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Ein Karpfen hilft Kindern

Das Stück der Kolping-Jugendbühne Wörth stand im Zentrum eines Benefizabends. Der Erlös geht an Heimkinder in Peru.
Von Theresia Luft

Vor Weihnachten gibt es noch viel zu tun: eine Szene aus „Der Weihnachtskarpfen“ .  Foto: Theresia Luft
Vor Weihnachten gibt es noch viel zu tun: eine Szene aus „Der Weihnachtskarpfen“ . Foto: Theresia Luft

Wörth an der Donau.Der Benefiz-Theaterabend der Kolping-Jugendbühne Wörth und von Kultur in Wörth bot den richtigen Rahmen, um sich auf das Weihnachtsfest zu besinnen. Kurz vor Weihnachten rennt die Zeit, die Hektik wird größer, es gibt noch viel zu erledigen und vorzubereiten – so oder ähnlich ergeht es vielen von uns. Die sogenannte staade Zeit ist eher hektisch.

Da tut es gut, sich einen Abend in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen. Mit stimmungsvoller Musik, Gesang, heiter-besinnlichen Geschichten und dem Theaterklassiker „Der Weihnachtskarpfen“ war viel geboten. Der Saal mit Bühne im Bürgerhaus war bis auf den letzten Platz besetzt. Es mussten sogar noch zusätzliche Stühle herangeschafft werden, so viele waren gekommen.

Gleichzeitig konnte man Gutes tun. Der Eintritt war frei und der Spenden- Erlös ging an „Circa – Mas“ eine Organisation, die von einem italienischen Jesuitenpater gegründet wurde und in Peru Kinder, die in Heimen leben, unterstützt und ihnen eine Schulbildung ermöglicht. Elisabeth Keil, sie verbrachte ein ganzes Jahr in Peru und arbeitet dort in einem Kinderheim, sagte, „genau vor einem Jahr war ich 13000 Kilometer von hier entfernt in Peru und lernte ein anderes Weihnachten kennen, das nicht auf Geschenke ausgerichtet ist, so wie bei uns. Die Kinder in dem Heim in Peru haben an Weihnachten andere Wünsche als hier.“

Die Kinder in dem Heim in Peru haben an Weihnachten andere Wünsche als hier.“ Spenden-Organisatorin Elisabeth Keil

Viele Kinder hätten keine Eltern mehr und lebten das ganze Jahr über im Kinderheim. Da sei es für sie eine Freude, an Weihnachten von Onkel, Oma oder einem Elternteil abgeholt zu werden und mit der Familie Weihnachten zu feiern. „Da ist eine Umarmung für die Kinder das Wichtigste. Mit den Spenden aus Deutschland konnte ich im vergangenen Jahr mit zwei Kindern, die nicht abgeholt worden sind, kleine Ausflüge unternehmen. Und ich konnte Hygieneartikel wie zum Beispiel neue Zahnbürsten für alle kaufen.“

Elisabeth Keil leitet die Spende an „Circa – Mas“ weiter. Foto: Theresia Luft
Elisabeth Keil leitet die Spende an „Circa – Mas“ weiter. Foto: Theresia Luft

Das beim Benefiz-Theaterabend gesammelte Geld, es kamen 1300 Euro zusammen, wird Elisabeth Keil an ihre Nachfolgerin in diesem Kinderheim überweisen. „Es kommt ausschließlich den Kindern zugute“, erklärte Keil, die den Abend mit ihrer Schwester Barbara auch musikalisch mitgestaltete und mit Raphael Gritschmeier im Duett sang.

Julia Rösch begeisterte mit ihren Sologesang „Im Wold is so staad“ und „Es wird scho glei dumpa“, begleitet von Barbara auf dem Hackbrett. Ekkehard Hollschwandner las in zwei Teilen „Eine besondere Fußballgeschichte“ und seine Frau Gabriele unterhielt mit „Die Weihnachtsbeleuchtung“, „Das ist ja wie Weihnachten“ und dem Gedicht „Herbergsouchn“, das sie auswendig rezitierte. Traudl Eigenstetter las die Weihnachtsgeschichte in Mundart und wurde von Stefan Knorr auf der Gitarre begleitet.

Währenddessen warteten die Nachwuchsschauspieler schon aufgeregt hinter der Bühne, bis sie an der Reihe waren. „Der Weihnachtskarpfen“ erzählt eine Familiengeschichte, wie sie wohl jeder aus seinem Alltag kennt. Die Tochter soll ein Weihnachtslied üben. Vater und Mutter haben es eilig, sie müssen weg, die Nachbarin kommt, der Postbote bringt die Pakete, der Metzger die Bestellung und der Fischhändler den besagten Weihnachtskarpfen, der dann in der Badewanne darauf wartet, geschlachtet zu werden.

Das Schwäbeln gelernt

Bei der Inszenierung standen Daniel und Lena Brandt, Lucy Kett, Theresia und Michael Blomberger, Elias Röhrl, Alexander Forster und Valentin Feldmeyer auf der Bühne. Wobei die beiden Brandt-Geschwister sogar extra das „Schwäbeln“ gelernt hatten. Für die beiden war das kein Problem, zuhause sind sie das Schwäbische dank ihrer Mutter gewohnt. Stefanie und Michael Blomberger waren gar nicht aufgeregt, wenn ihre beiden Kinder auf der Bühne standen. „Wir haben das Stück jetzt schon ein paarmal gesehen und kennen den Text fast auswendig. Es ist immer wieder schön, zuzuschauen.“

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Traudl und Hans Eigenstetter waren überwältigt, dass so viele Besucher gekommen waren und die Spendensumme 1300 Euro betrug. Die beiden führten in gewohnter Weise durch den Abend und sie hatten auch das Theaterstück mit den Kindern einstudiert. Mit einem riesigen Applaus wurden die Akteure belohnt. Eigenstetter bedankte sich bei allen Mitwirkenden und den Eltern, die immer zur Stelle gewesen seien, wenn sie gebraucht wurden.

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