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Die Ziegen sind wieder da

Seit Anfang Juni beweidet eine Gruppe von zwölf Ziegen und drei Schafen den inneren Wall auf dem Schlossberg in Kallmünz.

Der Wall bietet derzeit einen idyllischen Anblick. Foto: Beate Graml
Der Wall bietet derzeit einen idyllischen Anblick. Foto: Beate Graml Foto: Beate Graml

Kallmünz.Letztes Jahr wurden die Tiere noch mit einer kleinen Feier begrüßt. Das musste heuer wegen Corona ausfallen. „Wir freuen uns dennoch am Gemeckere der Tiere in der wunderbaren Landschaft“, sagt Martin Mayer, Vorsitzender des Bergvereins, auf dessen Initiative die Beweidung zurückgeht.

Beate und Hans Graml setzen auf Thüringer Waldziegen, eine Rasse, die schon seit den 1930er Jahren vom Aussterben bedroht ist. Die Schafe gehören zur Rasse der Coburger-Fuchsschafe, die ebenfalls nur noch ganz selten gezüchtet wird. Außerdem grasen noch acht Rotviehfärsen neben dem Keltenwall. Das Kulturdenkmal Wall war seit den 1980er Jahren zunehmend verbuscht und nicht mehr sichtbar. Der Bergverein hatte dafür gesorgt, dass er abgeholzt und wieder sichtbar ist.

Die Ziegen sorgen jetzt dafür, dass der Wall auch weiterhin von unliebsamem Bewuchs frei bleibt und das einzigartige Kulturdenkmal für die Besucher zu sehen ist. Der innere Wall ist rund 225 Meter lang, bis zu zwölf Meter hoch und umschließt ein knapp drei Hektar großes Areal nördlich der Burgruine.

Er wurde vermutlich in der Urnenfelderzeit (1200 bis 800 v. Chr.) erbaut und in der Frühlatènezeit (500 bis 250 v. Chr.) mit einem Flechtwerk zwischen Eichenpfosten bekrönt. Eine weitere Überhöhung fand im älteren Mittelalter statt, er wird daher auch „Ungarnwall“ genannt.

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