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Kultur

Durch die Szene ging ein Ruck

Im Kleinkunst-Biotop auf den Laberwiesen in Beratzhausen gab es zwei Tage Literatur und Kunst. Alle Generationen waren vertreten.
Von Ingrid Kroboth, MZ

  • Die Dige’n’Drums hatten reich verzierte Instrumente nach Beratzhausen mitgebracht. Fotos: Kroboth
  • Die Autoren Rolf Stemmle, Angela Kreuz und Dieter Lohr (von links) zusammen mit Liedermacher Fredmann Lill.
  • Vater und Tochter lassen sich vom Kunstwerk inspirieren.

BERATZHAUSEN. Es war ein Versuch, und der ist gelungen. Nicht gerade Massen strömten am Wochenende ins „Kleinkunst-Biotop“ auf den Laberwiesen. Aber die Kulturszene im Markt hat einen Ruck bekommen: Kinder und Erwachsene machten sich Gedanken rund um den Europäischen Skulpturenpark, versuchten sich als Autoren und Maler, Dichter und Musiker.

Für die Marktgemeinde hatte Ortsheimatpflegerin Dr. Christine Riedl-Valder zusammen mit dem Kuratorium Europäische Kulturarbeit zu einem zweitägigen Literatur- und Kunstfest eingeladen, das nicht nur Leseratten und Künstler anlocken sollte. Und die Organisatorin ist mit dem Ergebnis ihrer Arbeit auch zufrieden: „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Kinder kommen.“ Ja, die Kleinen waren auch schon dabei, als am Freitagabend der Schriftsteller und Dichter Siegfried Schüller in dem kuschelige Kulturzelt mit arabischem Flair eine Auswahl seiner Gedichte und Kurzgeschichten vortrug: „Wenn sie sich provoziert fühlen, ist es beabsichtigt“, hatte er die knapp 30 Zuhörer vorbereitet. Er las von Adam und Eva, Aasfressern, Herzlandschaften, Erlebnissen in seinen unterschiedlichen Berufen: „Ich hab mir immer Arbeit gesucht, die mir noch Zeit zum Schreiben ließ“, erklärte er im Gespräch mit der MZ. Mit Schüller waren auch vier Musiker nach Beratzhausen gekommen – die „Didge’n’Drums“ mit ihren reich verzierten australischen Didgeridoos und afrikanischen Trommeln.

Am Samstagnachmittag wären ja vielleicht noch viel mehr Kinder und Erwachsene in die Mal- und Schreibwerkstatt am Laberufer gekommen. Aber die Hitze hatte wohl doch viele in die kühlenden Fluten gelockt. Mit Fragebögen zu den Kunstwerken im Skulpturenpark ausgestattet machten sich aber immerhin rund 25 angehende Autoren und Maler auf Schnitzeljagd: „Setz dich auf den „Winkel des Lebens“ von Napoleon Tiron, schau in die Laber und überlege, wer oder was hier vorbei schwimmen oder aus dem Wasser steigen könnte!“ Derartige Fragen regten die Fantasie der Teilnehmer an. Maria Fries hatte sich mit den Kunstwerken am überzeugendsten auseinandergesetzt und dafür einen Hotelgutschein bekommen. Kulturreferent Michael Eibl überreichte die Preise am Abend im Kulturstadel. Er hatte zuvor mit Bürgermeister Konrad Meier und Christine Riedl-Valder die Arbeiten ausgewertet. Auch die farbenfrohen Bilder, die hilfreich unterstützt von der Beratzhausener Künstlerin Anna Beckstein-Pilz in der Malwerkstatt entstanden waren – so wie die Collage von Anna-Katrin Kailer, die dafür den ersten Preis im Malwettbewerb erhielt. In der Schreibwerkstatt waren Kurzgeschichten, Wortspiele und Gedichte entstanden, etwa die Arbeit der Geschwister Madlen und Lisa-Marie Zimmer, die dafür den zweiten Platz und damit einen gut gefüllten Brotzeitteller einheimsten. Den Siegerpreis von 100 Euro bekam Christa Sienel – und damit eine Auswärtige.

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