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Politik

Donaustauf plant für Senioren

Der Marktrat informierte sich über Konzepte für eine Betreuung. Das BRK stellte die Gestaltungsmöglichkeiten vor.
Von Petra Schmid

Der Bedarf an Tagespflege ist auch in der Region Regensburg groß. Symbolfoto: Peter Steffen/dpa
Der Bedarf an Tagespflege ist auch in der Region Regensburg groß. Symbolfoto: Peter Steffen/dpa

Donaustauf.In der Marktgemeinde ein Seniorendomizil zu errichten, ist keine neue Idee. Bereits vor etlichen Jahren hatte eine Ärztin dies in Angriff genommen, das Projekt kam damals aber nicht zustande. Nun beschäftigt sich der Marktrat wieder intensiv mit diesem Thema. Die Kommune hat ein Grundstück, das sie für eine solche Einrichtung verwerten möchte.

Im Marktrat wurde in einer früheren Sitzung diskutiert, ob man einen Nachtragshaushalt aufstellen solle, um ein Grundstück zu erwerben, das dann für eine Tagespflegeeinrichtung oder ein Seniorenheim genutzt werden könnte. Das Gremium stimmte mehrheitlich einer Kreditaufnahme in Höhe von 740 000 Euro für den Ankauf des Grundstücks zu. In einer Sondersitzung des Marktrats stellte nun ein Vertreter des BRK Konzepte für Senioren oder Pflegebedürftige vor.

Großer Bedarf bei Tagespflege

Zunächst erläuterte der Experte einige statistischen Daten und kam auf das zu sprechen, was aus seiner Sicht für Donaustauf am besten geeignet sei. Sinnvoll sei es, wieder eine ambulante Pflegestation, wie es sie in früheren Jahren bereits gab, zu etablieren. Zusätzlich könne er sich gut vorstellen, eine Tagespflege oder eine Form von Wohngruppe anzubieten, sagte der Fachmann. Gerade in Bereich Tagespflege sehe er einen großen Bedarf, denn Bürger aus Donaustauf müssten derzeit Tagespflege-Angebote in Wiesent oder in Neutraubling nutzen.

Das Konzept

  • Bedarf:

    Nach Angaben des BRK beziehen rund 630 Personen in der Region Leistungen aus der Pflegeversicherung (Donaustauf 180, Tegernheim 240, Barbing 210). Etwa 470 davon würden von Familien oder ambulant versorgt.

  • Einrichtung:

    Das BRK schlug vor, auf rund 250 Quadratmetern eine Tagespflege mit etwa 20 Plätzen und Fahrdienst einzurichten, die werktags geöffnet hat.

Eine Tagespflege entlaste nicht nur die Angehörigen, sondern sei auch für die Senioren sehr gut. Diese würden oft wieder Leute treffen, die sie schon sehr viele Jahre nicht mehr gesehen hätten, der soziale Kontakt außerhalb der eigenen Wohnung sorge für positive Impulse. Zudem sei dies auch finanziell attraktiv, da je nach Buchungswunsch – meistens ein oder zwei Tage pro Woche – wenig oder keine Kosten anfallen würden, erklärte er.

Pflegeheim denkbar

Es sei denkbar, dass das BRK nicht nur die Trägerschaft für einen ambulanten Pflegedienst oder eine Tagespflegeeinrichtung übernehme, sondern auch als Investor tätig werde. Auf lange Sicht gesehen vertrage die Region auch ein Pflegeheim. Der Bedarf sei auf alle Fälle vorhanden, meinte der BRK-Vertreter. In Bezug auf alternative Wohnformen für Senioren und Pflegebedürftige brachte er eine Demenz-Wohngruppe ins Spiel. Hier gebe es einen steigenden Bedarf.

Bürgermeister Jürgen Sommer bedankte sich für die interessanten Ausführungen und kündigte an, dass sich der Marktrat intensiv mit dem Thema befassen werde.

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