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Kirche

Eichlberger Pfarrhof wird ein Kloster

Denkwürdiger Tag für Eichlberg: Der aufwendig sanierte Pfarrhof wurde von Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer geweiht.
Von Alfons Beil

Der sanierte Pfarrhof in Eichlberg, wo jetzt auch ein Kloster untergebracht ist. Foto: Alfons Beil
Der sanierte Pfarrhof in Eichlberg, wo jetzt auch ein Kloster untergebracht ist. Foto: Alfons Beil

Hemau.Künftig wird der Pfarrhof auch ein Kloster sein, denn für den Orden der „unbeschuhten Karmeliten" aus Indien wurde darin ein Kloster eingerichtet. Die Patres werden das Gebäude im Wallfahrtsort Eichlberg auf den Tangrintel mit Leben erfüllen. Ein herrlicher, sonnenreicher Spätherbsttag steigerte die Freude noch. Auch Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer war ein großer Befürworter der Errichtung eines Klosters. Er weilte lange in Eichlberg und hieß die Ordensbrüder aus Indien willkommen. Sie werden Seelsorgerdienste in der Diözese Regensburg leisten.

Nach dem feierlichen Einzug in die Wallfahrtskirche mit den Vereinen des Pfarrverbunds Eichlberg-Neukirchen, den Ehrengästen und den vielen Geistlichen, darunter die Patres des Ordens aus ganz Deutschland und Österreich. 16 Geistliche zelebrierten mit dem Diözesanbischof den Festgottesdienst, der vom Kirchenchor Neukirchen unter Leitung von Hans Huber musikalisch gestaltet wurde.

Ein Kloster im ehrwürdigen Haus

Wallfahrtspfarrer Pater Jose Peter erklärte, dass er seit fünf Jahren am Eichlberg sei. Er habe viele Menschen kennen und schätzen gelernt. Eine große Ehre für den Ort und auch für seinen Orden sei die Anwesenheit von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, denn dieser war ein großer Befürworter, den Ort und den Pfarrhof mit Leben zu erfüllen. Voderholzer betonte, dass die Baumaßnahme nach seinem ersten Eindruck gelungen sei. Erfreulich sei, dass in einem alten ehrwürdigen Haus ein Kloster eingeweiht werde. Besonders in den Zeiten, in denen anderswo Klöster geschlossen werden, werde in Eichlberg eines eröffnet. Er dankte den Patres, dass sie die Wallfahrtspfarrei übernommen haben. Nun können die Menschen das ganze Jahr über zum Beten nach Eichlberg kommen.

Bürgermeister Hans Pollinger sagte beim Weiheakt im Pfarrhof "Der Berg ruft" künde von gewisser Dramatik aber auch Sehnsucht. Vor über 300 Jahren wurde auf dem Eichlberg, dem höchsten Punkt am Tangrintel, 1693 eine Kapelle errichtet, die im Laufe der Zeit zur großen Wallfahrtskirche wurde. 1991 stürzte bei einem Orkan die Kirchturmspitze in das Kirchenschiff.

Bürgermeister hieß Patres willkommen

55 Einwohner leben auf dem Eichlberg – neben dem Rieplberg und dem Bäckerberg der höchste Ort der Gemeinde. Kirche, Wirtshaus, Pfarrhof, Kramerladen und Schule – alles war in Eichlberg früher vorhanden. Übrig seien Kirche, Pfarrhof und Wirtshaus. Hinzu kommt nun ein Kloster. „Mit dem heutigen Tag gewinnt die Stadt und der Eichlberg. Zusammen mit Stadtrat Benedikt Riepl übergab er den Patres ein Bild vom Eichlberg. „Seien sie willkommen, liebe Patres, in der Stadt Hemau und am Eichlberg" schloss er seine Rede.

Beim Kirchenzug  Foto: Alfons Beil
Beim Kirchenzug Foto: Alfons Beil

Architekt Alois Iberl betreute die Baumaßnahme von Beginn an. Seit den Planungen 2014 und dem Baubeginn im April 2018 habe er viele Stunden auf dem Eichlberg verbracht. Man habe keine Wände abgebrochen, Fenster und Türen erhalten und viel Material wieder verbaut. Fotowände erinnern an die Baufortschritte. Iberl dankte Georg Dechant, Sonja Meier und Pater Jose für die Unterstützung in der Planungs- und Bauphase. Ohne Leidenschaft und Zusammenhalt wäre das nicht gelungen.

Turm von weitem zu sehen

Pater Franzis, Betreuer der Patres in Deutschland sprach einen vielfältigen Dank aus. Der Pfarrhof erstrahle in einem neuen Glanz. Provinzial Pater Jaison, der extra aus Kerala in Indien zum Eichlberg gekommen ist, freute sich über die Eröffnung der Einrichtung in Eichlberg in einer Zeit, wo Klöster und Kirchen geschlossen werden. Den Turm sehe man von weitem, wie auch in Kerala. Er sei stolz auf Pater Jose, der in Eichlberg gut angekommen ist. Er kenne alle mit Namen und sei ein guter Seelsorger.

Pfarrhof und Orden

  • Pfarrhof Eichlberg:

    Er wurde neben der Wallfahrtskirche „Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“ 1739 erbaut und bis heute in der Substanz erhalten. Bei der Sanierung wurden viele ursprüngliche Baustoffe erhalten und Materialien wieder verbaut. Hauptsächlich führten neun Firmen aus der Region die Arbeiten durch. Projektleiter war Architekt Alois Iberl aus Parsberg, unterstützt von Georg Dechant, Sonja Meier und Pater Jose. Für die Sanierung wurden 2,5 Millionen Euro aufgebracht. Finanziell unterstützt wurde diese von Bischöflicher Finanzkammer, Denkmalamt, Stadt Hemau, Landkreis Regensburg und Bezirk. Planungen begannen Ende 2014, der Umbau im Frühjahr 2018.

  • „Unbeschuhte Karmeliten“:

    Der Orden kommt aus der Provinz Kerala/ Indien und ist in mehrere Provinzen aufgeteilt. Deutschland und der Eichlberg gehört zur Provinz Kerala und wird von Provinzial Jaison geleitet. Dazu gehören 120 Priester und 200 Studierende.

  • Bisher waren die Patres in Schwandorf auf dem Kreuzberg untergebracht. Neben Pater Jose werden auch Pater Franzies, der für ganz Deutschland zuständig ist, und Pater Santosh in Eichlberg wohnen, weiterhin die Wallfahrtskirche betreuen und den Pfarrhof mit Leben erfüllen. Weiterhin besteht die Aufgabe, in Pfarreien des Dekanats Laaber als Aushilfen zu fungieren. (lbt)

Dekan Monsignore Georg Dunst sagte, auch für das Dekanat Laaber sei es eine Aufwertung und ein Segen. Die Wallfahrt gebe es bis heute. Er erinnerte an Pfarrer Karl-Maria Ferges, in dessen Fußstapfen Pater Jose getreten sei. Er freue sich, dass viele Patres zur Seelsorge hinzukommen. Sonja Meier sprach für die Kirchenverwaltung und den Pfarrgemeinderat. Die Mitbrüder von Pater Jose werden den Pfarrhof mit Leben erfüllen, sie überreichte Brot und Salz als Symbol für die Gemeinschaft.

Mit Weihwasser und Weihrauch segnete Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer dann Gebäude. Am Sonntagnachmittag und am Montag konnte der Pfarrhof beim „Tag der offenen Tür" besichtigt werden, was sehr viele nutzten.

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