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Debatte

Edeka-Aus beunruhigt Bürger

Pettendorf verliert zum Jahresende seinen Supermarkt. Einen neuen Betreiber gibt es nicht. Wie es weitergeht, ist unklar.
Von Claudia Kreissl

Der Pettendorfer Edeka-Markt schließt zum Jahresende.  Foto: Claudia Kreissl
Der Pettendorfer Edeka-Markt schließt zum Jahresende. Foto: Claudia Kreissl

Pettendorf.Nach 20 Jahren steht der Supermarkt in Pettendorf vor dem Aus. Ende Dezember gehen bei Edeka buchstäblich die Lichter aus. Die Sorge um die Nahversorgung veranlasste außergewöhnlich viele Pettendorfer zum Besuch der Bürgerversammlung. Sie wollten sich von Bürgermeister Eduard Obermeier Informationen aus erster Hand holen.

Trotz intensiver Bemühungen habe sich bislang kein neuer Betreiber gefunden, sagte Obermeier. Er wies darauf hin, dass das Gebäude Eigentum eines privaten Investors ist. Die Betreiberin wiederum ist selbstständige Unternehmerin, die den Markt seit nunmehr 20 Jahren betrieben und somit die Nahversorgung in der Gemeinde gewährleistet hat.

Privater Betreiber müsste kräftig investieren

Sowohl die Gemeinde als auch der Eigentümer des Gebäudes seien daran interessiert, einen Nachfolger zu finden, betonte Obermeier. Doch dieses Unterfangen gestalte sich schwierig, denn ein privater Unternehmer müsse kräftig investieren: Zum einen in die Renovierung und Einrichtung des in die Jahre gekommenen Marktes, zum anderen in das Sortiment. „Alles in allem sprechen wir hier von geschätzten Investitionskosten in Höhe von rund 600 000 Euro“, machte Obermeier deutlich.

Der Bürgermeister betonte, dass auch der Eigentümer des Gebäudes interessiert daran sei, einen Nachfolger zu finden. Auf Wunsch könne der Markt sogar vergrößert werden, eine entsprechende Fläche stünde zur Verfügung. Finanzielle Unterstützung vonseiten der Gemeinde könne nicht erwartet werden, stellte Obermeier klar. „Für unternehmerische Tätigkeiten ist die Kommune nicht zuständig.“

Pettendorf für Supermarkt-Betreiber unattraktiv

Es gebe wohl keine Chance, einen anderen Vollsortimenter in Pettendorf anzusiedeln, sagte der Bürgermeister weiter. Dafür sei die Gemeinde zu klein. Attraktiv sind für die Märkte Kommunen mit mindestens 5000 Einwohnern. Zudem liege der Pettendorfer Supermarkt auch nicht an einer verkehrsreichen Hauptstraße. Obermeier erinnerte daran, dass es in Kneiting über Jahre hinweg Verhandlungen mit einem Lebensmittel-Discounter gab, die letztendlich ebenfalls scheiterten.

Dass die Schließung des Supermarkts den rückläufigen Umsatzzahlen geschuldet sei, rief Kurt Brühmann auf den Plan. Seiner Ansicht nach hat unter anderem der Verlust der Wurst- und Fleischtheke dazu geführt, dass die Pettendorfer andere Märkte zum Einkaufen nutzten. „Vielleicht müssen wir andere Überlegungen anstellen, um unsere Nahversorgung zu sichern“, sagte Obermeier und brachte als Alternative einen Dorfladen in genossenschaftlicher Form ins Spiel. Eine positive Nachricht hatte er dennoch: Der Poststandort Pettendorf ist gesichert. Laut gesetzlichen Vorgaben müsse ein Standort angeboten werden, wenn eine Gemeinde mehr als 2000 Einwohner hat.

Themen der Kneitinger Bürger

  • Kreisverkehr:

    Peter Teufl erkundigte sich, welche Voraussetzungen für einen Kreisverkehr bei Kneiting erfüllt sein müssen. Maßgeblich sei unter anderem das Verkehrsaufkommen, nahm Bürgermeister Eduard Obermeier zur Frage Stellung. Allerdings zähle dabei nicht nur der Verkehr auf der Kreisstraße in Richtung Regensburg und zurück, sondern auch der Verkehr, der von Kneiting in Richtung Winzer fließt. In der Regel müsse ein Kreisel von allen Seiten gleich stark befahren werden. Das sei aber bei Kneiting nicht der Fall.

  • Mountainbiker:

    Franz Zirkl ärgert sich über die vielen Mountainbiker, die im Naturschutzgebiet rund um Kneiting unterwegs sind. Ein Fahren abseits der Wege ist grundsätzlich nicht erlaubt, machte Obermeier deutlich. Das Problem sei bekannt und auch schon mit Jägern und Waldbesitzern diskutiert worden. Eine Lösung habe sich dabei allerdings nicht abgezeichnet. Die Zuständigkeit für das Naturschutzgebiet liegt nicht bei der Gemeinde, sondern bei der Naturschutzbehörde, die im Landratsamt angesiedelt ist.

Nach Ansicht von Friederike Demleitner ist die erlaubte Parkzeit von zwei Stunden auf dem Rathaus-Parkplatz zu knapp bemessen. Dadurch könnten die Senioren, die zu den monatlich stattfindenden Seniorennachmittagen ins Pfarrheim kommen, die Parkplätze nicht mehr nutzen. Bürgermeister Obermeier versprach, die Thematik im Gemeinderat erneut zu diskutieren. Für ihn wäre eine Verlängerung der Parkzeit auf drei Stunden durchaus vorstellbar.

Schulgangerl ist marode

Tino Götz sprach sich für Straßenmarkierungen in der Gartenstraße aus. Obwohl Neudorf als Tempo-30-Zone ausgeschildert ist und deshalb grundsätzlich die Regel rechts vor links gilt, komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, sagte er. Verkehrsteilnehmer, die auf der Gartenstraße unterwegs sind, missachteten häufig die Vorfahrt anderer Autofahrer, kritisierte Götz. Obermeier wies darauf hin, dass sich der Gemeinderat vor geraumer Zeit bereits mit der Thematik beschäftigt und sich gegen Fahrbahnmarkierungen ausgesprochen habe.

Cornelia Janker monierte den schlechten Zustand des Schulgangerls in Pettendorf, das unter anderem den Grundschulkindern als sicherer Weg zur Schule dient. Ein provisorisches Ausbessern des Weges sei möglich, räumte Obermeier ein. Eine dauerhafte Lösung werde allerdings erst im Zuge der Dorferneuerung ins Auge gefasst.

Die Erweiterung des bestehenden Halteverbots in der Hauptstraße kam in der Bürgerversammlung ebenfalls zur Sprache. Der Gemeinderat hat sich für eine Erweiterung ausgesprochen, weil zunehmendes Parken zu einer Verschlechterung der Sichtbeziehung geführt habe, sagte Obermeier.

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