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Standortstreit

Bürgerinitiative kämpft gegen Rewe-Pläne

Beratzhausener Bürger wollen das Labertal vor Bebauung schützen. Doch wo soll dann der Vollsortimenter hin?
von Ingrid Kroboth

Zur Protestaktion am geplanten Rewe-Standort hatten die Demonstranten Transparente und Luftballons mitgebracht. Foto: Kroboth
Zur Protestaktion am geplanten Rewe-Standort hatten die Demonstranten Transparente und Luftballons mitgebracht. Foto: Kroboth

Beratzhausen.Die bürgerlichen Interessen in der Marktgemeinde sind gespalten. Die einen hoffen auf den baldigen Bau eines Vollsortimenters auf der Wiese unterhalb des Schwimmbades (die MZ berichtete), die anderen lehnen den Standort strickt ab und wollen die Natur erhalten. Mittlerweile hat sich die Bürgerinitiative „Für ein unverbautes Labertal“ gegründet.

In den letzten beiden Ausgaben des gemeindlichen Mitteilungsblattes erläuterte Bürgermeister Konrad Meier den Stand der Dinge und der CSU-Ortsverband hat seine Positionierung klargemacht: „Beratzhausen stärken – Kaufkraft erhalten.“

Protestaktion und Einsprüche

Ein Wust an Informationen, Bedenken und Gerüchten treibt durch den Markt – verunsichert Befürworter wie Gegner. Als jüngst die Initiatoren der Bürgerinitiative (BI) in den Landgasthof Friesenmühle zur Gründungsversammlung eingeladen hatten, konnte Alexander Pöppl rund 80 Interessenten begrüßen. Chronologisch zeigte er die Ereignisse auf, seit die Mittelbayerische Zeitung über die Ansiedlung eines großen Rewe-Marktes auf der grünen Wiese zwischen der Staatsstraße nach Laaber und der Kreisstraße nach Hemau berichtet hatte.

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Zwischenzeitlich fand eine Protestaktion am geplanten Standort statt, diverse Einspruchsschreiben an zuständige Behörden wurden verfasst. Von Grünen-Markträtin Dr. Diana Hehenberger-Risse erfuhren die Versammlungsteilnehmer, dass mit dem vom Marktrat genehmigten Verkauf des Grundstücks „nicht zwingend die Ansiedlung eines Vollsortimenters wie Rewe“ gesichert sei. Der Investor könne vielmehr „die aussichtsreichste und lohnendste Bebauung umsetzen“. Während einer allgemeinen Diskussion kam auch das Modell von bürgerlich getragenen, genossenschaftlichen Verbrauchermärkten zur Sprache, „um sich nicht von den Großen erpressen zu lassen“.

Auf der Wiese zwischen den beiden Straßenzügen (im Hintergrund das Beratzhausener Freibad) ist der Bau eines Vollsortimenters geplant. Foto: Pomplun
Auf der Wiese zwischen den beiden Straßenzügen (im Hintergrund das Beratzhausener Freibad) ist der Bau eines Vollsortimenters geplant. Foto: Pomplun

Letztendlich hofft die BI auf den Erfolg eines per Unterschriftenliste eingeläuteten Verfahrens für ein Bürgerbegehren. Die von der BI vorgeschlagenen Supermarkt-Alternativ-Standorte – Wiendl-Gelände, BayWa-Gelände, Gewerbegebiet – scheiden nach Darstellung von Bürgermeister Konrad Meier alle aus. Einzig „die Lücke zwischen Freibadareal und Skaterpark am Kreisel“ käme aufgrund ihrer Größe, Topographie und straßenmäßigen Anbindung in Frage. Alle anderen Flächen seien von verschiedenen Investoren bereits abgelehnt worden. Das immer wieder zur Sprache gebrachte, weil brachliegende, Wiendl-Gelände sei für einen Vollsortimenter zu klein. Und außerdem liege ein Bauplan der Norma-Immobilienverwaltung bei der Kreisbehörde. Bürgermeister Meier erwartet zu diesem Punkt „in Kürze Post vom Landratsamt“.

„Kein übertriebener Bau“

Klar Stellung zur Ansiedlung eines Vollsortimenters zwischen Kreisverkehr und Freibad bezieht der CSU-Ortsverband in einer Resolution. Die Partei sei überzeugt, dass die Bevölkerung von Beratzhausen mehrheitlich für die Ansiedlung eines Vollsortimenters auf dem vorgeschlagenen Standort sei, heißt es in dem Positionspapier. Deshalb spreche sich die CSU Beratzhausen „deutlich und nachdrücklich für die Realisierung eines Vollsortimenters und gegebenenfalls einer weiteren Ansiedlung eines Discounters aus“.

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Freilich lägen ihr der Erhalt der Heimat und der Umweltgedanke am Herzen. Aber ein dauerhafter „Einkaufs-Pendel-Verkehr“ in umliegende Kommunen stelle auch keinen Beitrag zum Umweltschutz dar, so die CSU. Auch von „Flächenfraß“ könne in Beratzhausen nicht die Rede sein. Vielmehr stelle die Realisierung eines Vollsortimenters „keinen übertriebenen und unnötigen Industriebau dar“, sondern gehöre zur Grundausstattung der Bevölkerung einer Gemeinde mit über 5500 Einwohnern. Der Blick in umliegende Gemeinden zeige überdies: „Einzelhandels-Einrichtungen ziehen die Kaufkraft an und damit weitere Läden und Geschäfte.“ Dabei gehe es in Beratzhausen schon gar nicht mehr darum, Kaufkraft auszubauen, sondern einen Rest an Kaufkraft zu erhalten, so die CSU.

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