Während die umliegenden Gemeinden also bereits eine große Auswahl bieten, gibt es in Brennberg noch nichts. „Noch nichts? – Stimmt nicht“, sagt Olga Wanninger und verweist auf die zahlreichen Angebote der Vereine und der Pfarrei. Spontan hat sie neulich beim Seniorentreff in der Holzofenkuchl vorbeigeschaut und 25 ältere Mitbürger erlebt, die gemütliche Stunden zusammen verbrachten. Kombiniert mit einem Mittagessen, das dank finanzieller Unterstützung der Firma IRS sehr günstig angeboten wird, findet der Treff jeden Monat statt und ist beliebt.

Spezielle Senioreneinrichtungen gibt es in der Gemeinde Brennberg freilich noch nicht. Gemeinderätin Helga Adlhoch hat deshalb wiederholt Befragungen durchgeführt, um zu erfahren, was die älteren Mitbürger umtreibt. 2011 hat sich daraus der Nachbarschaftshilfeverein gegründet.

Was treibt die Senioren um?

Er hat 87 Mitglieder, darunter 21 aktive Helfer. Sie leisteten im vergangenen Jahr bei 72 Einsätzen schnelle, diskrete und kostengünstige Hilfe. „Dadurch ermöglichen wir älteren Menschen, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben“, erklärt Koordinatorin Resi Kandlbinder. Und wenn das nicht mehr möglich ist? „Ich würde gerne in eine seniorengerechte Einrichtung mit betreutem Wohnen umziehen“, antworteten 28 Senioren bei der letzten Befragung im Jahr 2015. Aber welche? Seniorengarten oder betreutes Wohnen? Investor suchen oder in Eigenregie bauen? Was braucht Brennberg? Es gibt in diesem Bereich viele offene Fragen.

Mit der Bestandsaufnahme hat Olga Wanninger schon begonnen, obwohl ihr „Job“ erst ab Oktober läuft. Sie ist tief in das Thema eingetaucht und sammelt so viele Informationen wie möglich. Dabei kommt ihr zugute, dass sie sehr gut vernetzt ist. „Vielseitig interessiert“ wäre als Beschreibung ihres Naturells eine starke Untertreibung. „Immer in Bewegung bleiben – geistig und körperlich“, so lautet ihr Lebensmotto.

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