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„Eine kleine Stadt liest“ wird in Wörth fortgesetzt

Die Jugendgruppe der Kolpingbühne spielte zur Leseaktion aus „Kartoffelkäferzeiten“. Foto: Heitzer

„Am 26. April saßen wir nervös in diesem Zimmer und fragten uns, ob wohl Leute kommen werden“, erinnerte sich Johann Festner an die erste Aktion von „Eine kleine Stadt liest“. Zwei Monate und zwölf Veranstaltungen später sprechen die Zahlen für sich: Rund 800 Besucher konnten die Veranstaltungsreihe anlocken, darüber hinaus waren etwa 60 Beteiligte bei den einzelnen Terminen engagiert. So schloss sich am Sonntag mit dem erneuten Zusammentreffen im Rondellzimmer nicht nur räumlich ein Kreis.

Die Jugendgruppe des Kolpingtheaters brachte erneut ihre Szene aus dem von Hans Eigenstetter zum Drama adaptierten Roman „Kartoffelkäferzeiten“ zur Aufführung. Auch rückten nach den verschiedenen Ausleuchtungen des Themas der Nachkriegszeit in den Ortsteilen am Sonntag die vier in der Veranstaltungsreihe behandelten Bücher wieder in den Mittelpunkt.

Claudia Wiest, Ludwig Eiglmeier, Sepp Schindler und Florian Sendtner hatten sich vorab intensiv mit den einzelnen Werken auseinandergesetzt und luden das Publikum zu einer Diskussion ein. So interpretierte „Base“ Schindler Paul Maars „Kartoffelkäferzeiten“ unter anderem in Bezugnahme auf die Biografie des Autors.

Claudia Wiest vom Lesekreis Wörth verdeutlichte in erster Linie die Harmonie von Text und Bild in Jutta Bauers „Opas Engel“. In diesem Zusammenhang eröffneten sich die verschiedenen Dimensionen des Buchs. Der Spagat, zugleich Trauerbewältigung für Kinder und Aufarbeitung des Holocausts zu leisten, gelingt hier in anrührender Weise. Florian Sendtner legte als Übersetzer von „An der schönen blauen Donau“ seinen Schwerpunkt auf die stilistischen Besonderheiten in der englischen Originalversion des Romans: Die bayerische Wendung „I kimm scho“ wurde vom Autor in selbige integriert um den Klang der Regensburger Sprache bestmöglichst wiederzugeben.

Von einem befreundeten Literaturprofessor hatte Sendtner von Ludwig Bemelmans Roman erfahren, der schließlich erst rund 60 Jahre nach Veröffentlichung von Sendtner ins Deutsche übertragen wurde. Ludwig Eiglmeier hatte bereits bei der Eröffnungsveranstaltung aus Uwe Timms Roman „Die Entdeckung der Currywurst“ vorgetragen.

Am Sonntag knüpfte er an diesen Auftritt an. Für alle Besucher, die sich das Buch des Hamburger Autors noch nicht zu Gemüte geführt haben, lüftete Eiglmeier abschließend das große Geheimnis: Durch das Vorlesen der entsprechenden Textpassage schilderte er seinen Zuhörern, wie die Currywurst nach Uwe Timm nun entdeckt worden sei.

Zum Abschluss von „Eine kleine Stadt liest“ galt der Dank von Bürgermeister Anton Rothfischer vor allem Anke Urban und Johann Festner. Dieser stellte der stetig gewachsenen Anhängerschar der Veranstaltungsreihe eine Fortsetzung in Aussicht: „Nach dem Erfolg in den Ortsteilen müssen wir wieder was auf die Beine stellen“, so der Organisator.

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