MyMz
Anzeige

Die Oberpfalz genießt Hemau

Das 40. Bürgerfest und die Oberpfälzer Kulturtage: Das war eine Mischung, die in Hemau am Wochenende voll aufging.
Von Heiner Stöcker und David Santl

Ganz Hemau war auf den Beinen: Am Abend füllte sich der Stadtplatz. Foto: Santl
Ganz Hemau war auf den Beinen: Am Abend füllte sich der Stadtplatz. Foto: Santl Foto: David Santl

Hemau.Hemau Ein Wochenende der Superlative liegt hinter Hemau. Nicht nur feierten die Bürger mit ihren Gästen drei Tage lang die Oberpfälzer Kulturtage und ihr Bürgerfest. Auch die Temperaturen waren mit die höchsten die jemals in 40 Jahren Bürgerfest verzeichnet wurden. Aber hat das der Feierlaune der Hemauer geschadet? Nein. Als am Samstag die Sonne hinter die Häuserzeilen sank und die kühlen Schatten länger wurden füllte sich der Stadtplatz. Gegen 18 Uhr waren die Biertische besetzt und das Bürgerfest kam richtig in Fahrt.

Robert Göll und Lukas Achhammer haben Redakteur Heiner Stöcker in einer Fresstour übers Bürgerfest geführt. Das Ergebnis sehen Sie hier im Video:

Video: Heiner Stöcker und David Santl

Kulturelle Identität ist wichtig

Ein zünftiger Festzug bewegte sich durch Hemau. Foto: David Santl
Ein zünftiger Festzug bewegte sich durch Hemau. Foto: David Santl Foto: David Santl

Offiziell begann das Festwochenende mit der Eröffnung der Oberpfälzer Kulturtage im Zehentstadel am Freitag. Trotz Gluthitze gaben sich die Ehrengäste die Klinke in die Hand. Bürgermeister Hans Pollinger verwies vor allem auf die Hingabe, die das Lebensgefühl der Heimat ausmacht. Volker Liedtke, der Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes sagte, dass die Kultur in ländlichen Städten besonders authentisch sei. „Es ist eine Premiere, dass die Oberpfälzer Kulturtage in ein Bürgerfest integriert sind“, sagte der Schwandorfer Alt-Landrat. Auch Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Landrätin Tanja Schweiger und Regierungspräsident Axel Bartelt hoben die Bedeutung kultureller Identität in der heutigen Zeit hervor.

In unserer Bilderstrecke haben wir die schönsten Momente des Bürgerfests festgehalten:

Anschließend eröffnete Erich Dollinger, der Vize-Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes die Ausstellung der Tangrintler Malerinnen, deren Bilder von der Prominenz interessiert betrachtet wurden. Den Festvortrag lieferte Dr. Thomas Feuerer, der Kulturreferent des Landkreises und Vorsitzende des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Er wies unter anderem darauf hin, dass Hemau vor vielen Millionen Jahren einmal am Äquator lag und die Landschaft aussah wie in Hawaii. Zumindest von den Temperaturen her dürfte das Gefühl von damals wieder aufgekommen sein. Ab 20 Uhr wechselte der Festmittelpunkt vom Zehentstadel auf den Stadtplatz: Bei angenehmen Temperaturen gab die Big Band Convention Ostbayern ein Open Air Konzert.

Mit zwei Schlägen angezapft

Würstl und Steaks: Die Klassiker bei jedem Fest. Foto: Heiner Stöcker
Würstl und Steaks: Die Klassiker bei jedem Fest. Foto: Heiner Stöcker Foto: Heiner Stöcker

Der Samstag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der kühlen Stadtpfarrkirche St. Johannes, bei der vor allem für die Stadt Hemau gebetet wurde. Um 15 Uhr sprudelte das Bier. Nur zwei Schläge brauchte Bürgermeister Hans Pollinger im Anschluss auf der Bühne am Stadtplatz: Das Stadtoberhaupt zapfte das erste Fass an und der Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes, Alt-Landrat Volker Liedke, stand beim Zapfen als Sekundant zur Seite.

So feierten die Hemauer die Oberpfälzer Kulturtage

Die Oberpfalz in Hemau

Bei Temperaturen um die 30 Grad blieben die meisten Festgäste am Nachmittag noch Daheim – oder suchten sich anderweitig Abkühlung. Aber je länger die Schatten wurden, umso mehr Menschen strömten in die Stadt. Vor allem die Getränke-Stände verzeichneten Rekordumsätze. Kein Wölkchen zeigte sich am Himmel und unter sternenklarem Himmel feierten die Bürger zusammen mit den Besuchern der Kulturtage – ein kühles Bier, eine Bratwurstsemmel und dazu beste Unterhaltung der Stadtkapelle: Mehr braucht ein Hemauer schon gar nicht für ein unverbesserliches Bürgerfest.

Kirtaburschen mit Muskelkraft

Die Kirtatänze wurden in den Brunnen verlegt. Foto: David Santl
Die Kirtatänze wurden in den Brunnen verlegt. Foto: David Santl Foto: David Santl

Am Sonntagvormittag wurde es richtig zünftig: Der Frühschoppen mit den Fronberger Kirwamusikanten stand an. Und trotz erneuter Gluthitze herrschte am Tisch der „Prominenz“ beste Stimmung. „Petrus hat es gut mit uns gemeint“, freute sich Volker Liedtke. Die Integration der Kulturtage ins Bürgerfest sei hervorragend gelungen. Vor dem Festzug zeigten die Fronberger Kirwaburschen- und -moidln ihre Tänze. Auf „besondere Genehmigung“ hin durften sie die im Stadtbrunnen aufführen.

Das Bühnenprogramm rockte. Foto: Heiner Stöcker
Das Bühnenprogramm rockte. Foto: Heiner Stöcker Foto: Heiner Stöcker

Anschließend begann der Festzug: Zwei Rösser zogen den geschmückten Kirtabaum zum Deglbauer – flankiert von den feschen Hemauer Kirtaburschen und -moidln. Dort angekommen, war es an den Burschen, ihre Muskelkraft und Ausdauer unter Beweis zu stellen. Trotz der sengenden Hitze dauerte es nicht lange, bis der Baum in den blauen Himmel ragte. Nur gut, dass die „Moidln“ schon reichlich Bier bereitgestellt hatten. Mit Blasmusik vom Allerfeinsten im schattigen Deglbauer-Garten und einer Nacht der offenen Kirche in St. Johannes klang der Kirta aus – und mit ihm drei Tage, die die Hemauer wohl nicht so schnell vergessen werden.

Mehr Nachrichten aus Hemau lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht