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Politik

Bundestag: Zwei wollen wieder rein

Bei der CSU kommt es zur Kampfabstimmung: Philipp Graf Lerchenfeld und Dr. Astrid Freudenstein wollen die Direktkandidatur.
Von Thomas Kreissl, MZ

Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag findet im Herbst 2017 statt. Der genaue Termin steht noch nicht fest.
Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag findet im Herbst 2017 statt. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Foto: dpa

Regensburg.Zwei haben ihren Hut schon in der Ring geworfen, einer will sich noch alle Optionen offen lassen, und ob weitere dazukommen, wird sich erst noch zeigen. Noch hat das Rennen um den Direktkandidaten der CSU für den Bundestagswahl 2017 nicht wirklich Fahrt aufgenommen. Doch eines ist schon jetzt klar: Die Delegierten aus Stadt und Landkreis werden sich auf jeden Fall zumindest zwischen den beiden amtierenden Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Regensburg entscheiden müssen. Denn für Philipp Graf von und zu Lerchenfeld und Dr. Astrid Freudenstein steht fest: Sie wollen als Direktkandidat der CSU in den Bundestagswahlkampf ziehen. Bedeckt hält sich in dieser Frage derzeit noch der frühere Bundestagsabgeordnete Peter Aumer.

Philipp Graf von und zu Lerchenfeld
Philipp Graf von und zu Lerchenfeld Foto: Koch

Graf Lerchenfeld, der sich 2013 als Nachfolger von Peter Aumer das Direktmandat im Wahlkreis Regensburg sicherte, will auch über das Jahr 2017 hinaus als Abgeordneter im Bundestag sitzen. „Ich möchte gerne wieder als Direktkandidat antreten“, erklärte der 63-jährige Politiker auf Anfrage unserer Zeitung. Er schließt zwar nicht aus, dass sich neben Astrid Freudenstein, weitere Kandidaten positionieren werden. „Doch das ist derzeit reine Spekulation“, stellt er klar. Unabhängig davon wird der Bundestagsabgeordnete in der Nominierungsversammlung von Stadt- und Landkreis-CSU aber auf jeden Fall als Kandidat für das Direktmandat antreten. „Dort werde ich mich dem Votum der Delegierten stellen“, betont er.

Das Stimmenverhältnis ist klar

In dieser gemeinsamen Versammlung der Kreisverbände Regensburg-Stadt und Regensburg-Land wird der Direktkandidat der CSU gewählt. Wann sie stattfinden wird, ist noch nicht klar. Denn jetzt stehen zunächst ab 23. März die Delegiertenwahlen in den Ortsverbänden an, die bis Ende Mai abgeschlossen sein müssen. Die dort gewählten Delegierten bestimmen dann in den Kreisvertreterversammlungen für Stadt und Land wiederum die Delegierten für die gemeinsame Nominierungsversammlung. Das Stimmenverhältnis zwischen den beiden Kreisverbänden wird dabei ziemlich eindeutig sein. Etwa zwei Drittel der 160 Delegierten kommen aus dem Landkreis, ein Drittel aus der Stadt. Dieses Verhältnis orientiert sich am Zweitstimmenergebnis der CSU bei der letzten Bundestagswahl.

Für Dr. Astrid Freudenstein bedeutet dies, dass sie erst einmal ohne natürliche Hausmacht in die Abstimmung gehen muss, zumal sie auch noch aus dem kleinsten städtischen Ortsverband Stadtamhof kommt. Trotzdem hat sie sich ein klares Ziel gesetzt: „Ich will mich als Direktkandidatin für den Bundestag bewerben!“ Dabei setzt sie darauf, dass die Delegierten eben nicht nach Verwaltungsgrenzen entscheiden. „Die wissen ganz gut, welche Verantwortung sie für die Region tragen“, betont die 42-jährige Politikerin und glaubt, dass dies für Stadt und Land auch eine Chance sei, zusammenzufinden.

Dr. Astrid Freudenstein
Dr. Astrid Freudenstein Foto: Büro Freudenstein

Nicht darüber spekulieren will Freudenstein über die Frage, ob ein oder mehrere weitere Kandidaten aus dem Landkreis von Vorteil für ihre Chancen sein könnten. „Wenn sich nicht schon im ersten Wahlgang ein Kandidat die absolute Mehrheit sichert, bleiben am Ende doch immer nur zwei übrig“, gibt sie sich pragmatisch.

Trotz dieser Konstellation legt Freudenstein ihre politische Zukunft in den Anlauf zur Direktkandidatur. Denn ihr Entschluss, sich auf gar keinen Fall ein drittes Mal auf der Landesliste um ein Bundestagsmandat zu bewerben, ist unumstößlich. Nach einem vergeblichen Anlauf 2009 war ihr das im Jahr 2013 gelungen. „Ich will mich einfach selbst der Wahl stellen und dann mit dem Vertrauen aus der Region im Bundestag arbeiten“, sagt Freudenstein, die - wenn sie scheitert – an einen politischen Schlussstrich denkt. Da ist für sie auch eine mögliche OB-Kandidatur im Jahr 2020 keine Option. „2017 ist für mich sehr entscheidend“, sagt sie.

Gespräch mit Kreis-CSU suchen

Sehr zurückhaltend positioniert sich der Regensburger CSU-Kreisvorsitzende Dr. Franz Rieger zur anstehenden Kandidatenkür für das Direktmandat. „Ich kann da eigentlich noch gar nichts sagen“, betont er gegenüber unserer Zeitung. Erklärt dann aber doch, dass er sich freuen würde, wenn ein Kandidat aus der Stadt das Rennen macht. Freilich müsse erst einmal abgewartet werden, welche Bewerber denn überhaupt antreten. Rieger will zunächst seine Kreisvorstandschaft in die Vorbereitungen zur Nominierung mit einbinden und dann auch das Gespräch mit der Landkreis-CSU suchen, um nach Möglichkeit eine gemeinsame Linie zu finden. Grundsätzlich findet es der Regensburger Kreisvorsitzende aber völlig normal, wenn sich mehrere Kandidaten bewerben. „Schließlich ist das doch eine demokratische Entscheidung“, betont er.

Kommentar

Zweieinhalb Kandidaten

Mit Philipp Graf von und zu Lerchenfeld und Dr. Astrid Freudenstein wollen bei der CSU zwei Kandidaten die Direktkandidatur für den Bundestag. Das Rennen...

Klare Worte findet Peter Aumer, der Vorsitzende der Landkreis-CSU. Er geht davon aus, dass der Kreisverband Regensburg-Land einen Kandidaten aus dem Landkreis unterstützen wird. Aumer sagt aber auch, das die Größe des Kreisverbands allein nicht das entscheidende Kriterium bei der Kandidatenkür sein könne. Seiner Meinung nach müsse der Kandidat eine Perspektive für die Zukunft verkörpern. Schließlich sei das Bundestagsmandat ein sehr herausgehobenes Amt. „Er muss der CSU ein Gesicht in der Region geben“, fordert Aumer.

Peter Aumer
Peter Aumer Foto: Geradtz

Dass er selbst dieses Gesicht sein könnte, lässt der 39-Jährige derzeit noch offen. „Da sind wir jetzt noch in einem sehr frühen Stadium“, sagt er. Grundsätzlich habe er die Arbeit als Bundestagsabgeordneter aber immer gerne gemacht. Gut getan hat ihm aber nach eigener Aussage die „Zeit des Luftholens“ in den vergangenen zwei Jahren. Aumer, der mittlerweile beim Bayernwerk beschäftigt ist, nutzte die Zeit für sich zur Standortbestimmung und hat erkannt, „dass es auch ein Leben neben der Politik gibt“.

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