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Kultur

Domspatzen begeistern in Frauenzell

Der Regensburger Chor sang auf Einladung von Rupert Heider. Dieser übergab 20 000 Euro an die Nepalhilfe Beilngries und an den Hospiz-Verein.
Von Antonie Biederer, MZ

  • Unter der Leitung von Roland Büchner sangen die Domspatzen in der Frauenzeller Kirche. Fotos: Biederer

Frauenzell.Gott hat den Menschen nicht nur die Stimme und den Gesang geschaffen, sondern einigen auch die Gabe gegeben, die Musik vom Himmel zu holen. Diese Lieder zu hören, ermöglicht es den Zuhörern, Verbindung zu Gott herzustellen. Die Elite derer, denen das gelingt, gab am Freitag ein Weihnachtskonzert, das die Herzen aller berührte: Als einer der berühmtesten Knabenchöre der Welt jubilierten die Regensburger Domspatzen in der Klosterkirche in Frauenzell. Ermöglicht hatte dieses Benefizkonzert Rupert Heider, Inhaber der Firma Heider-Energie.

„Zur Weihnachtszeit will ich finanziell Menschen unter die Arme greifen und den Leuten zugleich mit dem Konzert auf das hohe Fest einstimmen. Ermöglicht wird mir das Konzert durch meine guten Kontakte zum Domkapellmeister Roland Büchner“, beschrieb der Firmenchef seine Motivation für das musikalische Großereignis. Als würdigen Rahmen für den hohen Besuch wählt er stets die Klosterkirche Frauenzell, ein ehemaliges Benediktinerkloster.

Zuhörer in den Bann gezogen

In drei Reihen standen die jungen Sänger im Altarraum unter der eindrucksvoll hohen Kuppel mit den Rokoko-Stuckaturen und -fresken – kein Ambiente wäre für die von der Musik geschaffene Weihnachtsatmosphäre besser geschaffen gewesen. „In dieser Kirche gibt es viele Engel: Einige sind über uns an der Decke, manche haben ihre Stimme den Knaben gegeben und sicher sitzen unter uns in der Kirche“, begrüßte Organisator Rupert Heider die Gäste in der voll besetzten Kirche.

Als der Domkapellmeister die Arme hebt, tritt völlige Stille ein in der abgedunkelten Kirche. Und schon mit dem ersten Akkord hat der junge Chor die Zuschauer in seinen Bann geschlagen: „Veni, Domine“ schallt es achtstimmig im Kirchenschiff. Die einmalige Akustik lässt die Stimme bis in den letzten Winkel und die einzigartige Begabung der Knaben sie bis ins Mark und Herz dringen. „Eine Mischung aus deutschen und lateinischen Weihnachtsliedern“ hat sich Rupert Heider für das Frauenzeller Konzert gewünscht und was die Domspatzen darboten, war die Crème de la Crème der Weihnachtslieder, die es seit dem Spätmittelalter bis in die jüngste Neuzeit gibt.

Der Organisator war zufrieden

Darunter waren viele bekannte Weisen wie „Maria durch ein Dornwald ging“ von Günter Raphael, „Zu Bethlehem geboren“ (Josef Birkl), „Es ist ein Ros´ entsprungen“ von Michael Praetorius, „Tochter Zion“ von Georg Friedrich Händel, „Adeste, fideles“ (Carl Thiel) oder „Fröhliche Weihnacht“ (Franz Biebl). Während die Melodie jedem geläufig ist, so wird wohl kaum einer die Stücke mit einer solchen Stimmgewalt, mit Präzision und so viel Feingefühl gehört haben. Ergreifend war auch die moderne Variation von „Resonet in laudibus“.

Mit dem Weihnachtslied aus Schlesien „O laufet, ihr Hirten“ nahmen zwei junge Knaben im Duett die Zuhörer für sich ein und bei dem Solo von „Ich steh an deiner Krippen hier“ von Johann Sebastian Bach war die Ergriffenheit der Zuhörer förmlich spürbar. Nach zwei achtstimmigen Psalmen von Felix Mendelssohn Bartholdy wurden alle Lichter gelöscht für die „Heilige Nacht“ von Johann Friedrich Reichardt. „Nach den letzten hektischen Wochen ist es mir hier zum ersten Mal gelungen, vom Alltag abzuschalten und mich auf Weihnachten einzustimmen“, erklärt eine Konzertbesucherin mit zufriedenem Lächeln am Ende.

Zufrieden ist auch Organisator Rupert Heider: Voll Stolz konnte er mitteilen, dass heuer insgesamt 20 000 Euro an Spenden an die Nepalhilfe Beilngries und an den Hospiz-Verein Regensburg übergeben werden können. „Wichtig ist mir dabei stets, dass es sich um private Organisationen handelt, die ohne Bürokratie mit geringen Mitteln und großem Engagement nah am Menschen helfen“. Da seine Firma die Kosten für das Konzert und den anschließenden Glühweinausschank, bei dem die Landfrauen Brennberg mithalfen, übernommen hatte, ging der hundertprozentige Erlös ausschließlich an die beiden Hilfsorganisationen.

Geld für Bau einer Grundschule

Sehr viel Dankbarkeit kam ihm und den Konzertbesuchern von der ersten Vorsitzenden des Hospiz-Vereins Regensburg, Petra F. Seitzer dafür entgegen, dass ihr Verein in diesem Jahr mit dieser großzügigen Spende bedacht wurde: „Wir begleiten seit 23 Jahren Sterbende und deren Angehörige auf ihrem letzten Weg. Der in Pentling-Hölkering errichtete Neubau, in dem zehn Plätze für Todkranke geschaffen wurden, wird am 14. März eingeweiht. Derzeit halten über 70 ehrenamtliche Mitarbeiter den Dienst aufrecht“, stellte sie die Aufgaben des Vereines heraus.

Als besondere Bezeichnung der Wertschätzung sieht Michael Rebele, einer der Begründer der Nepalhilfe Beilngries, die Tatsache, dass sie seit 2001 nun schon zum siebten Mal von Rupert Heider mit dieser Geldspende bedacht wurden. „Die Kontinuität und Dimensionierung der Spenden ist überwältigend. Mit der Spende in diesem Jahr können wir den Bau einer Grundschule mit Wasseranschluss und Sanitärbereich errichten“, berichtete dieser.

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