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Politik

Bürger demonstrieren vor CSU-Forum

Gegner der Stromtrasse machen vor einer Veranstaltung Peter Aumers in Wörth mobil. Sie wollen den Süd-Ost-Link verhindern.
von Resi Beiderbeck und Walter Schiessl

Es gab schon mehrere Demonstrationen gegen den Süd-Ost-Link. Heute soll eine weitere in Wörth folgen. Foto: Archiv-Kreissl
Es gab schon mehrere Demonstrationen gegen den Süd-Ost-Link. Heute soll eine weitere in Wörth folgen. Foto: Archiv-Kreissl

Wörth.Am Freitag wird in Wörth eine Demo ab 17.30 Uhr stattfinden. So was gab es hier zuletzt Anfang der 1950er Jahre, als Bürger gegen die Amtsgerichtsauflösung demonstrierten. Aber heute geht es um ein anderes Thema: Die „Bürgerinitiative östlicher Landkreis Regensburg gegen den SüdOstLink“ ruft zum Widerstand gegen die Stromtrassenpläne der Bundesregierung auf.

Adressaten der Demonstration sind die Bundesregierung und vor Ort der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Aumer, der um 19 Uhr im Gasthof Butz zu einem öffentlichen Energieforum drei Experten geladen hat. Der Titel der Zusammenkunft lautet, „Energieversorgungssicherheit in der Region Regensburg – bezahlbar und sauber.“ Unter anderem sollen bei dem Treffen Fragen wie welche Herausforderungen der Netzausbau bringe oder wie eine solide und bezahlbare Energieversorgungssicherheit zu gewährleistet sei, beantwortet werden.

Begleitung durch die Polizei

Mit dabei sind Norbert Breidenbach, der Vorstandsmitglied der Mainovia, Professor Dr. Oliver Brückl von der OTH Regensburg und Dr. Andreas Schieder von der Tennet.
Das hat die unlängst gegründete BI auf den Plan gerufen. Ihre Sprecher sind Dr. Helmut Stadler und Franz Löffl, der 2. Brennberger Bürgermeister, die die Demonstration, zu der an die 50 Teilnehmer erwartet werden, ordnungsgemäß den Behörden mitgeteilt und die Erlaubnis, das durchführen zu dürfen, bekommen haben. Die Wörther Polizeiinspektion wird die Veranstaltung begleiten.

Der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer sagte zur Mittelbayerischen Zeitung, er habe bei der Abstimmung für den Leitungsbau votiert und werden jetzt nicht umschwenken. Weil er für eine offene Debatte vor Ort sei, legte er den Veranstaltungsort de Regionalforums nach Wörth.

„WIchtig“, so Peter Aumer, „ist mir das Miteinander der Betroffenen, der Bürgerinitiative und der Gemeinden.“ Er hoffe, in gemeinsamen Gesprächen zu Lösungen zu kommen, mit denen alle leben könnten. Aber klar sei auch, man dürfe nicht gegen alles sein.

Der Protest ist auch bei Brennberg sichtbar. Foto: Resi Beiderbeck
Der Protest ist auch bei Brennberg sichtbar. Foto: Resi Beiderbeck

Die BI hat ihren Sitz in Brennberg, durch das eine der möglichen Stromtrassen verlaufen soll. Viele Einwendungen aus Brennberg-Frauenzell seien bisher nicht berücksichtigt worden, die „Kulturachse Ost“ werde fälschlicherweise als „nicht betroffen“ genannt und Raumwiderstände würden klein geredet, so die BI-Mitglieder.

In Wirklichkeit sei der Süd-Ost-Link nur für Durchleitung von Kohlestrom aus Braunkohletagebau an der Lausitz „notwendig“ und es sei ungeklärt, wer für den Rückbau verantwortlich sei. Noch einen wichtigen Einwand gegen die Trasse wollen die Demonstranten vorbringen: „Der Bedarf für die Stromtrasse wurden noch nie öffentlich begründet“, sagt Bürgermeisterin Irmgard Sauerer und fügt an: „Die Gemeinde Brennberg würde in ihrer Entwicklung beeinträchtigt: In baulicher Hinsicht, in gesundheitlicher Hinsicht und in touristisch-wirtschaftlicher Hinsicht“.

Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass die Stromautobahn keine einzige Kilowattstunde Strom erzeugt, sondern lediglich Strom durchleitet und man weiß auch, wer das Projekt bezahlt: Der Stromkunde. „Darum sagen wir auch nicht, dass die Trasse anderswo gebaut werden soll. Nein, sie soll gar nicht gebaut werden“, machte Paul Eberhardt beim letzten BI-Treffen deutlich. Gelb und Rot sind die Farben der Trassengegner und groß sind ihre Sorgen. Evi Luft erinnerte bei diesem Treffen daran, dass negative Auswirkungen auf die Gesundheit befürchtet werden müssen. Sie sprach von zig Krebsfällen von Schönfeld bis Buchberg entlang der Starkstromleitung, die das Gemeindegebiet durchzieht. Tatsächlich sei die Strahlenbelastung unter dieser Leitung so hoch, dass dort kein GPS Gerät funktioniere, sagte Landwirt Josef Heimerl. „Wenn man am Display sieht, wie sich der Zeiger verhält, kann man sich vorstellen, was das mit den Menschen macht“.

Viele kämpfen schon mit

Was den Aktivisten Mut macht, ist die Tatsache, dass sie nicht alleine kämpfen. Der gelb-rote Protest zieht sich mittlerweile quer durch die Republik, denn immer mehr Menschen folgen dem Motto „Energiewende ja, Stromtrasse nein, regionale Wertschöpfung bitte!“ Bürgerinitiativen gibt es in zBreitband: Schon wieder Baustellen in Brennbergahlreichen Gemeinden entlang der geplanten Trasse von Neustadt, Marktredwitz und Weiden bis Ölschnitztal und Saale-Unstrut. Die Gemeindechefs von Aufhausen, Altenthann, Alteglofsheim, Brennberg, Donaustauf, Kallmünz, Mintraching, Riekofen und Wiesent protestieren damit gegen den Bau des SüdOstLinks durch ihre Heimat. Das Schreiben ging nach Berlin an Bundesminister Peter Altmeier. Auf die Antwort wartet man noch. Maria Adlhoch schlägt vor, die AG Vorwald in die Pflicht zu nehmen.

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