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Sicherheit

Der Ärger mit dem Brandschutz

Die Schließung des Airport ist die bisher härteste Reaktion des Landratsamts. Der Betreiber klagt über kurze Fristen.
Von Michael Jaumann

Kein Hinweis vermeldet am Airport, dass die Halle vorübergehend gesperrt ist. Bis Ende Februar sind die Veranstaltungen verlegt. Foto:Jaumann
Kein Hinweis vermeldet am Airport, dass die Halle vorübergehend gesperrt ist. Bis Ende Februar sind die Veranstaltungen verlegt. Foto:Jaumann

Obertraubling.Für einen vielbeachteten Paukenschlag sorgte das Landratsamt am Donnerstag. Mit der sogenannten Nutzungsuntersagung für die Eventhalle Airport müssen etliche Veranstaltungen verlegt werden, bis die Halle in Sachen Brandschutz nachgerüstet ist. „Kurzfristig und ohne Vorwarnung“ sei die Sperrung erfolgt, klagt der Veranstalter Power Concerts, dessen Eigentümer das Airport bespielen.

Bereits seit einem Vorfall beim Konzert von Stahlzeit sei im Airport bekannt gewesen, dass es Mängel bei Brandmeldanlage, Notausgang, Luftabzug und Fluchtwegen gebe, teilt das Landratsamt auf Anfrage unseres Medienhauses mit. Bei Telefonaten am 26. und 29. Januar sei die Nutzungsuntersagung angedroht worden, wenn die Prüfbescheinigung II – sozusagen die Quittung für die Umsetzung des Brandschutzkonzepts – nicht vorgelegt werden könne. Die Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Brandschutz treffe man nicht einfach so, versichert Hans Fichtl, Sprecher des Landratsamts. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.“

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.“

Hans Fichtl

Dass binnen Kurzem mit den Mehrzweckhallen von Obertraubling und Hagelstadt auch zwei weitere Veranstaltungssäle mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen hatten, habe nichts mit einem härteren Kurs der Aufsichtsbehörden zu tun, wehrt Fichtl ab. Das Landratsamt erfülle seine Aufgabe stets korrekt.

Aufwendige Auflagen

Er habe schon das Gefühl, dass die Behörden in Sachen Brandschutz strenger geworden seien, meint Otmar Hintermeier, Vater des Donaustaufer Sportspektakels, bei dem jeweils an die 500 Zuschauer die Mehrzweckhalle füllen. Allerdings habe es in Donaustauf nie größere Problem gegeben, so Hintermeier.

Die Auflagen in Sachen Brandschutz, Rettungsplänen und Fluchtwegen hätten sich sehr aufwendig gestaltet, erzählt Klaus Wenk, Leiter des Lappersdorfer Aureliums, das im Mai 2016 eröffnet wurde. Seit der Endabnahme habe es keinerlei Probleme in dem goldfarbenen Kulturzentrum gegeben.

„Von meiner Seite ist das klar und entspannt“, meint Kulturagent Alex Bolland, der als Mieter in zahlreichen Hallen zuhause ist und in Lappersdorf seit Jahren auch ein eigenes Festival veranstaltet. „Ich muss selber ein gutes Gewissen haben“, sagt er. Die Behörden achteten seiner Ansicht nach inzwischen stärker auf Fluchtwege und Anfahrtswege für die Feuerwehr. Er habe aber damit kein Problem. Die Regeln machten Sinn, „auch wenn manchmal übertrieben wird“. Kontrollen und Aktualisierungen von gesetzlichen Vorgaben seien für einen Konzertveranstalter nichts Neues. Da müssten manchmal eben Bestuhlungspläne geändert werden.

Bei seinem Zeltfestival, das er seit 2009 veranstalte, nähere er sich allmählich dem Optimum an. Vor jedem Festival erfolge eine Abnahme durch die Behörden. Zusätzlich gehe er mit der Feuerwehr durchs Gelände und achte darauf, was die örtliche Feuerwehr aus ihrer Sicht in Sachen Sicherheit anzumerken hat. Er wisse gar nicht, ob diese Begehung Vorschrift sei, so Bolland. Aber sie sei ihm ohnehin wichtig. „Es ist mir noch nie passiert, dass ich irgendwo gebucht hätte und dann wegen Sicherheitsmängeln absagen musste“, erzählt Bolland und bedauert seine Kollegen von Power Concerts, die jetzt kurzfristig Konzerte verschieben müssen.

Schierling hat nachgebessert

Mit seiner 30 Jahre alte Mehrzweckhalle hat der Schierlinger Bürgermeister Christian Kiendl einen Veranstaltungssaal, in dem etwa Monika Gruber vor 1000 Zuschauern auftrat oder Günter Grünwald. Demnächst werden „Da Huawa, da Meier und i“ wohl die Halle bis zum Rand füllen. Auch in Schierling sei in der letzten Zeit in der Halle nachzubessern gewesen, berichtet Kiendl. Dabei habe es sich nicht um größere Verstöße gehandelt, und das Landratsamt räume zudem Fristen ein.

Die Sicherheit sei seit der Loveparade in Duisburg mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten ein sensibles Thema, weiß Kiendl. Natürlich seien Kontrollen durch das Landratsamt unangenehm. Aber die Begehung durch die Behörde stelle gleichzeitig eine Hilfestellung dar. „Und wenn wir eine Brandschutztüre einbauen müssen, dann tun wir das.“

Das wären die nächsten Termine gewesen

  • 3. Februar:

    MZ-30Plus-Party

  • 9. Februar:

    Amberian Dawn & Edenbridge

  • 10. Februar:

    Uniball goes Airport

  • 17. Februar:

    Faber

  • 20. Februar:

    Jägermusic Clubaufschlag

  • 22. Februar:

    Alien ant Farm

  • 24. Februar:

    Bayern 1 Band

  • 3. März:

    MZ-30Plus-Party

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