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Gesundheit

Die Asklepios-Klinik geht neue Wege

In Bad Abbach kommen Geriatrie und Orthopädie zusammen. Fürstin Gloria ist Schirmherrin dieses einzigartigen Projekts.
Von Gabi Hueber-Lutz

Franz Hafner (von rechts), Geschäftsführer des Asklepios-Klinikums in Bad Abbach, Dr. Annette Kurrle, Schirmherrin Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und Prof. Dr. Joachim Grifka oto: Gabi Hueber-Lutz
Franz Hafner (von rechts), Geschäftsführer des Asklepios-Klinikums in Bad Abbach, Dr. Annette Kurrle, Schirmherrin Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und Prof. Dr. Joachim Grifka oto: Gabi Hueber-Lutz

Bad Abbach.Am Asklepios-Klinikum hat ein deutschlandweit einmaliges Modellprojekt seine Arbeit aufgenommen. Im Orthopädischen Universitätsklinikum entwickelten der Orthopäde Prof. Dr. Joachim Grifka und Dr. Annette Kurrle, Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie, das Konzept der „Speziellen Orthopädischen Geriatrie“ (SOG).

Im April genehmigte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die entsprechende Behandlungseinheit mit 20 Betten. Die Einheit arbeitet disziplinübergreifend und ermöglicht es den Ärzten künftig besser als bisher, auf vorhandene Vorerkrankungen, wie sie gerade auch ältere Patienten mitbringen, zu reagieren.

Medizin für ältere Menschen

Dr. Annette Kurrle ist Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie und leitet die neue „Spezielle Orthopädische Geriatrie“. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Dr. Annette Kurrle ist Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie und leitet die neue „Spezielle Orthopädische Geriatrie“. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Franz Hafner, der Geschäftsführer des Asklepios-Klinikums in Bad Abbach, war sichtlich stolz auf die neue Einrichtung. Er verwies auf den demografischen Faktor, der das neue Konzept so bedeutend mache: 43 Prozent der Patienten seien über 65 Jahre alt. Das gemeinsame Konzept reduziere das Risiko von Komplikationen bei Operationen deutlich. Das Ziel aller orthopädischer und aller Unfallchirurgie sei es, dass der Patient sich wieder selber versorgen kann, sagte Prof. Dr. Grifka. Die Medizin am Klinikum sei hoch spezialisiert. „Wie sind diejenigen, die Entwicklungen vorantreiben.“

„Früher oder später werden wir das alle benötigen.“

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, Schirmherrin

Gleichzeitig sei es aber wichtig, nicht nur das eine Gelenk im Blick zu haben, sondern den ganzen Menschen. Eine OP-Vorbereitung, Begleitung und Nachsorge, die das Spektrum der Begleiterkrankungen im Auge hat, ist hier entscheidend. Gerade bei älteren Menschen sind ja oft viele Vorerkrankungen vorhanden. So nehmen 75 Prozent der über 65-Jährigen aufgrund diverser Vorerkrankungen vier oder mehr Medikamente regelmäßig ein.

Natürlich ist dies nicht auf ältere Menschen alleine beschränkt. Auch jüngere Menschen können komplexe Vorerkrankungen mitbringen. Die Erkenntnisse aus der Geriatrie können entsprechend auch für sie sehr hilfreich sein.

Auch Jüngere profitieren

In der Praxis der SOG spielt das tatsächliche Alter eines Patienten keine Rolle. Auch jüngere Patienten werden bei Bedarf auf beiden Schienen betreut – der orthopädischen und der geriatrischen. Das Modell bringe mehr Sicherheit für alle Patienten mit sich, sagte Grifka. Es sei ein großer Vorteil, wenn beides nebeneinander laufe, betonte auch Dr. Annette Kurrle. „Die Patienten profitieren während der gesamten Behandlung.“

Dr. Kurrle leitet die SOG und ist seit November am Asklepios-Klinikum. Wichtig für eine optimale Vorbereitung auf eine OP sei auch die enge Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Hausarzt, sagte sie.

Spezielle orthopädische Geriatrie im Asklepios-Klinikum Bad Abbach Einweihung mit Fürstin
Spezielle orthopädische Geriatrie im Asklepios-Klinikum Bad Abbach Einweihung mit Fürstin

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hat die Schirmherrschaft über die SOG übernommen. Prof. Grifka habe in ihrer Familie schon oft und erfolgreich jemanden behandelt. „Diese neue Schiene ist ein fast schon logischer Schluss“, bemerkte sie. Eigentlich sei es verwunderlich, dass es diese interdisziplinäre Schiene noch nicht gebe. Denn die Demografie spreche eine eindeutige Sprache. Mit ihrer Schirmherrschaft unterstütze sie etwas, was allen zugutekomme. Der Bedarf sei sehr groß, bestätigte Prof. Dr. Grifka. Im Alltag merke das mancher nicht, weil er gut zurechtkomme. Wird eine Operation nötig, sehe das dann oft anders aus.

Beim Rundgang über eine Station hatte die Fürstin Gelegenheit mit Patienten ein paar Worte zu wechseln. Dabei zeigte sie sich sehr erstaunt, als sie die Operationstage der älteren Herrschaften erfuhr, die da um einen Tisch versammelt bei Gesellschaftsspielen saßen. Die meisten von ihnen waren erst zwei Tage vorher operiert worden. Ein Münchner schottischer Abstammung erzählte, dass er 50 Minuten nach der OP schon wieder die ersten Schritte unternommen hat. Er hatte bereits einen Herzinfarkt, hat mehrere Stents und hat ein neues Kniegelenk bekommen. „Es sehen alle sehr zufrieden aus“, stellte Fürstin Gloria fest.

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