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Kultur

Ein Mops träumt von der Arche Noah

Die jungen Musik-Kabarettisten Max und Pille haben bereits eine begeisterte Fangemeinde – darunter Hundedame Lotte mit ihrem Frauchen Patrizia.
Von Petra Schmid, MZ

  • Mops-Mädchen Lotte und Frauchen Patrizia sitzen am Klavier „Probe“. Fotos: Schmid
  • Akkordeon und Klavier zugleich spielen – für Max kein Problem
  • Pille in der Rolle einer ambitionierten Sopranistin

Donaustauf.Beschwingte Klaviermusik und heitere, freche Lieder, das perfekte Programm für „Songs an einem Sommerabend“. Dazu hatten Max Rädlinger und Pille Artmann ins Hotel-Restaurant „Die Kupferpfanne“ eingeladen. Rädlinger ist in Donaustauf kein Unbekannter. Die Musik ist sein Metier, allerdings wird er ansonsten eher mit getragener, geistlicher Musik in Verbindung gebracht. Der junge ist nämlich der Kirchenmusiker der Walhalla-Gemeinde. Er ist nicht nur der Organist, sondern auf sein Kommando, sprich Dirigat, hören auch die Mitglieder des Kirchenchors St. Michael.

Mittlerweile hat es sich aber schon herumgesprochen, dass Max und sein Freund „Pille“ (Philipp Artmann) sich auch in der heiteren, leichten Szene des Musikkabaretts zuhause fühlen. Mit ihrem Programm „Nicht hängen lassen“ war es für Max und Pille ein Heimspiel in Donaustauf. Eine treue kleine, aber immer mehr anwachsene Fanfamilie ist bei jedem Auftritt des musikalischen Duos anzutreffen. Darunter ist auch Lotte, kein gewöhnlicher Fan, denn sie ist ein Mops-Mädchen und gehört Pilles Freundin Patrizia.

Liebesballade wird zur Trauerarie

Das Hundemädchen sei erst neun Monate alt und habe sich von Beginn an der Musik von Max und Pille verschrieben, erzählte Frauchen Patrizia. Lauschend saß Lotte tatsächlich unter dem Tisch und verfolgte dabei – die Lauscherchen aufgestellt – das Programm. Kein Knurren oder Bellen war zu hören. Nur ein deutliches „Wuff“ war von Lotte bei dem Stück „Arche Noah“ zu vernehmen. Kein Wunder, denn dies sei Lottes Liebeslied, plauderte Patrizia aus und verriet auch ihren eigenen Favoritensong „Mathe“.

Bei beim Kabarett-Abend konnten sich die Gäste, auch durchaus musikalisch weiterbilden. Das Duo erklärte die Stimmlagen eines Chors in eindrucksvoll-eigenwilliger Weise. Pille hat sogar einige Requisiten wie etwa eine Perücke mitgebracht, um die verschiedenen Gesangs-Charaktere besser darzustellen. Beispielsweise sei der Tenor „der Held und beste Mann im Chor“. War da nicht das Nicken eines aktiven, männlichen Sangesfreundes zu sehen? Gelacht wurde an diesem Abend viel. Sogar eine „Uraufführung“ gab es – ein Liebeslied „Du machst mich schwach“. Was zunächst nach einer schmachtenden Liebesballade von Max ausgesehen hatte, entpuppte sich Rohrkrepierer. Pille machte dem Casanova klar, dass er damit bei der angebeteten Dame nie und nimmer landen würde. Aus der Romantik-Show wurde schnell eine Trauerarie – das Publikum amüsierte sich köstlich.

Auch zum Mitmachen wurde das Publikum animiert. Als Kirchenmusiker habe man einfach den Drang, die Leute zum Mitsingen zu bringen, erklärten die jungen Musiker.

Rädlinger ist in musikalischer Hinsicht vielfältig aufgestellt. Er schnallte sich ein Akkordeon um und spielte gleichzeitig Klavier. Zuvor hatte er schon Klavier und „Kazoo“ oder wie er es nennt, „Kamm mit Butterbrotpapier“, gespielt.

Unter den Gästen war unter anderem auch Neutraublings ehemalige Bürgermeisterin Eleonore Mayer. Sie habe mit Freunden das Restaurant besucht und zufällig in den ‚Genuss des Kabarett-Abends gekommen. Sie sagte begeistert zur MZ: „Es hat mir sehr gut gefallen, die beide jungen Männer werden einmal eine große Karriere machen.“

Über Durchschnittsalter von Chören

Max und Pille schreiben derzeit fleißig an einem neuen Programm, verrieten sie dem Publikum und gaben mit „A Liedl lohnt sich“ eine Kostprobe. „Sie dürfen heute mitentscheide, ob wir es ins neue Programm aufnehmen, forderte Rädlinger die Gäste auf.

Mit Augenzwinkern wird dabei auf die Vorzüge des Singens hingewiesen. Unter anderem heißt es: „Singen verlängert das Leben, das kann man am Durchschnittsalter des Kirchenchors sehen.“ Dies nutzte Rädlinger natürlich sofort, um für den Eintritt in den hiesigen Chorbetrieb zu werben. Dafür gab es genau so begeisterten Beifall wie für alle anderen Stücke.

Weitere Informationen ließen sich die zwei jungen Künstler noch nicht entlocken. Für die Ideen müsste man nur mit offenen Augen durch die Welt gehen, erzählten Pille und Max. Auf die Frage, wie ein Leben ohne Musik aussehen würde, kam es einstimmig: „Unmöglich, das geht nicht!“

Seit dem Frühjahr gibt es eine CD. Erhältlich ist diese bei Konzertterminen oder im Musikalienfachgeschäft Feuchtinger und Gleichauf in Regensburg. Auf der CD ist eine Mischung aus Studio-Aufnahmen und Livemitschnitten zu finden.

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