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Gesundheit

Chefarzt schulte in Nepal Mediziner

Dr.Wolfgang Sieber aus Wörth flog auf eigene Kosten nach Südasien. Er brachte Gerätschaften mit, hielt Vorträge und erläuterte Behandlungsmethoden.
von walter schiessl, mz

Dr. Wolfgang Sieber mit der Anästhesistin Dr. Sangina vom Krankenhaus in Dhulikhel. Fotos: KKH

wörth.Die zehntägige Reise nach Nepal hat sich auf alle Fälle gelohnt, sagt Dr. Wolfgang Sieber, Chefarzt an der Wörther Kreisklinik für Pneumologie und Allergologie. Der Mediziner flog auf eigene Kosten in das südasiatische Land, um dort Medizinern die europäischen Behandlungsmethoden bei Lungenkrankheiten näherzubringen. Über eine Woche lang brachte Wolfgang Sieber den Ärzten in Dhulikhel-Hospital die Techniken bei, hielt Vorträge über die Allergologie und führte zwölf Lungenspiegelungen durch. „Ich glaube schon, dass das den Ärzten dort einiges gebracht hat“, zog der Wörther Che´farzt Bilanz.

„Es war zum einen ein tolles Erlebnis“, sagte der 52-Jährige, der für seinen Nepal-Trip Urlaub genommen hatte und etwa 2000 Euro für Flug und Aufenthalt zahlte. Zum anderen sehe man durch Touren in andere Länder, wie gut das bundesdeutsche Gesundheitssystem funktioniere. In Nepal müssten beispielsweise die Patienten für viele Untersuchungen und Behandlungen selbst bezahlen. „Da kann es schon sein, dass es Krebspatient für eine Chemotherapie sein Haus verkaufen muss“, sagte der Wörther Mediziner, der 1980 am Regensburger Goethe-Gymnasium sein Abitur machte.

„Das war sehr lehrreich“

Das Problem in dem zur 30 000-Einwohner-Stadt Dhulikhel gehörenden Krankenhaus sei nicht die Ausstattung, sondern die mangelnde Ausbildung der Lungenfachärzte, von denen es bislang nur sechs im ganzen Land gebe. Das sei nur ein sehr geringer Prozentsatz, merkte Wolfgang Sieber an, vor allem auch wenn man die hohe Zahl der Lungenkrankheiten sehe. Diese hänge oft mit der schlechten Wohnsituation zusammen, der viele Nepalesen ausgesetzt seien. „Da gibt es sehr häufig noch offene Feuerstellen, was die Krankheiten verstärkt“, sagt der Wörther Chefarzt, dem bei seiner Reise nach Fernost zugute kam, dass er mit der Neutraublinger Ärztin Dr. Lena Schieder und dem stellvertretenden Ärztlichen Direktor des Universitätsklinikums, Professor Bernhard Graf, zwei aus der Region stammende Mediziner vor Ort hatte. „Die konnten mir schon eine ganze Menge erzählen“, sagte Wolfgang Sieber, denn die beiden seien unabhängig voneinander schon längere Zeit vor dem Wörther in Dhulikhel gewesen.

Wichtig sei es gewesen, den Nepalesen die Magenspiegelungen zu zeigen. Dazu seien eigens einige magenkranke Patienten einbestellt worden, an denen der Wörther Spezialist die Untersuchungen durchführte. „Das war sicher sehr lehrreich“, merkte er an.

„Man soll etwas zurückgeben“

Verlasse man das Land am Himalaya wieder, komme einem in Sinn, welch gut ausgeprägtes Gesundheitssystem man in Bundesrepublik habe, sagte der Wörther Pneumologe, der seine Reise auch als Beitrag dafür sieht, dass der Westen oft auf Kosten der dritten Welt lebe. „Da soll man schon etwas zurückgeben“, sagte er.

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