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Hobby

Der Bonsai-Club in Regenstauf

Gottfried Riedel vom OGV gestaltet seit 40 Jahren Bonsais. Heute hat er in seinem Garten über 100 verschiedene Arten.
Von Sieglinde Geipel

Karl Hass (links) und Frank Wehrmann sind Mitglieder der Bonsai-Freunde des Obst- und Gartenbauvereins Regenstauf. Foto: Geipel
Karl Hass (links) und Frank Wehrmann sind Mitglieder der Bonsai-Freunde des Obst- und Gartenbauvereins Regenstauf. Foto: Geipel

Regenstauf.Für Gottfried Riedel sind Bonsais eine Inspiration aus der Natur. „Ich bin kein Bonsai-Meister“, sagt Riedel. Er sei eher einer, der versucht, angehende Bonsais in die passende charakteristische natürliche Form zu bringen. Über 100 Bonsais hat Riedel, der die Gruppe der Bonsai-Freunde des Obst- und Gartenbauvereins Regenstauf leitet, in seinem Garten stehen.

Bonsai bedeute „der Baum in der Schale“, erklärt er. Sein Ursprung liegt im frühen China der Han-Dynastie (206 vor Christus bis 220 nach Christus) und nicht, wie immer gesagt wird, in Japan. Dorthin brachten erst 794 bis 1185 buddhistische Mönche den Bonsai. Wie kommt man zu einem Bonsai? Die meisten Bonsaifreunde haben ihren ersten Bonsai, genauso wie Riedel auch, geschenkt bekommen.

So ein kleiner Baum braucht Zeit

Gottfried Riedel zeigt stolz einen seiner über 100 Bonsais.  Foto: Geipel
Gottfried Riedel zeigt stolz einen seiner über 100 Bonsais. Foto: Geipel

Im Handel werden auch Bonsai-Samen angeboten, doch davon rät Riedel ab. Damit habe man sicher keine Freude. Bis man einen kleinen Baum habe, vergehe viel Zeit. In der Praxis können Bonsais aus einem Pre-Bonsai, also einer vorgestalteten Rohpflanze, die bereits in einer Schale ist, gestaltet werden. Riedel nennt Stecklinge oder auch Baumschulpflanzen als weitere Möglichkeiten. Grundsätzlich eigneten sich fast alle Baumarten, sagt Riedel. Geeignet sei zum Beispiel ein in der Wildnis ausgegrabener älterer Baum oder Strauch, der von der Natur geformt wurde und meist eine interessante oder auch bizzare Form aufweist. Allerdings sei das Ausgraben und Umerziehen eines solchen Baums nicht ganz einfach und werde deshalb hauptsächlich von Bonsai-Spezialisten vorgenommen.

Bonsai – der Miniaturbaum

  • Ursprung:

    Der Bonsai hat seinen Ursprung im frühen China der Han-Dynastie. Nach Japan brachten ihn buddhistische Mönche zwischen 794 und 1185. Sein Siegeszug um die Welt begann nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Auch in Deutschland hat der Bonsai viele Liebhaber gefunden.

  • Pflege:

    Ein Bonsai braucht viel Geduld und fachgerechte Pflege. Dazu gehören Grundschnitt und Erhaltungsschnitt der Wurzeln, der Äste und der Blätter sowie auch das Drahten von Ästen.

  • Tipps:

    Wichtig sind ein Substrat, das Feuchtigkeit speichert, aber Staunässe verhindert, passender Dünger und eine bedarfsgerechte Bewässerung, die den Bonsai weder austrocknet noch im Wasser stehen lässt.

  • Informationen:

    Interessierte können sich an die Bonsai-Freunde des OGV Regenstauf wenden, der auch eine Facebookseite hat. Die Teilnahme ist kostenlos. Auch Nichtmitglieder und Anfänger sind willkommen. Mitgebrachte Bäume werden gemeinsam besprochen und gestaltet. (lgs)

Der Fachbegriff für einen solchen Baum ist Yamadori. Deshalb sei es wichtig, dass man sich für seinen Wunsch-Bonsai, egal ob es ein geschenkter oder ein ausgegrabener sei, Hilfe suche. Die Mitglieder der Bonsai-Freunde des Obst- und Gartenbauvereins Regenstauf unter Leitung von Gottfried Riedel würden gerne helfen – nicht nur Anfängern. Man trifft sich regelmäßig einmal im Monat zum Austausch und gegenseitiger Hilfe. Die Gruppe zählt zur Zeit 28 Bonsaifreunde. Manche brächten ihren Bonsai auch nur zur Pflege und wollten gar nicht so tief einsteigen, weiß Riedel.

Eine kleine Auswahl der vielen Bonsais in Gottfried Riedels Garten Foto: Geipel
Eine kleine Auswahl der vielen Bonsais in Gottfried Riedels Garten Foto: Geipel

Jeder sei gerne gesehen und bekomme individuelle Unterstützung. Ein Mitglied absolviere einen speziellen Lehrgang, der einen Zeitraum von sechs Jahren umfasst. Nach dem Abschluss gelte man als geschulter Bonsailehrer. Riedel sagt, er selbst habe sich vor 40 Jahren in die Materie eingearbeitet – viel gelesen, viel ausprobiert und auch manchen Rückschlag erlebt. Aber heute stünden in seinem Garten über 100 Bonsais. Sie machten viel Arbeit, aber er könne auch nicht mehr ohne sie sein. Wer Bonsais hat, braucht in erster Linie viel Geduld, denn die Bäume wachsen sehr, sehr langsam.

Die richtigen Werkzeuge

Die richtige Pflege ist die Voraussetzung für ein gutes Gedeihen. Man züchtet keinen Bonsai, wie man es oftmals hört, der Bonsai wird gestaltet, aus einem großen Baum wird ein kleiner, ein Bonsai. Das Wichtigste ist dabei der Grund- und der Erhaltungsschnitt an Wurzel und Blättern und das Drahten der Äste. Um all diese Pflegearbeiten durchführen zu können, werden entsprechende Werkzeuge benötigt. Dazu gehören eine feine Schere, die auch an der Spitze noch scharf sein sollte, eine mittlere Konkavzange sowie spezielle Bonsaidrähte in verschiedenen Stärken, außerdem verschiedene Schalen, Kultur- und Bonsaischalen und Drainagenetze.

Damit der Miniaturbaum gedeihen kann, braucht er auf den jeweiligen Baum abgestimmte Pflege. Dazu gehört die passende Erde. Riedel nutzt für seine Zwergbäume eine spezielle Erdmischung, die er selbst herstellt. Dazu gehört unter anderem Lavagranulat, das die Feuchtigkeit speichert.

Für jeden seiner Bonsais hat Riedel eine eigene automatische Wasserversorgung eingerichtet, die auch in seiner Abwesenheit für die richtige Bewässerung sorgt. Ein Bonsai dürfe nie austrocknen, aber auch nicht im Wasser stehen. Ebenso wird für jede Pflanze eine spezielle Düngung benötigt. Daher müsse man wissen, welcher Standort der richtige ist, das könne von sonnig bis Halbschatten sein, je nach Baumart.

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