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Pläne

Eine Chance für den Verkehr der Zukunft

Stadt und Landkreis Regensburg wollen ein neues Mobilitätskonzept. Diesmal geht’s nicht nur ums Auto. Der Weg ist noch weit.
Von Jan-Lennart Loeffler

Ob E-Roller oder eigenes Auto - oder mit Bus und Bahn: Stadt und Landkreis Regensburg bringen ein neues Konzept für die Mobilität in der Region auf den Weg. Symbolfoto: Magdalena Tröndle/dpa
Ob E-Roller oder eigenes Auto - oder mit Bus und Bahn: Stadt und Landkreis Regensburg bringen ein neues Konzept für die Mobilität in der Region auf den Weg. Symbolfoto: Magdalena Tröndle/dpa

Regensburg.Fünfzehn Jahre beträgt die „Haltbarkeit“ eines Verkehrskonzepts, wie Professor Bogenberger von der Technischen Universität München erklärt. Über diesen Zeitraum könne man gut mit vorhandenen Daten - etwa zur Bevölkerungsentwicklung - Prognosen erstellen. Diese 15 Jahre sind vorbei in der Region Regensburg. Aus dem Jahr 2005 stammt die letzte Verkehrsuntersuchung. Jetzt soll etwas Neues her. Und dafür haben sich Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer nun zum einen den Freistaat, vertreten durch das Verkehrsministerium und die Regierung der Oberpfalz, und zum anderen Prof. Klaus Bogenberger vom Lehrstuhl für Verkehrstechnik an der TU München mit ins Boot geholt.

Dr. Stefan Meier, Landrätin Tanja Schweiger, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Prof. Klaus Bogenberger und Josef Kreitinger gaben auf einer Pressekonferenz im Alten Rathaus in Regensburg den Startschuss das neue Mobilitätskonzept für die Region. Foto: Loeffler
Dr. Stefan Meier, Landrätin Tanja Schweiger, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Prof. Klaus Bogenberger und Josef Kreitinger gaben auf einer Pressekonferenz im Alten Rathaus in Regensburg den Startschuss das neue Mobilitätskonzept für die Region. Foto: Loeffler

Im Jahr 2005 ging es den Verantwortlichen im Landkreis, in der Stadt und beim Freistaat vorrangig um den Autoverkehr und darum, die Überlastung der Hauptachsen A3 und A93 in den Griff zu bekommen. Der Fokus des Verkehrskonzepts lag also klar auf der Straßeninfrastruktur. Im Rückblick verweist Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer zu Recht auf Maßnahmen wie die Pilsenallee oder die Ampelregelungen bei Auffahrten auf die A93 rund um den Pfaffensteiner Tunnel. Die fanden sich in den damaligen Empfehlungen und wurden auch realisiert. Andere Maßnahmen, wie der sechsstreifige Ausbau der A3, werden aktuell noch umgesetzt.

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Doch seitdem sind die Verkehrsprobleme rund um Regensburg nicht weniger geworden, im Gegenteil. Von 80.000 Einpendlern, die jeden Werktag zum Arbeiten vom Umland in die Stadt fahren, berichtet Maltz-Schwarzfischer. Das neue Konzept, das jetzt erstellt wird, soll die Probleme umfassender anpacken. Es geht ausdrücklich nicht nur darum, „wie infrastrukturelle Engpässe beseitigt werden können“.

„Mobilität“ statt „Verkehr“

„Wir wollten das Konzept nicht nur aktualisieren“, sagt Maltz-Schwarzfischer auf der Pressekonferenz im Alten Rathaus am Montag. „ÖPNV, E-Mobilität, Sharing-Systeme - das gehört alles zusammen. Es geht darum, sich individuell durch die verschiedenen Mobilitätsarten zu bewegen.“ Diesen Anforderungen wird das letzte Gutachten, erstellt in einer Zeit vor der Allgegenwart der Smartphones - das erste iPhone kam erst 2007 auf den Markt - und ohne omnipräsentes Umweltbewusstsein nicht mehr gerecht.

„Nur noch den Schwerpunkt auf der Straße zu haben, ist zuwenig“, sagt daher Landrätin Schweiger. „Wir sind hier Vorreiter,“ sagt die Bürgermeisterin. „Wir schauen auf alle Mobilitätsarten.“

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Das läuft auch auf einen Ausbau des Nahverkehrs hinaus. Das ist keine leichte und auch keine kostengünstige Aufgabe. Denn für einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr formuliert Stefan Meier vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr drei Voraussetzungen: „Er muss flächendeckend sein, er muss barrierefrei sein und er muss bezahlbar sein.“ Er hebt aber den verkehrsmittelübergreifenden Ansatz hervor: Denn auch das Auto wird künftig seinen Platz auch in diesem Mobilitätskonzept haben. „Wir wollen kein Verkehrsmittel verteufeln“, betont Meier, der mit Blick auf die Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2005 sagt: „Ganz anders ist das, was wir jetzt machen. Das ist maßgeschneidert.“ Und er hofft darauf, dass andere Regionen von den Regensburger Ergebnissen profitieren. „Diese Fragen, die stellen sich viele Kommunen.“

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Erste Ergebnisse in zwei Jahren

Bis in Stadt und Landkreis Regensburg die Fragen beantwortet sind, wird es noch einige Zeit dauern. Erste Ergebnisse werden bei diesem Mobilitätskonzept nicht über Nacht vorliegen. Zunächst müssen externe Büros beauftragt werden. Zwei sollen es sein: eines für die Erstellung des Konzepts, und ein anderes allein für die Kommunikation. Das zeigt, welchen Stellenwert der Dialog mit den Bürgern bekommen soll.

Es wird dann nach den Worten von Prof. Bogenberger ungefähr 18 Monate dauern, bis Datenerhebung, Analyse und Bürgerbeteiligung abgeschlossen sind. In zwei Jahren soll dann der Maßnahmenkatalog vorliegen. Die dann vorliegenden Maßnahmen müssen dann freilich erst noch umgesetzt werden. Und das kann dauern. Denn die Planung der einzelnen Maßnahmen, nimmt das Konzept nicht vorweg.

Das soll das neue Konzept bringen

  • Kooperation:

    Stadt und Landkreis haben sich mit dem Freistaat Bayern darauf verständigt, ein sogenanntes „Konzept Mobilität Raum Regensburg“, kurz KMRR, zu erstellen. Unter Einbeziehung aller Verkehrsmittel und zuständigen Behörden wollen sie die künftige Mobilität im Raum Regensburg erarbeiten.

  • Plan:

    Das neue Konzept soll mehr sein, als ein Plan zur Beseitigung von Engpässen in der Verkehrsinfrastruktur. Vielmehr werden auch auf städtebauliche Aspekte sowie Umwelt- und Klimaschutz einfließen. Erste Empfehlungen könnten in rund zwei Jahren vorliegen.

Einiges, was sich an Empfehlungen im letzten Gutachten findet, ist - aus den unterschiedlichsten Gründen - immer noch Zukunftsmusik wie die Sallerner Regenbrücke oder die Regensburger Stadtbahn. Auch am Bahnhof Walhallastraße halten bis heute keine Züge. Bei anderen Maßnahmen ist nach 15 Jahren die Umsetzung mehr als fraglich, wie die seinerzeit schon angemahnte Weiterführung der Regensburger Osttangente östlich an Zeitlarn vorbei zur B15 oder eine Donaubrücke im Stadtwesten.

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