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WEchsel

Christoph Limmer wird Verwaltungsleiter

Der bisherige Kämmerer der Gemeinde Pentling folgt auf Robert Griesbeck. Damit geht eine 38 Jahre dauernde Ära zu Ende.
Von Josef Eder

Christoph Limmer (links) übernimmt die Leitung der Pentlinger Verwaltung von Robert Griesbeck (Mitte). Markus Maier ist der neue Kämmerer. Foto: Josef Eder
Christoph Limmer (links) übernimmt die Leitung der Pentlinger Verwaltung von Robert Griesbeck (Mitte). Markus Maier ist der neue Kämmerer. Foto: Josef Eder

Pentling.Pentling Am 1. August stand zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde Pentling ein größerer Wechsel in den Führungspositionen des Rathauses an. Der langjährige Verwaltungsleiter Robert Griesbeck übergab seine Amtsgeschäfte an den bisherigen Kämmerer Christoph Limmer. Dessen Aufgaben übernimmt Verwaltungsfachwirt Markus Maier. Maier war bisher für soziale Angelegenheiten, Ferienprogramme, Fischereischeine, Gewerbe An- und Abmeldungen zuständig. Diesen Posten übernimmt Kathleen Schmulla. Auch in der Kasse und im Vorzimmer der Bürgermeisterin sind mit Manuela Inhofer und mit Birgit Runge neue Kräfte tätig. Beide sind bereits seit einigen Monaten aktiv.

Robert Griesbeck betont, dass es Zeit ist, die Leitung der Gemeindeverwaltung in jüngere Hände zu geben. Die Bestellung aller Führungspositionen erfolgte durch einstimmigen Gemeinderatsbeschluss. Der bisherige Geschäftsleiter wird im Rahmen der Altersteilzeit noch zeitweise für die Kommune tätig sein. Er wird die laufenden Bauleitplanverfahren und Grundstücksverkäufe bearbeiten und die Gemeindeverwaltung bei der Umstrukturierung unterstützen.

Zwei Ämter in Personalunion

Im Jahre 1981 kam Robert Griesbeck von der bayerischen Forstverwaltung zur Gemeinde Pentling. Bürgermeister war damals Franz Sennebogen. Nach dem Ausscheiden seine Vorgängers Siegfried Arbinger wurde er nach kurzer Zeit zum Geschäftsleiter und Kämmerer bestellt. Beide Funktionen übte er in Personalunion bis Juni 2016 aus, als Limmer seinen Dienst in Pentling antrat. Dieser war bis zu seinem Wechsel Leiter der Finanzverwaltung und Stadtkämmerer von Mainburg. Der gebürtige Mainburger war nach seiner Ausbildung zwei Jahrzehnte in allen Bereichen der Finanzverwaltung in seiner Heimatstadt tätig. Ab 2011 bis zu seinem Wechsel 2016 war er dort Kämmerer.

Griesbecks Bilanz ist schon in Zahlen beachtlich: In den 38 Jahren führte er bei 710 Gemeinderats- und Ausschusssitzungen Protokoll. Dazu kamen 262 Bürgerversammlungen. Mit Gerhard Klier (1984 bis 2002), Albert Rummel (2002 bis 2014) und Barbara Wilhelm (seit 2014) hatte er nach Franz Sennebogen drei weitere Rathauschefs.

In diesen Jahren hat sich in der Gemeinde Pentling vieles verändert. Bei seinem Dienstbeginn habe die Verwaltung aus fünf kleinen Büroräumen im alten Schulhaus (jetzt neuer Kindergarten) bestanden, erinnert sich Griesbeck. Dort sei auch noch das Postamt untergebracht gewesen. Im Nebengebäude befand sich der einzige Kindergarten.

Heute verfügt die Gemeinde über ein modernes Rathaus, zwei Kindergärten (200 Plätze), ein Seniorenwohnheim (81), den Kinderhort (95) an der Grundschule Großberg sowie die Mittagsbetreuung (110) und eine Kinderkrippe (36). Geplant ist eine Erweiterung der Krippenkapazität um 24 Plätze. In Hölkering wurde das einzige Hospiz der Oberpfalz errichtet.

Für viel Arbeit sorgten die Veränderungen in der Schullandschaft. Zunächst war es die Ausgliederung aus dem Schulverband der Grund- und Hauptschule der Regensburger Stadtteile Oberisling, Graß und Leoprechting. Später kam in zwei Abschnitten die Auflösung der Haupt- und dann der Teilhauptschule hinzu. Die Pentlinger Schüler besuchen jetzt die Angrüner Mittelschule in Bad Abbach. In diese Entwicklung waren nicht nur zwei Landkreise, sondern auch die Regierungsbezirke Oberpfalz und Niederbayern involviert. Mehrere Jahre dauerte die Generalsanierung des Schulhauses in Großberg.

„Die Wunden der großen Gemeindegebietsreform bestimmten das Gemeindeleben“, erinnert sich Griesbeck an die Anfangsjahre. Der neuen Großgemeinde Pentling standen die Bewohner der früher selbstständigen Gemeindeteile misstrauisch und teilweise sogar feindselig gegenüber.

Kleine Garagen für die Feuerwehr

Der Bauhof war damals in einer Garage neben dem jetzigen Kindergarten Großberg untergebracht. Später wurde er am Großberger Weg errichtet. Jetzt soll ein neuer moderner Bauhof folgen. Die Feuerwehrgerätehäuser waren kleine feuchte Garagen. Die Ausrüstung bestand damals in der Regel aus einem Tragkraftspritzenanhänger, gezogen von einem Traktor. Heute sind die Wehren mit modernsten Fahrzeugen effizient ausgestattet. Lediglich in Großberg fehlt noch ein neues Gerätehaus.

Eine Mammutaufgabe war der Ausbau der Kanalisation. Mehr als dreißig Millionen Euro wurden im Lauf der Jahre investiert. Das Kanalsystem ist an die Kläranlage der Stadt Regensburg angeschlossen. Die damals 12000 eingekauften Einwohnergleichwerte reichen in der nahen Zukunft noch aus. In den Anfangsjahren der Gemeinde Pentling waren nahezu alle Ortsteile landwirtschaftlich von Bauernhöfen mit Großtierhaltung geprägt. Es gab Abwasserprobleme und verschmutzte Oberflächengräben. Heute gibt es nur mehr drei Betriebe mit Rinderhaltung.

Einkaufsmöglichkeiten gab es in den dörflichen Tante-Emma-Läden und bei C&C Meisterkauf (real) in Pentling. Später folgten weitere Discounter. Kleinere Gewerbegebiete entstanden. Hier hat Pentling bis heute Nachholbedarf. Die Bautätigkeit nahm zu. Es wurden Flächen in fast allen Orten ausgewiesen. Die Wohnungsnot ist jedoch auch in der Gemeinde größer geworden. Der Geschosswohnungsbau wird, nachdem Pentling immer städtischer geprägt ist, klassische Baugebiete für Einfamilienhäuser ablösen.

Ein neues Zeitalter

  • Computer:

    Der erste PC der Gemeinde kostete mehr als 8000 DM.

  • Speicher:

    Die Datenspeicherung erfolgte mangels einer Festplatte auf Disketten.

  • Vernetzung:

    Internet und elektronischer Datenaustausch waren noch unbekannt. (lje)

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