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Konflikt

Bürger sind gegen Kfz-Betrieb

70 Schneckenbacher wollen eine Firmenhalle für Autotuning verhindern. Bei der Bürgerversammlung schlagen die Wogen hoch.
Von Gertraud Pilz

69 Schneckenbacher hatten sich bei einer Unterschriftenaktion gegen die Lagerhalle mit Autowerkstatt ausgesprochen. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
69 Schneckenbacher hatten sich bei einer Unterschriftenaktion gegen die Lagerhalle mit Autowerkstatt ausgesprochen. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa

Sinzing.Rund 50 Bürger aus Saxberg, Bergmatting, Reichenstetten und Schneckenbach ließen sich bei der Bürgerversammlung in der Gaststätte Stang über die Zahlen, Daten und die Gemeindeentwicklung informieren. Dabei kamen Ortsthemen wie der Ausbau der Kreisstraße R 51 zwischen Saxberg und Bergmatting zur Sprache. Die Straße sei nun nach der Erneuerung und Verbreiterung der Fahrbahn übersichtlich ausgebaut, sagte Bürgermeister Patrick Grossmann. Zwei neue Bushäuschen für die Sicherheit der Schulkinder und anderer ÖPNV-Nutzer seien mit Hochborden für Barrierefreiheit installiert worden. Anlässlich dieser Maßnahme wurde das von einigen Bergmattinger Bürgern ehrenamtlich restaurierte Wegkreuz mit einer Christusfigur an der Zufahrtsstraße wieder installiert.

Bei der Ortsdurchfahrt in Adlstein seien Anfang 2020 eine Deckenerneuerung bis zur Landkreisgrenze, die Errichtung von zwei neuen Buswartehäuschen und die Ertüchtigung des Gehwegs geplant.

In der Diskussion befürchtete Heinz Eichstetter wegen der Bauvoranfrage einer Privatperson auf Errichtung einer Lagerhalle mit Kfz-Betrieb und Autotuning in Schneckenbach Nachteile für die Bevölkerung. Gegen dieses Vorhaben hatten sich 68 Bürgerinnen und Bürger bei einer Unterschriftenaktion ausgesprochen. Sie befürchten mehr Lärm durch den Lieferverkehr, stärkere Luftverschmutzung und eine Beeinträchtigung der Sicherheit an der Schulbushaltestelle. Auch der Straßenausbau reiche für den Bedarf des Betriebs nicht aus.

Gemeinderäte fehlten bei Ortstermin

Der Ortstermin mit Bürgermeister und Polizei habe für die Bürger auch keine befriedigende Klärung gebracht. Zudem beanstandete Eichstetter, dass die meisten Gemeinderäte trotz Einladung dem Ortstermin fern geblieben seien. Eichstetter sagte, hier stehe wohl das Einzelinteresse vor Bürgerschutz.

Verkehrsfragen

  • Tempolimit:

    Karl Lichtenwald stellte den Antrag auf eine „Tempo 30 Zone“ in der Bergmattinger Straße. Hier sagte Grossmann die Kontaktaufnahme mit der Verkehrsbehörde zu.

  • Wildparkerei:

    In der Versammlung wurde die gefährliche Wildparkerei beim Reiterhof auf der Kreisstraße bei Adlstein von Klaus Meixner beanstandet. Der Bürgermeister versprach eine Überprüfung.

Bürgermeister Grossmann betrachtet die Kritik Eichstetters als unberechtigt. Natürlich würden die Bedenken der Bürger ernst genommen, sagte er, aber bei dem genannten „Problem“ handle es sich bisher lediglich um eine Bauvoranfrage. Ein Bauantrag sei noch nicht gestellt. Sobald dies geschehe, können die genannten Probleme konkret abgearbeitet werden. Grundsätzlich gelte, dass das Vorhaben nach geltenden baurechtlichen Vorschriften und Vorgaben bearbeitet werde. Das Landratsamt mache entsprechende Auflagen.

Lagerhalle soll mitten im Wohngebiet entstehen

Auch Elisabeth Wagner-Greil sah hier ein Problem im Vergleich mit anderen Bau-Entscheidungen. Drei junge Familien in Schneckenbach mussten Einschränkungen bei ihren privaten Bauvorhaben hinnehmen. Um den geplanten Bau einer Lagerhalle mit Kfz-Betrieb mitten im Wohngebiet zu genehmigen, würden dagegen alle Möglichkeiten der Behörden ausgeschöpft. Wagner-Greil sah Erklärungsbedarf. Grossmann erläuterte, dass Schneckenbach als Mischgebiet definiert ist. Es gebe keinen Bebauungsplan. Somit entscheidet das Landratsamt über die Genehmigung von Bauanträgen.

Heinz Eichstetter beanstandete den schlechten Zustand der Kreisstraße bei der Einmündung auf Höhe des Reiterhofs Adlstein durch die ständigen Wasseransammlungen auf der Straße. Auch sei hier die Böschung seit rund 20 Jahren nur mit Eisenbahnschwellen befestigt, was seiner Meinung nach nur eine Behelfslösung darstelle und ein Absacken der Böschung befürchten lasse. Zudem seien die Schwellen „belastet“. Im Zusammenhang mit der geplanten Baumaßnahme an der Kreisstraße werde man die Behebung dieses Mangels in Angriff nehmen, so Grossmann.

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