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Chance für Altenthanner Seniorenresidenz

Das ehemalige Kloster steht samt umliegenden Grundstücken zum Verkauf. Im Gespräch ist nun auch ein neues Baugebiet.
Von Peter Luft

Die Gemeinde Altenthann möchte beim Verkauf des alten Klosterbaus eine Seniorenresidenz zur ambulanten Tagespflege haben.
Die Gemeinde Altenthann möchte beim Verkauf des alten Klosterbaus eine Seniorenresidenz zur ambulanten Tagespflege haben. Foto: Peter Luft/Peter Luft

Altenthann.Das einstige Kloster Altenthann am Kirchbuckl in der Vorwaldstraße 1, einst als Erholungsheim und Exerzitienhaus der Dominikaner Schwestern vom Kloster Heilig Kreuz am Judenstein in Regensburg genutzt und betrieben, wird erneut verkauft. Die Schwestern gaben das Objekt vor acht Jahren aus Kostengründen ab. Die Nonnen, die das Gebäude hundert Jahre lang als Sommersitz mit Hofstelle, Landwirtschaft und Viehhaltung genutzt hatten, verkauften es an einen Münchner Immobilienmakler. Er bewohnte das ehemalige Kloster mit seiner Familie und verkauft das quadratische Gebäude jetzt samt umliegendem Bauland.

Die Gemeinde möchte den gut erhaltenen Klosterbau, der rund hundert Schritte von der Pfarrkirche entfernt liegt, für eine öffentliche Nutzung erhalten. Künftig soll darin eine ambulante Tagespflege für Senioren entstehen. „Die Verhandlungen mit den zwei Investoren, die das gesamte Klosterareal erwerben wollen, verlaufen bezüglich des Wunsches der Gemeinde recht sachlich und positiv“, sagte Bürgermeister Harald Herrmann in der Sitzung des Gemeinderates in der Sporthalle. Die Namen der Investoren nannte er noch nicht.

Ein Wunsch der Bürger

Somit käme die Gemeinde Altenthann verspätet noch in den Genuss, vor Ort eine Einrichtung für Senioren zu erhalten, was bei Bürgerversammlungen schon öfters angeregt worden ist. Denn vor acht Jahren hatte die Gemeinde die Chance auf den Kauf des Klosterareals mit Gebäude nicht wahrgenommen (MZ berichtete).

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Verkauf des Klosters kann die Gemeinde voraussichtlich auch den Parkplatz nördlich vom Friedhof als zusammenhängende Parkfläche erweitern. „Auch hier stehen die Vorverhandlungen mit den angehenden Investoren gut“, sagte Herrmann dem Gemeinderat. „Die Trägerschaft der ambulanten Tagespflege müsste noch abgeklärt werden. Fest steht der Verkauf des Klosters. Wir als Gemeinde können uns das jetzt nicht mehr leisten“, erklärte der Bürgermeister, der sich mit den Gesprächen zu dem Vorhaben zufrieden zeigte.

„Es ist vorerst nur ein Entwurf, der zum Meinungsbild im Gemeinderat beitragen soll“, stellte Geschäftsstellenleiter Stefan Unertl den Bebauungsplanvorschlag „Kloster Altenthann und Umfeld“ vom Planungsbüro Kehrer vor. „Es ist etwas für die Zukunft. Es finden Gespräche mit dem Landratsamt statt“, sagte Herrmann. Die Planungshoheit liege nach wie vor bei der Gemeinde. Sie müsste für diese Maßnahme den Bebauungsplan sowie den Flächennutzungsplan ändern, was mit Kosten verbunden wäre. Der Bürgermeister gab den Gemeinderäten eine Entscheidungsfindung als Hausaufgabe mit und kündigte das persönliche Erscheinen der Investoren an.

Das Bauareal

  • Konzept:

    Die Fläche der Klostergrundstücke am Kirchbuckl beträgt 15350 Quadratmeter. Damit hätte die Gemeinde ein neues Baugebiet. Vorgesehen sind etwa 20 Einfamilienhäuser. Für Parkplätze sind in dem Entwurf 1860 Quadratmeter eingeplant, für Grünflächen 740 Quadratmeter und für Straßenbau 3000 Quadratmeter.

  • Beschluss:

    Der Gemeinderat soll sich in einer der nächsten Sitzungen entscheiden, ob er auf diesen Zug aufspringt oder nicht. (llu)

„Die Bebauung am Kirchbuckl hatten wir vom Klostereigentümer vor drei Jahren schon mal auf dem Tisch“, sagte Ludwig Eder. Das Landratsamt habe damals eine Absage erteilt, weil die Bebauung in der Nähe der Kirche nicht zum Ortsbild gepasst habe. „Auch der Gemeinderat hat damals abgelehnt“, erinnerte 2. Bürgermeister Johann Obermeier. „Wir haben jetzt eine neue Situation“, sagte der Geschäftsstellenleiter zur Sachlage. Ein Beschluss über das Bauvorhaben fand noch nicht statt.

Abwassergebühr wird angepasst

Unertl kündigte in der Sitzung mit sieben Zuhörern für 2021 eine Anpassung der seit 2011 gültigen Abwassergebühren an. Sie soll bürgerfreundlich ausfallen. Anstehende Maßnahmen beim Kanalnetz beeinflussen die Gebührenentwicklung. Beschlossen wurde die Erneuerung der Leitplanke an der Straße Weiherhaus beim „Hüter-Weiher“ auf einer Länge von 60 Metern (Kosten etwa 4000 Euro). Der Gemeinderat billigte den Änderungsbeschluss mit Deckblatt eins zum Bebauungsplan „Altenthann Ost II“ zur Parzellierung und Änderung der Grundstücksgrenzen. „Der Haushalt 2020 ist vom Landratsamt genehmigt zurück“, informierte Bürgermeister Herrmann.

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