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Kultur

Burgmuseum wird interaktiv

Das Areal in Wolfsegg kommt für 1,1 Millionen Euro auf den neuesten Stand der Technik. Dabei geht es auch um den Brandschutz.
Von Maximiliane Gross

Das Museum auf der Burg Wolfsegg wird ab dem Herbst im Inneren saniert. Dabei wird auch der Brandschutz erneuert. Foto: Gruber
Das Museum auf der Burg Wolfsegg wird ab dem Herbst im Inneren saniert. Dabei wird auch der Brandschutz erneuert. Foto: Gruber

Wolfsegg.Das Museum auf der Burg Wolfsegg, die im 13. Jahrhundert von der Familie Wolf von Schönleiten errichtet wurde, geht mit der Zeit. Fast dreißig Jahre nach der Generalsanierung wird das Bau- und Geschichtsdenkmal ab Herbst modernisiert, aber auch inhaltlich, technisch und räumlich aufgewertet.

Damit erstrahlt eine der best erhaltenen und vollständigsten Anlagen der Oberpfalz zumindest innerlich in modernem Glanz und bietet sowohl Besuchern aus der ganzen Region als auch Touristen Geschichte zum Anfassen. Mit 3-D-Modellen, Figuren oder historischen Exponaten wird nicht nur das mittelalterliche Leben in Wolfsegg, sondern auf Burgen im Allgemeinen erzählt. „Es ist wichtig, dass wir Schmuckstücke erhalten. Die Burg ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Landrätin Tanja Schweiger.

„Das Projekt ist etwas besonderes und unser Ziel ist es, ländliche Regionen zu unterstützen.“

Hans-Michael Pilz, Leader-Koordinator Oberpfalz

Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben betragen knapp 1,1 Millionen Euro. Davon belaufen sich 555 000 Euro auf die Umgestaltung, Erweiterung und Aufwertung der Ausstellung, der Rest wird in Brandschutz, Burghöhle und Innenhof samt angrenzender Gebäude investiert.

Leader zahlt 220 000 Euro

Der Landkreis könnte die Kosten alleine nicht stemmen und erhält deshalb Unterstützung von mehreren Seiten. Der größte Teil der Fördermittel kommt vom europäischen Leader-Programm. Hans-Michael Pilz, Koordinator für die Oberpfalz, überreichte der Landrätin jetzt den Förderbescheid über 50 Prozent der Nettokosten für das Museum. „Das Projekt ist etwas besonderes und unser Ziel ist es, ländliche Regionen zu unterstützen“, erklärt Pilz. Das Wolfsegger ist das größte Projekt der aktuellen Förderphase. Um eine Förderung in Anspruch nehmen zu können, müsse deutlich erkennbar sein, dass die Initiative von Bewohnern und Akteuren der Region ausgehe. Zudem müsse das Entwicklungsziel ersichtlich sein. Das alles seien Aspekte, die im Fall des Burgmuseums zutreffen.

Landrätin Tanja Schweiger (Mitte) nahm den Förderbescheid von Hans-Michael Pilz (links neben ihr) entgegen. Foto: Gross
Landrätin Tanja Schweiger (Mitte) nahm den Förderbescheid von Hans-Michael Pilz (links neben ihr) entgegen. Foto: Gross

Bis jetzt wurden auf dem Gelände die Vorarbeiten durchgeführt. Richtig los geht es mit den Sanierungs- und Aufwertungsarbeiten dann im Herbst. Das aufgehübschte Burgmuseum öffnet dann die Pforten zu seinen 14 Räumen zur Sommersaison 2019.

Im angrenzenden „Hollnberger Haus“ wird ein multifunktionaler Eingangsbereich mit Medienstation entstehen. An dieser können Besucher ihre Neugierde auf Ritter und Geschichte über einen Touchscreen stillen und sich mit Texten und Videos informieren. Das ist aber nicht nur etwas für Erwachsene. Das Angebot wird dort auch kindgerecht aufgearbeitet. Zudem sollen im Eingangsbereich die Kasse und sanitäre Anlagen für die Gäste entstehen.

Brandschutz enorm wichtig

Neben der Erneuerung des Museums spielt der Brandschutz auf der Burg bei dem Projekt eine entscheidende Rolle: Das alte Gemäuer wird während der Bauphase auch hinsichtlich der aktuellen Vorschriften fit gemacht. „Die Burg ist keine Ruine und beherbergt ein öffentliches Museum. Deshalb gelten hier dieselben Brandschutzregelungen wie bei allen anderen öffentlichen Gebäuden auch“, erklärt Dr. Thomas Feuerer, Kulturreferent des Landkreises.

Konkret bedeutet das, dass die Brandmeldeanlage erneuert wird und der Alarm im Notfall direkt bei der Integrierten Leitstelle eingeht. Zudem sind beispielsweise brandschutztaugliche Türen zum Treppenhaus vorgeschrieben, die ebenfalls an die Meldeanlage gekoppelt sein müssen. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Elemente des Brandschutzkonzepts auf circa 70 000 Euro, die der Landkreis alleine trägt.

So soll der Ritterssal nach der Renovierung aussehen. Skizze: Atelier Hackel
So soll der Ritterssal nach der Renovierung aussehen. Skizze: Atelier Hackel

Wer sich auf den Weg zum 14 Räume großen Museum macht, muss bis zum Eingang zahlreiche alte Steintreppen bewältigen. Im Rahmen der Neugestaltung entsteht auf dem Burgberg auch ein Lehrpfad mit acht Informationstafeln. Darauf erfahren die Besucher schon beim Aufstieg Spannendes über das Anwesen in Wolfsegg, bevor es im neuen Museum selbst um das Leben auf Oberpfälzer Burgen im Allgemeinen geht. In Kallmünz, Laaber, Donaustauf oder Brennberg hätte es vor ein paar hundert Jahren also ganz ähnlich ablaufen können, wie es hier beschrieben wird.

Broschüren und Karten für Interessierte

  • Burgen- und Kirchenführer:

    Der Landkreis Regensburg brachte die neue Broschüre „Burgen- und Kirchenführungen im Regensburger Land“ heraus. Neben den Burgen Wolfsegg und Brennberg sind auch die Burgruinen Kallmünz und Donaustauf in dieser aufgeführt. Zudem bietet der Landkreis auch für Kirchenliebhaber ein Programm. Die Veranstaltungen sind allesamt in Kooperation mit der VHS Regensburger Land und der KEB Regensburger Land.

  • Burgensteigkarten I und II:

    Die Broschüre gibt es seit 2008. Jetzt aktualisierte sie der Landkreis wieder. Sie beinhaltet nicht nur Veranstaltungstipps auf den Burgen, sondern beispielsweise auch Führungen mit ausgebildeten Burgenführern. Karte I umfasst die Burgensteige entlang des Tals der Schwarzen Laaber und des Naabtals, Karte II befasst sich mit drei Steigen im Regental. Alle Broschüren sind über das Landratsamt Regensburg erhältlich.

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