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Beratzhausen

Ein Blick auf eine große Brautradition

Geschichte 130 Gäste kamen zur Marktmausführung des Holpertinger Theatervereins.
Von Ingrid Kroboth

Himmlische Heerscharen begrüßen die Gäste am Johann-Ehrl-Platz. Foto: Kroboth
Himmlische Heerscharen begrüßen die Gäste am Johann-Ehrl-Platz. Foto: Kroboth

Beratzhausen.„Flüssiges bricht fasten nicht“, so hieß und heißt es – auch in der Marktgemeinde. Eines der nahrhaften Getränke liefern schon immer die Brauereien, von denen es einst auch in Beratzhausen eine ganze Reihe gegeben haben soll. So erzählen es die Geschichtsbücher und jüngst die Marktmausführer des Holperdinger Theatervereins. Aufgeteilt in vier Gruppen führten die Erzähler – Gerlinde Braun, Magdalena Ehrl, Xaver Koller und Josef Prösl – 130 Personen zu den Schauplätzen einstiger Braukunst.

Prösl hatte sich mit der Brauereigeschichte beschäftigt und aus seinen Recherchen einen informativen Spaziergang gebastelt. Einführend berichtet er vom ersten urkundlich erwähnten Brauhaus im Jahr 1483. Fast 100 Jahre später (1571) wird das erste Kommunbrauhaus am heutigen Johann-Ehrl-Platz errichtet.

Da wartet nun Luisa Frauenknecht mit himmlischen Heerscharen die Teilnehmer an der Marktmausführung. Auf einer Wolke über dem Brunnen schwebend beobachten die Engel das Brauerei- und Wirtshaus-Sterben in Beratzhausen. Weiter führt der Spaziergang durch das Brauhausgasserl (heute Bäckergasse), wo „Irrlichter umgehen“ – gruselig kopflose Gestalten. Hinter der Kirche erzählt Prösl vom Weißbier-Monopol, mit dem einst der Staatsbanktrott abgewendet werden konnte. Auch Beratzhausen hatte ein „Weißes Brauhaus“, das sich vom heutigen Gottfried-Kölwel-Platz in Richtung Zehentstadel erstreckte. Wie Martin Schwendner berichtet, wurde in Beratzhausen aber nur von 1709 bis 1720 Weißbier gebraut.

Der Weg führt weiter zu einem von zehn noch intakten Bierkellern beim „Kloanickerlhaus“ in der Falkenstraße. In dem Gewölbekeller erzählt Sigi Frauenknecht von seiner Arbeit als „Brauer des besten Biers von Beratzhausen“, das er zum Probieren ausschenkt. Auf dem Weg zum Wiendl-gelände erfahren die Teilnehmer vom Bayerischen Reinheitsgebot, „dem ältesten noch heute gültigen Lebensmittelgesetz der Welt“. Beim „Filetstück“ der Gemeinde bietet Michael Wiendl (Thorsten Plog) eine Führung durch seinen „Englbräu“. 23 000 Hektoliter „brauen wir jährlich“, erzählt der letzte Brauereibesitzer von Beratzhausen – aber auch das ist schon lange her.

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