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Investition

CSU stimmt gegen den Kinderhort

Sieben Lappersdorfer Markträte haben den Anbau an die Karether Grundschule abgelehnt. Gebaut wird nun trotzdem.
Von Josef Dummer

An dieser Stelle wird die Grundschule Kareth einen Anbau für einen viergruppigen Kinderhort erhalten.  Foto: Dummer
An dieser Stelle wird die Grundschule Kareth einen Anbau für einen viergruppigen Kinderhort erhalten. Foto: Dummer

Lappersdorf.Architekt Peter Hanshans stellte den Markträten die Entwurfsplanung für den Anbau eines Kinderhorts an die Grundschule Kareth vor. Ebenso informierte das Ingenieurbüro „conduct“ über die geplante technische Gebäudeausrüstung des Objekts. Wie die für den Hochbau im Rathaus zuständige Sachbearbeiterin Ute Surrer berichtete, ist die vorgelegte Entwurfsplanung in Anlehnung an das Raumprogramm der Regierung der Oberpfalz für einen viergruppigen Kinderhort erstellt worden, in dem bis zu 100 Kinder betreut werden können.

Der Leiter des Familienresorts im Rathaus, Christian Gamon, informierte die Räte über den Bedarf für einen weiteren Kinderhort. Der Kinderhort Lappersdorf ist aktuell in der Gemeindehalle untergebracht. Eine Genehmigung dafür sei vom Kreisjugendamt nur übergangsweise ausgesprochen worden, wenn gleichzeitig neue Hortplätze geschaffen werden. Zu Beginn des Betreuungsjahres 2017/2018 war eine starke Nachfrage zu verzeichnen, erklärte Gamon. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten wird der Kinderhort Lappersdorf dann von der Gemeindehalle in den neuen Anbau umziehen. Architekt Hanshans kündigte nach seiner Entwurfsvorstellung an, dass der Bauantrag im Mai gestellt werden könnte, wenn die Räte den Plänen zustimmen.

Baukosten 2,3 Millionen Euro
Mit einem Baubeginn rechnet er aber „bei der derzeit angespannten Lage auf dem Bausektor“ nicht vor Frühjahr/Sommer nächsten Jahres. Der Anbau am nordöstlichen Teil der Grundschule Kareth soll etwa 40 Meter lang und 13 Meter breit und rund 7,50 Meter hoch werden. Der Schulbetrieb würde durch die Baumaßnahme so gut wie nicht beeinträchtigt, versprach Hanshans, der die geschätzten Gesamtkosten auf rund 2,3 Millionen Euro bezifferte. Dafür sei ein Zuschuss von rund 1,2 Millionen Euro zu erwarten, ergänzte Kämmerer Robert Weilhammer. Während es für den CSU-Fraktionsvorsitzenden Joachim Strauß sinnvoller gewesen wäre, ein Gesamtkonzept mit einer bei Bedarf erforderlichen Erweiterung für die Grundschule einzuplanen, sah die SPD-Sprecherin Barbara Rappl mit diesem Entwurf „den Grundstein für eine gebundene Ganztagsschule“ gelegt. Auch der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Heinz Findeis, sah in der Planung ein „schlüssiges Konzept“. Mit 14 Ja- und sieben Neinstimmen gaben die Markträte dem Projekt ihre Zustimmung. Die sieben Nein-Stimmen stammen alle aus der CSU-Fraktion.

Vertreter der Rewag und des Wasserwirtschaftsamts erinnerten das Gremium eindringlich an seine Pflichten bei der Planung, dem Bau und Unterhalt von öffentlichen Abwasserkanälen, bedingt durch die Lage im Wasserschutzgebiet Sallern. Vor allem die seit 1996 im Abstand von fünf Jahren vorgeschriebene Dichtigkeitsprüfung der Abwasserkanäle sei bisher im Markt Lappersdorf vernachlässigt worden, meinten die Behördenvertreter und zeigten das mögliche Gefahrenpotenzial bei undichten Kanälen auf.

Zahlen Privathaushalte mit?
Nachdem erforderliche Maßnahmen mit nicht unerheblichen Kosten verbunden seien und auch Eingriffe in Privatgrundstücke nicht ausgenommen werden könnten, forderte beispielsweise der Rewag-Vorstandsvorsitzende Olaf Hermes vom Markt Lappersdorf, schon jetzt seine Bürger auf die Notwendigkeit von Dichtigkeitsprüfungen hinzuweisen.

Nach Angaben des Vertreters aus dem Wasserwirtschaftsamt, Christian Hurka, ist der Markt Lappersdorf mit seinen Abwasseranlagen zwar auf einem „guten Weg“, trotzdem empfahl er den Räten den Blick in eine Broschüre des Landesamts für Umwelt zur Sanierung kommunaler Abwasserkanäle. Vor allem sei eine konsequente Eigenüberwachung und nachhaltige Weiterentwicklung wichtig. Bürgermeister Christian Hauner meinte nach diesen Ausführungen: „Es gibt was zu tun, und wir haben verstanden.“ 

Weitere Themen

  • Haushalt: 

    Dem Markt Lappersdorf wurde die rechtsaufsichtliche Genehmigung des Haushalts für 2018 vom der Aufsichtsbehörde am Landratsamt erteilt. Auch eine Kreditaufnahme von 4,5 Millionen Euro ist genehmigt worden. Empfohlen wird vom Landratsamt eine Erhöhung der Grundsteuer-Hebesätze auf 310 Punkte noch in diesem Jahr.

  • Bürgerversammlungen: 

    Sie waren nach Angaben von Geschäftsleiterin Sabine Schick durchwegs gut besucht. Anträge, die einen Beschluss des Marktrats erforderlich machten, gab es nicht. (ldk)

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