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Infrastruktur

Eine Million für den Wegebau in Kallmünz

Die Weiler und Einödhöfe im Gemeindegebiet werden erschlossen. Dafür gibt es die höchste Förderung durch das ALE Oberpfalz.
Von Martina Neu

Einzelne Weiler werden bei Kallmünz nun erschlossen. Foto: Martina Neu
Einzelne Weiler werden bei Kallmünz nun erschlossen. Foto: Martina Neu

Kallmünz.Idyllisch ist die Anfahrt nach Sommerhau bei Rohrbach. Der schmale Weg führt durch den Blätterwald, bevor sich eine Lichtung auftut, doch dann ist es vorbei mit dem Komfort. Die Straße geht in einen Schotterweg über, der anfangs noch schmal ist, dann aber breiter wird und neu angelegt ist. Die Marktgemeinde Kallmünz lässt diesen Weg mit Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) im Rahmen des Förderprogrammes für die Erschließung von Weilern und Gehöften neu herstellen.

Das bedeutet, dass er von einer ursprünglichen Breite von 2,50 bis 2,80 Meter auf rund 3,50 Meter verbreitert wird. Die Anlieger können dann wesentlicher komfortabler zu ihren Gehöften fahren. Aber das geht halt nicht von heute auf morgen. Bereits im Mai 2015 stellte die Marktgemeinde den Antrag auf Zuschuss beim ALE. Kurz vor Weihnachten 2017 wurde das Wegebauprojekt „Kallmünz 2017“ vom ALE förmlich eingeleitet.

Wege werden auf drei Kilometern Länge ausgebaut

Auf einer Länge von knapp drei Kilometern will der Markt die Verbindungswege zu den Höfen ausbauen. Der Weg von Dallackenried zum Giglitzhof und die Wege von Schreiberthal zu den Einöden Sommerhau und Murrenberg erhalten eine Oberbauverstärkung. Zudem wird in Murrenberg die bisherige Durchfahrt durch die Hofstelle beseitigt. Der landwirtschaftliche Betrieb erhält dadurch bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Die Baukosten liegen bei ca. 1,45 Millionen Euro und werden vom ALE mit 75 Prozent gefördert.

Termin auf der Baustelle  Foto: Martina Neu
Termin auf der Baustelle Foto: Martina Neu

Somit kann der Markt Kallmünz mit Zuschüssen in Höhe von knapp 1,1 Millionen Euro rechnen, erläuterte leitender Baudirektor Hans-Peter Schmucker beim Baustellentermin. Bürgermeister Ulrich Brey erzählte, dass ihm Thomas Gollwitzer, der Behördenleiter des ALE im Vorfeld mitgeteilt habe, dass dieser Zuschussbescheid der höchste ist, den er bisher für die gesamte Oberpfalz ausgestellt habe. Brey ließ die Zeit von der Antragstellung bis zum Baubeginn Revue passieren. Es sei nicht einfach „nur eine Straße zu bauen“. Da gehen die Schwierigkeiten beim Grunderwerb bereits los.

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Einwohner durch Bauarbeiten stark eingeschränkt

Allerdings sei es wichtig für und mit dem Bürger zu arbeiten und nicht gegen ihn, sagte der Bürgermeister weiter. Die Anwohner seien die letzten dreieinhalb Jahre stark eingeschränkt gewesen. Zuerst wurde die Gastrasse gebaut, dann gingen die Bauarbeiten für die Straße los. Der Wasserzweckverband und auch die Telekom verlegten im Zuge dieser Wegebaumaßnahme auch gleich ihre Leitungen. Brey lobte die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Ämtern und Firmen und ist froh, dass bisher alles unfallfrei über die Bühne ging. Von diesem Straßenausbau profitieren insgesamt sieben Häuser.

Das Amt für ländliche Entwicklung

  • Dienstsitz:

    Das Amt für ländliche Entwicklung hat seinen Dienstsitz in Tirschenreuth. Behördenleiter ist Thomas Gollwitzer.

  • Aufgabenspektrum:

    Verbesserung der Ökologie in Dorf und Flur, Artenschutz und Biodiversität, Landschaftspflege und -gestaltung, Gemeindeentwicklung und Integrierte Ländliche Entwicklung, Umnutzung bzw. Beseitigung von leerstehender Bausubstanz, aktive Bürgerbeteiligung und Stärkung der Dorfgemeinschaft

  • Ziele:

    Generationsübergreifende Daseinsvorsorge, Ausbau des (über-)regionalen Wander- und Radwegenetzes, Erschließung von Einzelgehöften und Weilern, Ertüchtigung des ländlichen Kernwegenetzes und

  • Förderung von Kleinstunternehmen der Grundversorgung sowie Vernetzung und Beratung von Heimatunternehmen

  • Aufgabe:

    Erhalt der Bodengesundheit und vorbeugender Erosionsschutz, Zukunftsplanung und -gestaltung

Ziel ist es auch, in den ländlichen Siedlungsstrukturen in Bayern die Einzelgehöfte und Weiler nicht von der positiven Gesamtentwicklung im Freistaat abzuhängen, sondern diese zu erhalten und zeitgemäß zu erschließen. Zur zeitgemäßen Infrastruktur gehört auch die Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Energieversorgung, Internetverbindung, Mobilfunk und vieles mehr. Es sind wichtige Voraussetzungen für annähernd gleichwertige Lebensbedingungen auf dem Land gegenüber dem Leben und Arbeiten in den Städten, so Schmucker.

Bewohner nun im Notfall besser erreichbar

Gerhard Frauenstein vom Planungsbüro EBB sagte, dass man auf die Belange der Anwohner Rücksicht genommen habe. Es wurden kleinere Tekturen veranlasst, immer zum Wohle der Anwohner. Gottfried Eichenseer wohnt in Sommerhau und freut sich schon, dass er nun komfortabler zu seinem Hof kommt. Wichtig ist auch, dass, sollte einmal ein Notfall eintreten, wenn es brennt oder der Krankenwagen kommen muss, das dann auf einer ordentlich befestigten Straße geschieht.

Er selbst kenne es zwar nicht anders, aber er freut sich jetzt schon, wenn die Bauarbeiten fertig sind. Ein Versprechen gab Ulrich Brey am Ende Hans-Peter Schmucker: Es werde nicht die letzte Maßnahme sein, die der Markt gemeinsam mit dem ALE angehen wird und er hofft auf weiterhin gute Unterstützung. Bereits für 2021 ist für den Ortsteil Krachenhausen eine Maßnahme geplant.

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