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Kulturdenkmal

Burg Loch: Zukunft ist weiter ungewiss

Der Förderkreis will, dass das Areal legal besichtigt werden kann. Dazu braucht es eine Expertise. Die Räte lehnen dies ab.
Von Dietmar Krenz, MZ

  • Nur noch wenige Restarbeiten sind an der Locher Höhlenburg zu machen, dann ist die Notsanierung abgeschlossen. Fotos: Krenz
  • Im Bergfried wird derzeit die Wartungstreppe eingebaut.

Nittendorf.Der Förderverein Burgruine Loch fühlt sich im Stich gelassen, und zwar vom Marktrat Nittendorf. Seit 2008 kämpft die auf mehr als 100 Mitglieder angewachsene Vereinigung ehrenamtlich für die Erforschung und den Erhalt des Denkmals – mit wechselndem Erfolg.

Das herrenlose Wahrzeichen des Markts Nittendorf ist in jüngster Vergangenheit vom Landesamt für Denkmalpflege notsaniert worden und für weitere Jahrzehnte gut gerüstet. Angesichts einer angestrebten und eingeschränkten Begehbarkeit der Anlage mussten die Förderer um Michel-Andreas Schönharting nun aber erneut einen Rückschlag hinnehmen. Der Marktrat lehnte die Kostenübernahme eines Gutachtens ab.

Doch von Anfang an: Der Antrag des Burgenvereins verweist auf die überregionale und kulturhistorische Bedeutung des Bau- und Bodendenkmals. Der Bergfried gehört längst zu den Wahrzeichen des Markts und des Landkreises Regensburg. Obwohl das Areal hoch über dem Labertal seit vielen Jahren nicht mehr betreten werden darf, wird es täglich von vielen Besuchern aus nah und fern besichtigt.

„Die Burg legal besichtigen“

„Unserem Verein geht es vor allem darum, dass die Burganlage in Zukunft zumindest kontrolliert zugänglich ist und somit selbstverständlich unter Berücksichtigung aller denkmalpflegerischen und naturschutzfachlichen Belange sowie der berechtigten Interessen der Anlieger – legal besichtigt werden kann“, teilt Schönharting mit. Der Förderkreis ist überzeugt, dass diese Anliegen auch im Interesse des Markts und der Region sein sollten.

Die Vereinsmitglieder würden sogar die dazu nötigen Strukturen schaffen. Unabdingbare Voraussetzung für dieses bürgerschaftliche Engagement ist jedoch, dass damit weder für den Markt noch für den Förderkreis unkalkulierbare rechtliche Risiken verbunden sind, teilt Schönharting mit. Zur Klärung dieser Fragen sollte deshalb ein Gutachten erstellt werden, das anhand verschiedener Varianten aufzeigt, ob und unter welchen Rahmenbedingungen und mit welchem finanziellen Aufwand eine teilweise Begehbarkeit hergestellt werden kann. Diese Expertise sollte der Markt in Auftrag geben und bezahlen.

Ehrenamtliches Engagement

Bürgermeister Helmut Sammüller machte schon bei der Antragsverlesung in der jüngsten Marktratssitzung aus seiner ablehnenden Haltung keinen Hehl. „Warum sollen wir für etwas bezahlen, das uns gar nicht gehört“, sagte er. Ins gleiche Horn stieß Geschäftsleiter Gerhard Bachl, der ausführlich aus früheren Gutachten zitierte, allerlei Gefährdungsszenarien skizzierte und sogar davon sprach, dass sich der Nittendorfer Marktrat haushaltswidrig verhalten würde, wenn er das Gutachten in Auftrag geben würde.

„Der Markt kann über solch ein ehrenamtliches Engagement froh sein“, konterte Josef Weigl. Der Förderverein würde sogar Eigentum übernehmen und damit wäre der Markt aus dem Schneider. „Der Antrag ist eine faire Geschichte.“ Auch Anton Sterr sprach von der großen Bedeutung der Ruine für die Gemeinde. Trotz der vorliegenden Gutachten und Stellungnahmen, die allesamt die Notsanierung betreffen würden, plädierte der Undorfer für den Antrag. Nur so könne die Sache endgültig geklärt werden. Es gehe darum, neutral festzustellen, ob das Ansinnen des Vereins umsetzbar ist. „Das sind wir dem Bauwerk schuldig“, ergänzte Weigl. Laut Hans Neumann dürfe man dem aber nicht zustimmen, da dies gegen das Gesetz verstoße.

Kulturreferent: Neutrale Bewertung

Schönharting freute sich über die gelungene Notsanierung und sprach von einer ganzheitlichen Lösung. Auch der Kulturreferent des Landkreises, Dr. Thomas Feuer, bezog Stellung. In der Debatte des Marktrats sei vieles durcheinandergeworfen worden. Es sei an der Zeit, eine neutrale Bewertung vorzunehmen, sagte er. Bei der abschließenden Abstimmung sprachen sich sieben Markträte für den Antrag des Burgenvereins aus, elf waren dagegen.

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Verein geht in Vorleistung

  • Verantwortung:

    Der Markt Nittendorf wird vom Förderkreis in allen Belangen der Burgruine unterstützt. Der Verein bietet an, das Eigentum an Teilen der Anlage (z.B. Bergfried, Zuwegung oder Höhle) mit allen Rechten und Pflichten zu übernehmen (sofern dies erforderlich ist): auf der Grundlage einer verbindlichen Vereinbarung mit der Marktgemeinde die gesamte Burganlage eigenverantwortlich zu betreuen sowie sich an möglichen entstehenden Unkosten im Rahmen der Möglichkeiten zu beteiligen.

  • Betreuung:

    Die eigenverantwortliche Betreuung der Locher Burg könnte laut Schönharting folgende Punkte umfassen: Koordination der Nutzung; Lenkung der Besucher; Führungen zu regelmäßigen Öffnungszeiten und nach Absprache; regelmäßige Begehungen zur Kontrolle; regelmäßige Reinigung und Müllbeseitigung; Unterstützung der Beweidung, Durchführung kleiner Instandhaltungsmaßnahmen (soll heißen, kleiner Bauunterhalt in Absprache mit dem Markt und dem Landesamt für Denkmalpflege).

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