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Ausflugsziel

Drei gute Gründe für einen Besuch

Am 3. und 4. August öffnet sich Frauenzell den Gästen – mit dem Klostermarkt, einer Fotoausstellung und einem Videoprojekt.
Von Resi Beiderbeck

Die 400 Jahre alte Mauer rund um den Klostergarten wird am 3. August mit Video-Kunst bespielt. Foto: Beiderbeck
Die 400 Jahre alte Mauer rund um den Klostergarten wird am 3. August mit Video-Kunst bespielt. Foto: Beiderbeck

Frauenzell.Es gibt kaum etwas, das man nicht kaufen könnte auf dem Klostermarkt in Frauenzell. Wie jedes Jahr, findet das beliebte Stelldichein von Fieranten und Besuchern auch heuer am ersten Sonntag im August ab 11 Uhr statt. Zuvor ist um 10 Uhr Gottesdienst in der Klosterkirche, gestaltet von der „Sunnseitn Muse“ mit der „Waldlermess“. Ab 11 Uhr folgt ein Frühschoppenkonzert mit der „Höllbach-Blosn“. Der Eintritt ist frei und das Parken ebenfalls. Für das leibliche Wohl sorgen die Frauenzeller Vereine im Klosterinnenhof.

Nachmittags kann ab 13 Uhr an Kirchenführungen teilgenommen werden. Sogar die Gruft und der beeindruckende Dachstuhl werden geöffnet sein. Rund um die Kirche werden 40 Händler und Kunsthandwerker ihre Waren anbieten. Von Perlen und Modeschmuck über Strohhüte, Nähartikel, Schaffelle, gedrechselte Holzwaren, Körbe, Bürsten und Besen, Räucherwerk bis zu Zirbenkissen reicht das Sortiment.

Jede Menge Dekorationsartikel werden angeboten, aber auch winterharte Stauden, Rosen und andere Pflanzen. Softeis und Kürbiskerne, Brot und Gebäck, silofreien Rohmilchkäse, Kaminwurzen, Likör, Emmentaler vom Laib, ja sogar Tiroler Bergspeck kann man an den Ständen rund um die Klosterkirche erwerben.

40 Händler offerieren am 4. August ab 11 Uhr rund ums Kloster ihre Produkte. Rolf Eibl aus Straubing bietet Drechselware an. Foto: Beiderbeck
40 Händler offerieren am 4. August ab 11 Uhr rund ums Kloster ihre Produkte. Rolf Eibl aus Straubing bietet Drechselware an. Foto: Beiderbeck

Es gibt am 4. August und an den darauf folgenden Sonntagen aber noch eine andere Attraktion, die einen Besuch in Frauenzell lohnt. Jeweils ab 11 Uhr wird im ehemaligen Bibliothekssaal eine nicht alltägliche Ausstellung gezeigt. Sie heißt „Hans – Eine Geschichte vom Glück“ und ist einem Kleinbauern gewidmet, der in Frauenzell gelebt hat und 2017 verstorben ist.

Hommage an den Fisch’n Hans

Fünf Jahre lang hat Stefan Winkelhöfer aus Bernhardswald den „Fisch’n Hans“ immer wieder mit seiner Kamera begleiten dürfen. „Es war ein Geschenk für mich und ich bin dankbar für diese Zeit mit dem Hans“, sagt Winkelhöfer, der nicht nur sein Geschick als Fotograf, sondern auch viel Herzblut einbrachte. In Frauenzell wird eine Auswahl der Motive gezeigt, die der Kulturfotograf aufgenommen und in einem Buch verarbeitet hat. Darin beleuchtet er das genügsame Leben eines liebenswürdigen Zeitgenossen ungeschönt und aufmerksam.

Sogar die Gruft und der beeindruckende Dachstuhl der Klosterkirche können am 4. August ab 13 Uhr besichtigt werden. Foto: Beiderbeck
Sogar die Gruft und der beeindruckende Dachstuhl der Klosterkirche können am 4. August ab 13 Uhr besichtigt werden. Foto: Beiderbeck

„Hans“ steht für Johann Steinkirchner, den zeitlebens in der ganzen Umgebung jeder als „Fisch’n Hans“ kannte. Er war ein Frauenzeller Original und ein Synonym für Beständigkeit. Unverwüstlich ging er jahraus jahrein seinem Tagwerk nach und das mit bewundernswerter Ausdauer. Freundlich, ehrlich und friedlich meisterte er sein Leben in dem kleinen „Sachl“, das direkt an der Klostermauer liegt und aus einer anderen Zeit zu stammen scheint. Hier spannt sich der Bogen zu einem dritten Grund, in Frauenzell vorbeizuschauen.

Ausstellung: „Eine Geschichte vom Glück“ ist Johann Steinkirchner gewidmet, den zeitlebens jeder „Fisch‘n Hans“ nannte. Foto: Beiderbeck
Ausstellung: „Eine Geschichte vom Glück“ ist Johann Steinkirchner gewidmet, den zeitlebens jeder „Fisch‘n Hans“ nannte. Foto: Beiderbeck

Am Vorabend des Klostermarktes, am 3. August also, laden die „Klosterfreunde“ zu einer Videoprojektion anlässlich des 400-jährigen Bestehens der Klostermauer ein. Die Videoarbeit „Zeitspeicher“ der Künstlerinnen Tanja Riebel und Lisa Langbein wird im Rahmen des Mauerjubiläums um 21 Uhr im Klostergarten gezeigt. Die Installation befasst sich mit geschichtlichen Begebenheiten, Persönlichkeiten und Architektur rund um Dorf und Kloster.

Mauer als Zeitspeicher

Diese Fragmente münden aber nicht in einer dokumentarischen Erzählung, sondern vielmehr werden Ereignisse, Orte und Personen künstlerisch visualisiert und in einem Stop-Motionfilm zu einem Konglomerat aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Perspektiven verwoben. Die Mauer fungiert quasi als „Zeitspeicher“ und offenbart etwas von dem über die Jahrhunderte „gespeicherten“ Wissen.

„Die Idee, mit dieser spannenden Video-Kunstform eine Mauer zu bespielen, finde ich überaus innovativ“, sagt Dr. Thomas Feuerer über die Veranstaltung, die er sich nicht entgehen lassen wird. „Ich freue mich schon darauf“, sagt der Kulturreferent.

„Das Videoprojekt Zeitspeicher lasse ich mir nicht entgehen.“

Dr. Thomas Feuerer, Kulturreferent

Gezeigt wird die rund 15-minütige Videoprojektion am Samstag, 3. August, ab 21 Uhr im Frauenzeller Klostergarten. Für musikalische Umrahmung sorgt Marco Kufner. Als Zugang wird das Holztor beim Gasthauses Lehrer geöffnet. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Nach kleinen Pausen wird die Vorführung mehrfach wiederholt. Für Bewirtung sorgen die Klosterfreunde.

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