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Hilfe

Bürgerhilfe ist nicht nur für Senioren, sondern für alle da

Die ehrenamtlichen Helfer zogen nach ersten Monaten des Bestehens Bilanz: Das Interesse ist groß, die Scheu, Hilfe in Anspruch zu nehmen, eher klein.
von Petra Schmid, MZ

Sandra Scheck und Angelika Beutl koordinieren die Einsätze der Bürgerhilfe in Tegernheim. Foto: Schmid

Tegernheim.. Das Telefon läutet. Eine sympathische Frauenstimme meldet sich: „Bürgerhilfe Tegernheim, was kann ich für Sie tun?“ So oder ähnlich wird der Anrufer begrüßt. Zu der Stimme gehört auch ein Gesicht, genauer gesagt sogar zwei Gesichter. Angelika Beutl und Sandra Scheck teilen sich den „Telefondienst“ der Bürgerhilfe Tegernheim. Bürgerhilfe, was ist das? „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der älteren, hilfsbedürftigen, aber auch jungen Menschen und Familien, in unserer Gemeinde, bei einem Notfall unter die Arme greifen will“, heißt es auf der Homepage.

Der Bürgermeister und der Vorsitzende des Hilfevereins, Meinrad Hirschmann, trafen sich mit den beiden Damen, um über die erste Monate Einsatzzeit Bilanz zu ziehen. Was Beutl und Scheck berichten, stimmte den Rathauschef positiv. Bereits in der ersten Wochen seien Anfragen eingegangen. Bisher seien es vorrangig ältere Menschen, die sich melden, erzählte Scheck. „Scheu oder schüchtern sind die Menschen nicht, manchmal vielleicht etwas unsicher, ob sie Hilfe in Anspruch nehmen dürfen“, sagte Scheck. Sogar einige „resolute“ ältere Herrschaften gebe es, die sich einen Schneeräumdienst um sieben Uhr morgens wünschen oder nachfragen „haben Sie jemanden der die Arbeit fachmännisch ausführt?“ Sie würden dies mit Humor nehmen. Bei „Neukunden“ gebe es meist einen Hausbesuch, um eine Vertrauensbasis zu schaffen, erklärt Beutl. Es solle die „Chemie“ zwischen „Kunde“ und Helfer stimmen.

An Aufgaben sind es meist die Alltagsprobleme, die anfallen. Eine durchgebrannte Glühbirne oder ein Batteriewechsel, ein Fahrdienst zum Arzt und im Herbst natürlich auch Gartenarbeiten. Jetzt in der Wintersaison würden sich die beiden Terminmanagerinnen Verstärkung für ihre Helfercrew wünschen – „Jungs, die Power haben“ umschrieben sie. Mit einem Lachen wird ergänzt, dass sie dabei keinesfalls nur junge Männer meinen, sondern einfach junge Leute. Schnee-Schippen und Co. seien doch anstrengende Aufgaben. „Jugendliche oder Studenten könnten wir auch gut für Babysitting oder Hausaufgabenbetreuung brauchen“, sagte Beutl.

Kürzlich habe sich ein älterer Herr gemeldet, der mit seinem Handy Probleme hatte und habe als erstes gefragt, ob er eigentlich alt genug sei, um Hilfe in Anspruch nehmen zu können, erzählte Beutl. „Wir sind aber für alle da! Von neun bis 99 Jahren. Es ist unerheblich, wie alt jemand ist, wichtig ist, dass wir helfen können“, fasste Beutl zusammen. Man merke auch, dass die Sozialstruktur in Tegernheim gut funktioniere. Am Wochenende, wenn man im privaten Umfeld ansonsten Berufstätige erreichen könne, gebe es fast keine Anrufe, sagte Scheck.

Beutl und Scheck haben sich etwas einfallen lassen um den Hilfeverein noch mehr publik zu machen. Sie bieten Geschenkgutscheine an. Der Beschenkte kann dann für den entsprechenden Wert beispielsweise Hilfe im Haushalt oder Fahrdienste in Anspruch nehmen.

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