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Tiere

Das sanfte Leben mit Alpakas

Die Familie Staudigl züchtet die Kamel-Abkömmlinge auf ihrem Hof in Neukirchen. Sie sind sanftmütig und genügsam.
Von Alfons Beil

Josef Staudigl beim Füttern seiner Alpakas: Die Tiere gelten als sehr genügsam. Foto: Alfons Beil
Josef Staudigl beim Füttern seiner Alpakas: Die Tiere gelten als sehr genügsam. Foto: Alfons Beil

Hemau.Seit einigen Jahren befinden sich im Garten der Familie Josef und Caroline Staudigl am Blaubauernhof Alpakas. Das Ehepaar wollte nach Aufgabe der Milchviehhaltung wieder Leben auf das Hofgelände bringen. Ein Hund und eine Katze waren ihnen dabei zu wenig. Deshalb holten sie sich Alpakas auf den Hof. Anfangs waren es zwei Tiere, doch mittlerweile ist der Bestand auf fünf Tiere angewachsen. Die sanftmütigen Tiere werden mit viele Liebe betreut und gepflegt.

Für ihre Wolle sind die Alpakas geschätzt. Foto: Marc Strohfeld/dpa
Für ihre Wolle sind die Alpakas geschätzt. Foto: Marc Strohfeld/dpa

Der „Blaubauern Sepp“, wie er in Neukirchen genannt wird, hat 1997 den Blaubauernhof von seinen Eltern übernommen. In dem damaligen Betrieb gab es noch Ackerbau und Viehzucht im Vollerwerb. Im Jahre 2006 gaben die Staudigls die Milchviehhaltung auf. Den Feldbau betreiben sie bis heute im Nebenerwerb weiter. Die Arbeit ging ihnen trotzdem nie aus. Die Familie steckte in den vergangenen Jahren viel Engagement und Geld in den Hof. Die dazugehörigen Gebäude und der anliegende Garten mussten ständig gewartet, umgebaut und gepflegt werden. Auch die Pflege des Gartens kostet viel Zeit, denn dieser ist sehr groß.

Erster Kontakt auf Christkindlmarkt in Regensburg

Josef Staudigl trug sich schon lange mit dem Gedanken, Alpakas anzuschaffen. Den ersten Kontakt hatte er auf dem Christkindlmarkt im Schloss Thurn und Taxis in Regensburg. Dort zählten die Tiere mit den sanften Augen zu den Attraktionen und Staudigl kam mit dem Züchter ins Gespräch. Später besuchten Caroline und Josef Staudigl diesen Züchter in Treffling bei Cham.

Und dort war es Liebe auf den ersten Blick: Die beiden erwarben spontan zwei Alpakas. Nachdem der nötige Umbau für zwei Ställe abgeschlossen war, kamen ein Alpaka-Hengst und eine Alpaka-Stute nach Neukirchen. Die beiden liebenswerten Tiere sind bis heute im Besitz der Hobbyzucht Staudigl am Blaubauernhof.

Sehen Sie im Video mehr über Alpakas in Ostbayern:

Alpakas in Ostbayern Video: MZ

Nach zwei Jahren folgte der Kauf einer weiteren Stute mit Fohlen. Zwischenzeitlich ist die Herde angewachsen und ein Hengst wurde wieder abgegeben. Momentan sind auf dem Hof zwei Hengste, zwei Stuten und ein Fohlen, das ebenfalls weiblich ist. Um beim Decken keine Inzucht zu betreiben, bringt Josef Staudigl diese Tiere immer wieder zu dem Züchter nach Treffling.

Trotz aller Begeisterung wollen die beiden Neukirchener Hobbyzüchter bleiben. Die aktuelle Herde von fünf Tieren soll nicht viel größer werden. Momentan ist eine Stute wieder trächtig. Die Tragezeit der Alpakas dauert fast ein Jahr und so wird der nächste Nachwuchs zwischen Mai und August 2020 zu Welt kommen.

Tiere müssen in Südamerika rauem Klima standhalten

Die Tiere würden sich in unserer Region sehr wohl fühlen, erklärt Staudigl. In ihrer Heimat in den südamerikanischen Anden müssten sie weitaus schwierigere klimatische Bedingungen aushalten. Dort seien die Nächte wegen der Höhelage kalt, während es tagsüber sehr heiß werden könne. Das extreme Klima dort ist nach Staudigls Angaben auch der Grund dafür, dass die Geburt von Jungtieren in den Sommermonaten erfolgt.

Weiter erzählte der Nebenerwerbslandwirt, dass die Alpakas vor dem Import aus Südamerika ca. ein Jahr in Neuseeland in Quarantäne bleiben müssen. Erst danach dürften die Tiere nach Deutschland gebracht werden. Dies sei mit großen Kosten verbunden, darum seien die Tiere beim Erwerb sehr teuer.

Bilder der Alpakas von „Grüne Au“ bei Zandt sehen Sie in der Bildergalerie:

Die Alpakas von "Grüne Au"

Josef Staudigl verbringt viel Zeit bei seinen Alpakas. Sie kommen sofort auf ihn zu und lassen sich streicheln. Diese Erfahrung gönnen die Staudigls auch anderen. Zum „Tag mit Tieren“ im Seniorenwohnen in Hemau kam die Familie mit zwei Alpakas. Die Tiere wurden von den Bewohnern aufmerksam bestaunt und liebevoll gestreichelt, was Alpakas besonders gerne haben. Am Halfter wurden sie auch durch den Park geführt. Oft kommen auch oft Familien mit Kindern an den Zaun des Geheges und bewundern die Tiere, besonders das Fohlen, das stets bei seiner „Mama“ ist.

In Südamerika weit verbreitet

  • Herkunft:

    Das Alpaka ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende Kamelart, die dort vor allem wegen der Wolle gezüchtet wird. Der Bestand an Alpakas in Peru liegt bei etwa 3,5 Millionen Tieren, was 80 Prozent des weltweiten Bestands ausmacht.

  • Name:

    Der wissenschaftliche Name ist Vicugna pacos.

  • Größe:

    Die Größe der Tiere liegt bei 81 bis 99 Zentimetern. Das Gewicht beträgt 48 bis 84 Kilogramm. Die Tragezeit liegt bei elf bis zwölf Monaten. Die Tierart gilt als Paarhufer.

Erfreut stellte der Landwirt fest, „dass die fünf Alpakas den Garten vollständig abgrasen“. Er müsse jetzt nicht mehr mähen und könne die Zeit stattdessen den Tieren widmen. Bescheiden sei auch der Futterbedarf, das dazu benötigte Heu bezieht Staudigl von den umliegenden Landwirten.

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