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Kabarett

Django Asül entdeckt Beratzhausen

Ein „Schlappmaul“ wühlte sich beim Zeltkabarett am Volksfestplatz durch die Marktgeschichte. 400 Zuschauer kamen.
Von Ingrid Kroboth

Django Asül schwärmte von Beratzhausen.  Foto: Ingrid Kroboth
Django Asül schwärmte von Beratzhausen. Foto: Ingrid Kroboth

Beratzhausen.Mit „Offenem Visier“ war Django Asül am Donnerstag durch die Marktgemeinde spaziert. Er sammelte Eindrücke für sein abendliches Programm in dem von der Lachoffensive organisierten Zeltkabarett am Volksfestplatz.

Und was er dabei alles entdeckt hatte, erfuhren die rund 400 Zuhörer dann auch in seinem Feuerwerk an „Liebenswürdigkeiten“. Der aus Hengersberg stammende „Türke war i a amoi“ schwärmte gleich zum Einstieg in sein zweistündiges Programm von Beratzhausen – ja DAS Beratzhausen –, wohin der Niederbayer fährt, um Urlaub zu machen, dem Inbegriff des Modernen, dem „Treffpunkt für den Niederbayer, wie Kitzbühl für den Münchner“.

Bürgermeister Konrad Meier selbst habe ihn durch die Altstadt geführt, schwärmte das Schlappmaul weiter: „Die zwei Minuten muss man sich nehmen!“ Selbst in der Geschichte des Marktfleckens hatte Django gewühlt und entdeckt, dass einst sogar die Kelten weitergezogen sind, weil es in Beratzhausen keinen Supermarkt gab und sie nur dort bleiben wollten, wo ein Edeka steht.

Vom Konrad hatte er dann auch erfahren, dass auf dem Volksfestplatz einst ein Römerkastell gestanden haben müsse, weil man bei Grabungen eine Pizzaschachtel entdeckt habe. Auch die Querelen zwischen dem Hauptort und Pfraundorf baute der Kabarettist geschickt in seinen Rundumschlag ein. Führte doch im Jahr 866 die Hauptverkehrsader von Frankfurt weiter nach Regensburg – „die A3 also“ – quer durch Beratzhausen. Aber eben nur so lange, bis Oberpfraundorf protestiert hatte – „der Ballermann der Oberpfalz“.

Sogar für die Namensgebung von Beratzhausen hatte Django eine Erklärung parat: Ganz klar, Paracelsus legte Wert auf eine angemessene Bezeichnung seines Aufenthaltsortes und nannte das einstige Hinterpfraundorf um - in Paratzhausen, aus dem irgendwann Beratzhausen entstanden ist. Vorausschauend wie die Beratzhausener eben sind, hätten sie dann auch die Bahnstrecke genommen, die sonst keiner haben wollte – „wegen der CO2-Belastung“. Weiter hatte Django „vom Konrad erfahren“, dass Beratzhausen politisch ein bunter Ort sei – mit sechs Fraktionen, darunter auch die Unabhängigen, das sei eine Mischung aus Freien Wählern und Schützenverein, berichtete er den vergnügten Zuhörern.

Bevor Django Asül sein aus dem Leben gegriffenes Programm abspulte, stellte er dem begeisterten Publikum noch eine Preisfrage: Welcher berühmte Außenverteidiger des FC Bayern München ist in Beratzhausen geboren –- na? – Die Antwort: „Kein einziger – und des muast erst a mal zambringa!“

Nach der Pause erzählte Django von einem Gespräch mit einer Frau aus Hemau, die von ihm wissen wollte, wo denn die Altstadt von Beratzhausen sei. Und ein Mann habe ihn belehrt, dass Mausheim gar nicht so weit weg sei, wie er es zuvor geschildert hatte: „Ja mei, a Schui-Lehrer is imma irgendwo dabei!“

Übrigens: Schon am Nachmittag waren an die 300 Besucher – Kinder und Erwachsene – zum Mitmachkonzert mit „Donikkl“ ins Festzelt gekommen. Und heute geht es weiter.

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