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Projekt

Ein Naturerlebnis für alle

Barrierefrei wandern trotz mancher Handycaps: Dafür stellt das Regionalmanagement des Landkreises die Weichen.

In Friesheim wurde eine Strecke entlang der Donau getestet.  Foto: Markus Bauer
In Friesheim wurde eine Strecke entlang der Donau getestet. Foto: Markus Bauer

Regensburg.Der Landkreis Regensburg ist – unter anderem wegen seiner unterschiedlichen Landschaften – eine beliebte Tourismus- und Wanderregion. Doch wie sieht es bei den Wanderwegen in Sachen Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit aus? Dieser Fragestellung geht bis Ende Februar 2022 das Regionalmanagement des Landkreises Regensburg mit seinem Projekt „BarriereFreizeit“ nach und erarbeitet in dieser Zeit entsprechende Informationsmaterialien. In Friesheim und in Beratzhausen haben daher Personen mit Handicaps und auch Familien mit Kindern jeweils einen Weg genauer unter die Lupe genommen.

Für Landrätin Tanja Schweiger geht es neben der Teilhabe auch um die Stärkung des Regionalbewusstseins: „Der gesellschaftliche Zusammenhalt und die tollen Naherholungsmöglichkeiten direkt vor der Haustür gewinnen noch einmal dazu, wenn wir den Aspekt der Barrierefreiheit bei Freizeit- und Wanderwegen mit einbeziehen.“ Der starke Wunsch nach Erholung und Naturerlebnis besonders von Senioren und jungen Familien mit Kindern erfordere angepasste Naherholungs- und Freizeitangebote, die auch entsprechend publik gemacht werden müssten, erklärt Regionalmanager Martin König, der federführend das Projekt betreut.

„Gerade jetzt, wo Inklusion und der demografische Wandel ganz oben auf der Agenda stehen, sind diese Initiativen unbedingt notwendig“, ergänzt die Inklusionsberaterin am Landratsamt Marion Thätter, die selbst gehbehindert im Rollstuhl an der Begutachtung vor Ort teilgenommen hat.

Viele Kooperationspartner

In zwei der drei Teilregionen des Landkreises Regensburg (Bayerischer Jura, Vorderer Bayerischer Wald, Gäuboden/Donau-Isar-Hügelland) fanden in der zweiten Juliwoche Ortsbegehungen statt. In Friesheim, im südlichen und eher flachen Teil des Landkreises gelegen, wurde eine Strecke entlang der Donau getestet. In Beratzhausen führte der Weg vom Essenbügl bis zur Kohlmühle entlang der Schwarzen Laber. Bei beiden Begehungen prüften die Mitarbeiter des Regionalmanagements anhand einer Checkliste die verschiedenen Aspekte und nahmen Hinweise und Verbesserungsvorschläge der Teilnehmer auf.

Nachdem das Projekt in Kooperation mit internen und externen Einrichtungen und Verbänden läuft, waren verschiedene Partner mit dabei: Sachgebietsleiterin Tourismus Susanne Kammerer, Inklusionsberaterin Marion Thätter sowie der Verein Phönix e. V. Regensburg, der Beratung und Hilfen für Behinderte anbietet, Beraterin Wiebke Richter, des Weiteren die Katholische Jugendfürsorge, Sebastian Müller vom Team sag‘s einfach/Büro für Leichte Sprache, und der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund, Petra Rupp. Ebenfalls mit im Team ist die überregional bekannte und mehrfach ausgezeichnete Hochleistungsschwimmerin Annke Conradi.

In Beratzhausen begleitete außerdem Martin Tischler, 2. Bürgermeister von Beratzhausen und Behindertenbeauftragter des Landkreises, die Gruppe auf einem Teil der Wegstrecke. „Durch die Zusammenarbeit mit den betroffenen Menschen, Verbänden und Einrichtungen wird die Bedeutung des Projektes noch einmal besonders unterstrichen“, so Landkreischefin Tanja Schweiger.

Broschüre soll erscheinen

Mit dem Projekt, das vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert wird, werden in allen Landkreisteilen sechs bis neun Wander- und Freizeitwege, die auf Barrierefreiheit geprüft wurden, zusammengestellt und in Form einer Broschüre sowie digital publiziert. Mit Blick auf Nachhaltigkeit und Zukunft soll dieses Arbeitsfeld auch nach Ende der Förderphase 2022 durch den Landkreis weiter betreut werden.

Das Projekt

  • Ziel: Das Projekt „BarriereFreizeit“ hat eine gleichberechtigte und attraktive Teilhabe an der Nutzung von Freizeit- und Wanderwegen in regionaltypischen Natur- und Kulturlandschaften für alle Zielgruppen und Generationen zum Ziel.

  • Mobil: Im Fokus sind dabei mobilitätseingeschränkte Menschen mit verschiedenen Behinderungen – Rollator- und Rollstuhlfahrer, sehbehinderte und blinde Menschen – Senioren sowie Familien, die mit Kindern und Kinderwagen unterwegs sind. Gleichzeitig sollen auch Heimatbewusstsein und regionale Identität gestärkt werden.

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