MyMz
Anzeige

Veranstaltung

Brückenfest: Nass werden – auch mit Spaß

Die Besucher erlebten in Deuerling einen verregneten Nachmittag. Aber es gab auch zwei laue Sommernächte mit viel Kultur.
Von Ingrid Kroboth

Ein nasses Vergnügen: das Sautrogrennen auf der Laber mit vier Teams, die das Ziel zum Teil schwimmend zurücklegten. Foto: Ingrid Kroboth
Ein nasses Vergnügen: das Sautrogrennen auf der Laber mit vier Teams, die das Ziel zum Teil schwimmend zurücklegten. Foto: Ingrid Kroboth

Deuerling.Es hatte so gut angefangen – am Freitag in Deuerling: Festtagsstimmung auf der Brücke und in der „Neuen Ortsmitte“. Die laue Sommernacht lockte Gäste aus dem Ort und den Nachbargemeinden. Auf der Bühne im Mittelpunkt der Feierlichkeiten wechselten sich die beiden Regensburger Formationen „Old Folks“ und „Trio Trikolore“ ab, und beim Kunsthandwerkermarkt auf der Brücke wurde schon fleißig gehandelt. Da gab’s individuell gefertigten Perlenschmuck, gleich daneben auf Draht gefädelte Perlentiere – „von Frauen in Kapstadt gebastelt“ und in Deuerling zugunsten der KinderAIDShilfe Südafrika verkauft. Hier ein Probiertropfen „Felsenbrand“ aus Spalt, da ein Glaserl aus der Sirup-Manufaktur Hemau. Es war ein vielversprechender Bürgerfest-Auftakt – wettermäßig viel schöner als von den Vorhersagen angekündigt.

Feuerwehr war am Trocknen

Trio Trikolore“ und „Old Folks“ gestalteten das Musikprogramm am Freitag. Foto: Ingrid Kroboth
Trio Trikolore“ und „Old Folks“ gestalteten das Musikprogramm am Freitag. Foto: Ingrid Kroboth

Aber schon in der Nacht zum Samstag erreichte das angekündigte „Tief“ aus dem Westen dann doch die Oberpfalz – auch Deuerling. Und es regnete sich ein! Der Himmel grau verhangen, dichte, dunkle Wolken und ein steter Wechsel zwischen wahren Regengüssen, sanftem Nieseln und kurzen Trockenphasen. Wer bei dem Sauwetter mit der Absage des Bürgerfestes gerechnet hatte, kennt die Deuerlinger allerdings schlecht. Wie geplant um 14 Uhr feierten die ersten Gäste gutbeschirmt eine Andacht mit der evangelischen Pfarrerin Sibylle Thürmel. Zu der Zeit war allerdings der Parkplatz auf einer Wiese am Ortsrand noch ziemlich dünn belagert. Die Vereinsakteure suchten Schutz unter Zeltpavillons und Schirmen.

In „Bibi’s Park Ferm’e“ bei Allianz Schneider waren am Samstag rund zwei Dutzend Oldtimer ausgestellt. Foto: Ingrid Kroboth
In „Bibi’s Park Ferm’e“ bei Allianz Schneider waren am Samstag rund zwei Dutzend Oldtimer ausgestellt. Foto: Ingrid Kroboth

Wer den Oldtimerfreunden andichtet, sie würden ihre Schätze nur bei Sonnenschein aus der Garage holen, wurde eines Besseren belehrt. Pünktlich nach Programmheft drehten an die zwei Dutzend Oldies ihre Runde durch die Festmeile: vorne dran ein Lanz-Bulldog, gefolgt von Isetta, Straßenkreuzer, Porsche, Benz, VW-Käfer – einem mit Schirmen trockengehaltenen Cabrio.

Die Feuerwehr trocknete derweil die Bierbänke mit Fensterschabern – sie waren allerdings noch gar nicht überall hingekommen, als der nächste Regenschauer die Arbeit schon wieder zunichte machte. Jetzt aufgeben?

Am Eingang zum mittelalterlischen Lager des Historischen Vereins hatte Handleserin Martina Moosner ihr Zelt aufgeschlagen. Foto: Ingrid Kroboth
Am Eingang zum mittelalterlischen Lager des Historischen Vereins hatte Handleserin Martina Moosner ihr Zelt aufgeschlagen. Foto: Ingrid Kroboth

Undenkbar für Manfred Aufleger als Hauptorganisator dieses weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten Kulturfestes. Er hat bei allen bisherigen Bürgerfesten Regie geführt und reichlich Erfahrung gesammelt – dazu gehört auch der Durchhaltegeist. Schließlich hätten sich neben den zahlreichen Musikgruppen auch die Ortsvereine – „fast alle haben mitgemacht“ – auf das Fest vorbereitet und eingestellt. Das Deuerlinger Fest von Bürgern für Bürger findet alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Brauereifest Eichhofen statt und das Angebot war auch heuer wieder vielseitig wie eh und je. So hatte zum Beispiel die „Jugend“ eine Hutmacherei für Kopfbedeckungen aus Zeitungspapier eingerichtet, ein Straßenkinderprojekt sammelte Geld mit dem Verkauf von Stoff-Eulen, -Gänsen, -Leseknochen. Ein Kinderprogramm auf der Geigerwiese lud die Kleinen zum Kegeln, Dosenwerfen, Entenfischen, Ski-Tandem … Der historische Verein hatte ein mittelalterliches Zeltlager aufgebaut und eine Handleserin gab vor ihrem Zelt aufbauende Lebenstipps.

Ein Gaudi-Spektakel

Auf der Laberbrücke hatten rund ein Dutzend Kunsthandwerker ihre Waren zum Verkauf angeboten. Foto: Ingrid Kroboth
Auf der Laberbrücke hatten rund ein Dutzend Kunsthandwerker ihre Waren zum Verkauf angeboten. Foto: Ingrid Kroboth

Das Gaudi-Spektaktel lief auf der Laber: das von der Rot-Kreuz-Gruppe organisierte Sautrogrennen, zu dem sich zwar sechs Teams angemeldet hatten, aber letztlich – vermutlich wegen der Nässe von oben – gingen nur vier an den Start. Abgesehen davon, dass während des Sautrogrennens nur vereinzelt Regentropfen fielen, kam bei diesem Sportereignis ohnehin niemand trocken ins Ziel. Von zahlreichen Zuschauern auf der Brücke und am Ufer beobachtet, bestiegen jeweils zwei Wagemutige die hölzernen Tröge. Die beiden leichtgewichtigen Festdamen der Freiwilligen Feuerwehr hielten sich ruhig und bis zum Ende fast trocken in ihrem wackeligen „Wasserfahrzeug“. Auch die beiden TSV-Fußballer hielten die Balance durch wenig Bewegung. Anders die Teams der Freiwilligen Feuerwehr und des Burschenvereins, deren „Boote“ schon vollliefen und kippten, ehe das Startkommando gegeben war. Nach rund 300 Metern – teils im U-Boot – hatten die Fußballer die Nase vorne.

Weitere Nachrichten und Berichte aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Brückenfest mit viel Abwechslung

  • Ortsmitte:

    „Trio Trikolore“ und „Old Folks“ gestalteten das Musikprogramm am Freitag. Am Samstag spielten die Jugendblaskapelle Deuerling und die „Rattle-Gang“. Auch „Äl spuid auf‘s Blues-Combo“ war dabei, Kubutz-Bauer-Brasil und die „Rockomotive Breath“.

  • Kunsthandwerk:

    Auf der Laberbrücke hatten rund ein Dutzend Kunsthandwerker ihre Waren zum Verkauf angeboten Es gab Holzdekorationen, Babykleidung: „2 Pumphosen für 25 Euro“, leckere Cocktails und Säfte. Dazu boten die Händler interessante Informationen und Tipps.

  • Oldtimer:

    In „Bibi’s Park Ferm’e“ bei Allianz Schneider waren am Samstag rund zwei Dutzend Oldtimer ausgestellt. Dazu spielte die Musik. Trotz Regen drehten die stolzen Besitzer mit ihren Schätzen eine Runde durch den Ort - mit Regenschirmen über’m offenen Cabrio.

  • Handlesen:

    Am Eingang zum mittelalterlischen Lager des Historischen Vereins hatte Handleserin Martina Moosner ihr Zelt aufgeschlagen. Sie stammt aus Nittendorf und lebt heute in Landsberg am Lech. Sie liest in den Händen ihrer „Kunden“, schaut aber nicht in die Zukunft. (lik)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht