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Sport

Ein Weltmeister mit zwölf Jahren

Tobias Schmeilzl war bei der WM in Jamaika gleich zweimal erfolgreich. Der Kickboxer aus Obertraubling trainiert täglich.
Von Theresia Luft

  • Trainer Albert Kaiser mit dem frischgebackenen Kickbox-Weltmeister Tobias Schmeilzl Foto: Theresia Luft
  • Stefan Schmeilzl, sein Sohn Tobias, und sein Trainer Albert Kaiser (von links) Foto: Theresia Luft

Obertraubling.Wer Tobias Schmeilzl kennt, weiß es genau – sportlich ist er schon immer. Er hat in seinen jungen Jahren bereits einiges an sportlichen Aktivitäten ausprobiert und letztlich im Kickboxen seinen Sport für sich gefunden. Der Zwölfjährige holte bei der Weltmeisterschaft in Jamaika gleich zwei Weltmeistertitel. Einmal in der Kategorie „Leichtkontakt Boys acht bis zwölf Jahre bis 40 Kilogramm“ und „K-1 Kick Light Boys acht bis zwölf Jahre bis 45 kg“.

Einen hervorragenden Trainer, der von Anfang an sein Talent erkannt hat Tobias Schmeilzl in Albert Kaiser gefunden, der den Kickboxverein Top-Ten Obertraubling gründet hat und aus dessen Schule schon insgesamt zehn Weltmeister in den letzten 40 Jahren hervorgegangen sind. Noch optimaler könnten die Voraussetzungen nicht sein, um sich für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren und dann auf Anhieb den Weltmeistertitel zu holen.

Für die nächste WM qualifiziert

In Jamaika kämpfte Tobias gegen Teilnehmer aus Jamaika, England und Amerika. Durch seinen Weltmeistertitel qualifizierte sich der junge Kämpfer bereits jetzt für die Weltmeisterschaft 2019, die in Irland ausgetragen wird. Neben seinem sportlichen Ehrgeiz gibt es noch die Familie mit seiner jüngeren Schwester Sophia, Papa Stefan und Mama Li. Seine schulische Laufbahn absolviert Tobias an der Privatschule Pindl. Dort besucht er die sechste Klasse der Realschule.

Wie Papa Stefan ergänzte, wird Tobias für die Teilnahme an Meisterschaften, wie eben der Weltmeisterschaft in Jamaika, ohne Probleme freigestellt und vonseiten der Schule unterstützt. Schulisch engagiert sich Tobias als Streitschlichter und hat die notwendige Ausbildung dazu durchlaufen.

Natürlich liebt es Tobias, am Computer zu spielen oder sich mit elektronischen Medien zu beschäftigen. Und als Berufswunsch fasst der quirlige Junge einmal den Beruf des Polizisten ins Auge und möchte – wie sein großes Vorbild Albert Kaiser – einmal Kickbox-Trainer werden. Wie Kaiser ergänzte, gehört neben dem Talent aber auch ein straffer Trainingsplan mit dazu, um solche Erfolge wie Tobias feiern zu können.

Im Trainingsraum des Kickboxvereins Top-Ten ist der junge Kämpfer jeden Tag anzutreffen, um gut eineinhalb Stunden zu trainieren. „Das Sparring, eine Trainingsform, die den Wettkämpfen sehr ähnelt, mag ich am liebsten“, erzählt Tobias von den Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft. Zuhause sind gleich zwei Boxsäcke – einer steht in seinem Zimmer und der zweite hängt – seine Trainingspartner. Um ihrem Sohn die notwendige Vorbereitung und die Teilnahme an den Weltmeisterschaften zu ermöglichen, investierten seine Eltern an die 11 000 Euro. Für die Eltern ist der Sport ihres Sohnes also nicht nur eine zeitliche, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Als Sponsor von Tobias übernimmt der Kickboxverein Top-Ten zumindest bei Wettkämpfen in Deutschland das Start- und Benzingeld. Mit seinem Papa und seiner jüngeren Schwester verbrachte Tobias in den Sommerferien drei Wochen im „AKA“, einem Thai-Box-Trainingscamp in Thailand. Dort trainierte Tobias jeden Tag mindestens drei Stunden und genoss die restliche Zeit, um das Land kennenzulernen oder sich am Strand zu vergnügen. Der Tagesablauf war allerdings straff organisiert. Um 6.30 Uhr wurde aufgestanden, dann gab es Frühstück, meistens Müsli und Minibananen.

„Die Gesundheit geht vor“

Um 7.30 Uhr ging es mit dem Roller ins Trainingscamp. Dort wurde dann in Gruppen gut zwei Stunden trainiert. Nach einer kurzen Pause und einem Protein-Shake gab es noch eine gute Stunde privates Intensivtraining. In Thailand betrugen die Temperaturen um die 30 Grad, was ebenfalls eine gute Vorbereitung für das Klima in Jamaika war. Papa Stefan achtet vor allem stets darauf, dass die Schutzausrüstung korrekt angelegt wird. „Die Gesundheit geht einfach vor und ein strukturierter Tagesablauf ist sehr wichtig“, erläutert Stefan Schmeilzl.

Nach dem Trainingslager ging es für weitere zwei Wochen nach China, in die Heimat von Tobias‘ Mutter. Auch dort wurde jeden Tag eifrigst trainiert. Bevor Tobias aber bei der Weltmeisterschaft antreten durfte, musste er sich in mehreren Qualifikationsturnieren beweisen. Jetzt ist er in der Rangliste mit drin und im deutschen Nationalkader mit aufgenommen, wie er mit Stolz erzählte. Eins weiß er sicher: Der Schulsport ist für ihn keine Herausforderung und eher langweilig, erzählt der durchtrainierte Junge, der erst vor gut zwei Jahren, im Oktober 2016, mit dem Kickboxen angefangen hat. Tobias war nicht lange im Kindertraining und wurde von Kaiser sofort als Naturtalent für diese Sportart erkannt. Wo Tobias antritt, da siegt er auch.

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